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Maria Hofbauer

 
Tochter hat heute am frühen Nachmittag einen Zahnarzttermin. Keine Routine wie etwa Zahnhygiene oder Kontrolle, sondern Entfernung eines tief wurzelnden und quer wachsenden Weisheitszahnes, der in den vergangenen Monaten immer wieder recht unübersehbar auf seine Existenz hingewiesen hat und deswegen zu Recht die rote Karte bekommt. Ich habe ein paar Erledigungen zu machen und erfahre per SMS, wie lange der Eingriff dauert, damit ich nachher rechtzeitig wieder da bin, um meine Tochter abzuholen. Die SMS sagt, eine Dreiviertelstunde. Passt. Zu Ende dieser Dreiviertelstunde bin ich wieder vor Ort. Und warte. Warte noch eine Weile und gehe dann in die Praxis, weil mir das Warten doch etwas lange erscheint. Drinnen ein recht volles Wartezimmer, darin etliche einigermaßen bleiche Menschen, und dazu als Soundtrack aus dem Behandlungsraum unüberhörbare Bohrgeräusche. Nicht im Wartezimmer: Meine Tochter. Ogottogott, sagt mein Mutterherz, das kann nur bedeuten, dass meine Tochter noch immer da drinnen ist. Seit mittlerweile mehr als eineinhalb Stunden. Eine der Assistentinnen wuselt herum und macht dabei einen ungewohnt gestressten Eindruck, und als sie plötzlich fragt, wer denn meine Tochter begleitet hat, wird mir kurzfristig sehr flau. Im nächsten Moment sehe ich meine Tochter im Behandlungssessel sitzen, also kann nichts sehr Schlimmes passiert sein. Die Zahnärztin erklärt mir kurz, der Weisheitszahn meiner Tochter sei offensichtlich stärker als sie, denn das letzte Stück lasse sich nicht und nicht entfernen, wir sollten bitte sofort in einen der umliegenden Orte zu einem ihrer Berufskollegen fahren, dieser wisse schon Bescheid und warte bereits auf uns.

Auf dem freien Stück Landstraße zwischen den Orten fahre ich 120. Kommentar des - durchaus sympathischen - Arztes nach dem Röntgen: "Leicht wird DAS nicht!" Meine Tochter erklärt ohne Zögern, sie wolle trotz der Umstände und einiger Schmerzen den Zahn noch heute an Ort und Stelle gänzlich entfernt haben, damit endlich Ruhe ist. Eine massive Betäubung und eine Stunde später haben alle Beteiligten die Sache überstanden; die Zahnärztin ist eigens noch nachgekommen und hat ihrem Kollegen bei dem Eingriff persönlich assistiert.

Und ich such jetzt anschließend im Internet nach Ersatzteilen für mein Nervenkostüm.

Vielleicht eine Erklärung.

Ohne Punkt und Komma, drüben im Wordpress-Blog.

fdf

n_katertier


Honeybunch of Athabaske
23.1.1997 - 13.9.2014

Die aktuellen Links im Wordpress-Blog.

Im August 2010 war die Lebenssituation meiner Eltern aus Altersgründen für sie selber untragbar geworden. Gestern, während ich mitten in Graz war, hat mich G.N., eine Verwandte meiner Schwiegereltern, angerufen und mir gesagt, sie befinde sich gerade bei meiner Schwiegermutter und sei zu der Überzeugung gekommen, dass diese ehestmöglich Hilfe braucht.

Vorgestern hat mich meine Schwiegermutter angerufen und mir erzählt, am Freitag davor hätte ein Mann an ihrer Tür geläutet, der gesagt habe, er komme vom Finanzamt, um eine stichprobenartige Überprüfung durchzuführen. Auf meine Nachfrage hin erfahre ich, dass sie ihn in die Wohnung gelassen und ihm ihre Steuerunterlagen gezeigt hat. Nein, sie weiß nicht, warum der Mann eigentlich bei ihr war. Ja, er hätte einen Ausweis dabeigehabt. Diese Auskunft beruhigt mich keinen Sekundenbruchteil lang, denn erstens weiß ich, dass meine Schwiegermutter mittlerweile sehr schlecht sieht, und, was noch viel schlimmer ist, dass zweitens Finanzbeamte bei Privatpersonen in dieser Form so gut wie nie in Erscheinung treten. Bei mir läuten sämtliche Alarmglocken. Diese Person kennt jedenfalls jetzt die Lebensumstände meiner Schwiegermutter und ihre finanziellen Verhältnisse, und sollte sich herausstellen, dass sich der Mann den Zutritt zur Wohnung erschwindelt hat, müssen meine Familie und ich unverzüglich die Polizei einschalten. Ich beende das Gespräch und verspreche, zurückzurufen, sobald ich beim zuständigen Finanzamt die entsprechenden Informationen eingeholt habe.

Mein Anruf kommt sofort durch. Einer sehr freundlichen Dame schildere ich den Sachverhalt; sie verlangt von mir die Daten meiner Schwiegermutter, um den Akt einzusehen. Was sie dort liest, ist einerseits, dass der Besucher tatsächlich im Auftrag des Finanzamtes bei meiner Schwiegermutter war, andererseits jedoch, dass es sich bei dem Herrn um einen Vollstreckungsbeamten gehandelt hat. Offenbar spürt sie die Fragezeichen, die meinerseits in der Telefonverbindung hängen, denn sie bietet mir sofort an, mich in die entsprechende Abteilung weiterzuverbinden. Auch dort bekomme ich die vorige Auskunft bestätigt, zusätzlich versehen mit der Anmerkung, dass die seitens meiner Schwiegermutter fälligen vierteljährlichen Steuervorauszahlungen seit drei Quartalen überfällig waren, jedoch von ihr bar dem Beamten übergeben wurden.

Nach dem Gespräch brauche ich eine Zigarette für meine Nerven. Die erste seit über zehn Jahren.

Das darauf folgende Telefonat mit meiner Schwiegermutter dreht sich im Kreis. Ja, genau, sie habe dem Mann das Geld gegeben, die Quittung liege vor ihr. Warum sie die Vorschreibungen nicht beglichen hat? Sie hat keine bekommen, sagt sie. Keine einzige. Aber sonst gehe es ihr gut, sie hätte alles im Griff. Ab und zu sei sie zwar ein wenig vergesslich, aber das komme eben vom Alter. Ach ja: Mit einer guten und langjährigen Bekannten habe meine Schwiegermutter großen Ärger, weil diese behauptet habe, meine Schwiegermutter sei „nicht mehr normal“, nur weil diese sich in einem Gespräch wiederholt habe. Und sie hätte überhaupt nicht gewusst, dass mein Mann, ihr Sohn, zu dieser Familie so engen Kontakt hat, denn die Frau hätte ihr auch gesagt, mein Mann habe die selbe Meinung über meine Schwiegermutter. Mich fröstelt es. Die Schilderung passt in keiner Weise zu der Bekannten, außerdem würde mein Mann so etwas niemals über seine Mutter sagen und hat darüber hinaus die besagte Familie in den vergangenen Monaten weder gesehen noch gesprochen. Ich sage meiner Schwiegermutter das. Sie zeigt sich erstaunt. Im nächsten Moment erzählt sie mir voller Verwunderung, dass am Freitag ein Mann vom Finanzamt bei ihr war. Sie wisse nicht, weshalb.

Wie bereits erwähnt, bin ich beim Barbecue im wahrsten Sinne des Wortes auf den Geschmack gekommen, und natürlich hat es mich gereizt, mich auch am Pulled Pork zu versuchen. Das Hauptproblem hierzulande ist aber vermutlich die Beschaffung des Fleisches, da mir kein Metzger bekannt ist, der Fleisch für Pulled Pork, echte Spareribs sowie Beef Brisket anbietet, und zwar am liebsten in Bio-Qualität. Hat jemand Lust, eine Marktlücke zu füllen? Als ich dann unlängst im Großmarkt einen Schopfbraten im Ganzen (in etwa 3 Kilo) entdeckt habe, musste ich folgerichtig nicht lange überlegen, ob ich ihn kaufe oder nicht. Dass der Braten ausgelöst war und somit die eigentlich erforderliche Schwarte fehlte, gedachte ich durch regelmäßiges Moppen des Fleischstückes auszugleichen.

Ein paar Tage später: Ungefähr eine Stunde vor dem Einlegen in den Smoker bastle ich einen Rub, um das Fleisch vorzubereiten.

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Es bleibt Zeit für einen Kaffee, danach wird das Mise en Place für den Smoker zusammengestellt:

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Unterzünder, zwei lange und hitzebeständige Handschuhe, Küchenrolle, Stoffhangerl, sowie fürs Aroma Hickorystücke zusätzlich zu den Buchenscheiten.

Die Axt im Hause.

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Wichtig ist auch, den Eimer, der für abtropfendes Wasser und Fett gedacht ist, aufzuhängen. Andernfalls nämlich Riesenschweinerei.

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Die Unterzünder malerisch drapieren und mittels Gasanzünder entflammen (mit Zündhölzern oder Feuerzeug wird man nämlich alt dabei).

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Das Loch im Deckel über der Feuerstelle dient nicht der Materialersparnis, sondern sorgt dafür, dass man den flachen Teil der Abdeckung als Herdplatte verwenden kann. Habe ich schon erwähnt, dass ich solcherart durchdachte Details sehr schätze?

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Scheiter auf die Anzünder, Lüftungsschlitze auf, Deckel zu.

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Die erforderliche Temperatur ist im Gegensatz zum Grillen schnell erreicht, und los gehts!

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Während das Fleisch warm wird, rühre ich in der Küche die Mopsauce zusammen. Der Geruch ist tatsächlich anfangs gewöhnungsbedürftig, aber das ist der von einer Rindsuppe, die gerade zu kochen beginnt, auch.

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Abwarten. Miss Amy sonnt sich, der Herr Hund zieht den kühlen Schatten vor, wir, die Zweibeiner, gönnen uns einen Eiskaffee auf der Terrasse.

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Ungefähr eineinhalb Stunden vor Schluss werden die Zutaten für meine spezielle Barbecuesauce im sogenannten Opfertopf (Opfertopf deshalb, weil er in den Smoker gestellt wird, damit die Sauce einreduziert, und man damit rechnen muss, dass er trotz Geschirrspüler nicht mehr so schön wird wie er vorher war - also besser Hände weg von der württembergischen Edelware!) zusammengemischt:

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Schaut gut aus, ja. Sogar mit Smokering.

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Schmeckt auch so.

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Nachtrag 1: Wir haben das Fleisch nicht händisch in Stücke zerpflückt, sondern in Scheiben geschnitten und dann auf den Tellern zerteilt, weil wir wussten, dass vom Bratenstück einiges bleiben würde. Die Fleischstückchen in angetoastete Burger Buns geben, Barbecuesauce darüber (über die originale Essigsauce haben wir uns dann doch geschmacklich noch nicht drübergetraut), dazu selbstgemachten Coleslaw. Perfekt.

Nachtrag 2: Nicht weniger perfekt ist die daraus resultierende Resteverwertung. Getoastete Sandwichbrotscheiben dünn mit Mayonnaise (diese Schreibweise ist Absicht) bestreichen, dünn geschnittene Scheiben vom Pulled Pork sowie eine Scheibe Käse nach Gusto darauflegen, zum Abschluss noch Tomatenscheiben und eine zweite Scheibe Brot - fertig ist das Frühstückssandwich für heiße Tage!

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