Der große, ungetragene und sichtlich nach und nach gewachsene Stapel Straßenkleidung auf dem Fauteuil legt Zeugnis ab von vielen und vergeblichen Versuchen, statt Morgenmänteln, Nachthemden und sonstiger Hauskleidung wieder gesellschaftstaugliche Oberbekleidung zu tragen; die schnell einsetzende Erschöpfung war jedoch stets stärker als der Wille.
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Es verhält sich ja nun nicht nur so, dass ich zu meinen Eltern fahre, um ihnen zur Seite zu stehen; ich besuche gleichermaßen auch meine eigene Vergangenheit, jenen Teil, während welchem ich noch im Haus meiner Eltern gewohnt habe. Abgesehen davon, dass es sich seltsam anspürt, im eigenen Museum zu logieren (mein Mädchenzimmer ist bis auf die fehlende, weil von mir mitübersiedelte Bücherwand beinahe gleich geblieben), strömen auch viele Erinnerungen auf mich ein, sobald abends Ruhe eingekehrt ist, meine Eltern zu Bett gegangen sind und ich erledigt habe, was zu tun war.
1,80-Jugendbetten sind übrigens merkwürdig, wenn man seit über zwanzig Jahren gewohnt ist, in breiten Zwei-Meter-Betten zu schlafen - im ersten Moment kam bei mir die Frage auf, ob ich seit meinem Auszug tatsächlich noch gewachsen sei. Die Gedanken finden in solchen Situationen schnell zurück in die Vergangenheit und erzählen Geschichten, die sich vor dem Hintergrund von Kerzenlicht, einer Rod-Stewart-LP, Herzklopfen und warmem Sommerregen abgespielt haben. The first cut is the deepest - wie recht Rod doch hatte, aber das gehört zu den Erfahrungen, die vermutlich niemand machen möchte und ich war da keine Ausnahme. Zartbitter sind die Erinnerungen, da ist viel Schönes und viel Trauriges und viel Atemberaubendes, jede Szene ein Abenteuer auf davor unentdecktem Terrain. Zärtlichkeit, Freude, Miteinander, Vertrauen. Die erzwungene Trennung entsetzlich und von beiden nicht gewollt, aber die Erinnerung bleibt, an das Schöne und das Schreckliche gleichermaßen.
Abends im Garten sitzen, den Rudbeckien beim Leuchten zusehen und darüber sinnieren, dass das Leben immer wieder für erstaunliche Wendungen gut ist, sofern man diese auch zulässt. Als hätte ich eine Ahnung der kommenden Dinge gehabt, war mir den ganzen Sommer über mit wenigen Ausnahmen nach Ruhe und Einkehr gewesen, dabei hat mich manchmal der Gedanke beschlichen, es könnte sich um die Ruhe vor dem Sturm handeln. Schlechtes Gewissen hatte ich keines - warum auch ? Was zu tun war, ist geschehen, darüber hinaus habe ich mich entspannt und eine Art von sommerlichem seelischem Sabbatical absolviert, welches mir jetzt ermöglicht, aus meiner stabilen, inneren Ruhe heraus sehr schnell mit Herz, Bauch und Verstand gleichermaßen die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Meine Eltern freuen sich bedingungslos, mich zu sehen und mich an ihrer Seite zu wissen; es ist kein Platz mehr für Verbitterung - bei mir nicht, weil sie meine Hilfe akzeptieren und offen auf mich zugehen, ohne sich hinter allen möglichen Fassaden zu verstecken, bei ihnen nicht, weil das Alter im besten Fall die Wahrnehmung dergestalt schärft, dass die eigenen Vorurteile einer kristallenen Klarsicht weichen müssen, die intuitiv erkennt, wer und was richtig ist.
Schön ist auch, dass ich ein paar Menschen wieder häufiger treffe, mit denen der Kontakt nach meiner Übersiedlung sich in erster Linie auf Telefonate beschränkt hatte; weniger schön sind die unvermeidlichen Aasgeier, die es in jeder Familie gibt und die nur darauf warten, dass sich sich als Retter in der Not aufspielen und in weiterer Folge materiell absahnen können. Macht aber nichts, dass sie giften, weil meine Eltern und ich ihre perfiden Pläne durchkreuzt haben (Ich bin froh darüber, mich bestimmten Verwandten gegenüber immer recht reserviert gezeigt zu haben, sodass sie mich nicht einschätzen können.). Wer mir mehr als einmal blöd kommt, fliegt raus, und zwar beinhart und mit vollstem Einverständnis meiner Eltern. Ich bin gespannt, ob da noch was an dummen Bemerkungen nachkommt - so ein Rausschmiss wäre doch einmal eine unterhaltsame Abwechslung, vor allem für den Rest der Verwandtschaft. Ich trage unter bestimmten Umständen durchaus gerne zur allgemeinen Unterhaltung bei ...
Hier in Wien wartet meine Familie auf mich, auf die ich mich verlassen kann und für die selbstverständlich ist, dass ich mich um meine alten Eltern kümmere. Mein Mann war für seinen Vater da, als er krank und gebrechlich wurde, ich sorge jetzt für meine Eltern und dieselbe Zuwendung werden wir auch meiner Schwiegermutter zu gegebener Zeit zuteil werden lassen. So soll es sein, so spürt es sich gut und richtig an. In einem Pflegeheim möchte ich niemanden von den Dreien wissen, und dank mobiler Pflegehilfen ist diese Option mittlerweile in weite Ferne gerückt. Familie heißt auch, die schwachen Mitglieder zu beschützen, so wie ich das sehe.
Momente ungeahnten Glücks. Meine Mutter, klein und zerbrechlich im Bett sitzend, trotz ihrer körperlichen Schwäche vergnügt mich anlächelnd. Zeitweise gerät ihr Zeitgefühl durcheinander, ansonsten ist sie klar bei Verstand, klarer als früher sogar, wie mir scheint, was ich auf den oben erwähnten Effekt des Alters zurückführe. Sie strahlt mich an und sagt mir mit der reinen Freude eines Kindes, sie freue sich so, dass ich da bin. Glück, strahlend und klar wie ein schöner Brillant.
Meinem Vater imponieren meine Macherqualitäten, meine Fähigkeit, zu organisieren und zu strukturieren. Es gibt kaum Fragen, die ich nicht beantworten kann, wenn er sie stellt - weder medizinische noch solche, die sich um Formalitäten drehen. Wie komplex die Aufgaben in einem gut strukturierten Haushalt sich gestalten, hat mein Vater auf die harte Tour gelernt, indem er an dieser Klippe beinahe zerschellt ist, seitdem habe ich auch diesbezüglich seine vorbehaltlose Bewunderung, was mir ein innerliches Lächeln entlockt und mich jedenfalls zu dem Gedanken bewegt, man müsste allen Menschen verdeutlichen, wie immens wichtig es ist, sich selbst versorgen zu können. Wenn man ein Lebtag lang aus welchen Gründen auch immer von dieser Fähigkeit nicht Gebrauch machen muss, umso besser, aber für mich ist das Beherrschen einfacherer handwerklicher Tätigkeiten genauso essentiell wie die Handhabung von Waschmaschine und Bügeleisen, vom Kochen ganz zu schweigen. Ich lächle leise und fröhlich in mich hinein, als mein Vater mich meiner Schwiegermutter gegenüber am Telefon in den höchsten Tönen lobt.
Meine Eltern und ich genießen die gemeinsame Zeit, egal, wie lange sie noch dauern wird.
1,80-Jugendbetten sind übrigens merkwürdig, wenn man seit über zwanzig Jahren gewohnt ist, in breiten Zwei-Meter-Betten zu schlafen - im ersten Moment kam bei mir die Frage auf, ob ich seit meinem Auszug tatsächlich noch gewachsen sei. Die Gedanken finden in solchen Situationen schnell zurück in die Vergangenheit und erzählen Geschichten, die sich vor dem Hintergrund von Kerzenlicht, einer Rod-Stewart-LP, Herzklopfen und warmem Sommerregen abgespielt haben. The first cut is the deepest - wie recht Rod doch hatte, aber das gehört zu den Erfahrungen, die vermutlich niemand machen möchte und ich war da keine Ausnahme. Zartbitter sind die Erinnerungen, da ist viel Schönes und viel Trauriges und viel Atemberaubendes, jede Szene ein Abenteuer auf davor unentdecktem Terrain. Zärtlichkeit, Freude, Miteinander, Vertrauen. Die erzwungene Trennung entsetzlich und von beiden nicht gewollt, aber die Erinnerung bleibt, an das Schöne und das Schreckliche gleichermaßen.
Abends im Garten sitzen, den Rudbeckien beim Leuchten zusehen und darüber sinnieren, dass das Leben immer wieder für erstaunliche Wendungen gut ist, sofern man diese auch zulässt. Als hätte ich eine Ahnung der kommenden Dinge gehabt, war mir den ganzen Sommer über mit wenigen Ausnahmen nach Ruhe und Einkehr gewesen, dabei hat mich manchmal der Gedanke beschlichen, es könnte sich um die Ruhe vor dem Sturm handeln. Schlechtes Gewissen hatte ich keines - warum auch ? Was zu tun war, ist geschehen, darüber hinaus habe ich mich entspannt und eine Art von sommerlichem seelischem Sabbatical absolviert, welches mir jetzt ermöglicht, aus meiner stabilen, inneren Ruhe heraus sehr schnell mit Herz, Bauch und Verstand gleichermaßen die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Meine Eltern freuen sich bedingungslos, mich zu sehen und mich an ihrer Seite zu wissen; es ist kein Platz mehr für Verbitterung - bei mir nicht, weil sie meine Hilfe akzeptieren und offen auf mich zugehen, ohne sich hinter allen möglichen Fassaden zu verstecken, bei ihnen nicht, weil das Alter im besten Fall die Wahrnehmung dergestalt schärft, dass die eigenen Vorurteile einer kristallenen Klarsicht weichen müssen, die intuitiv erkennt, wer und was richtig ist.
Schön ist auch, dass ich ein paar Menschen wieder häufiger treffe, mit denen der Kontakt nach meiner Übersiedlung sich in erster Linie auf Telefonate beschränkt hatte; weniger schön sind die unvermeidlichen Aasgeier, die es in jeder Familie gibt und die nur darauf warten, dass sich sich als Retter in der Not aufspielen und in weiterer Folge materiell absahnen können. Macht aber nichts, dass sie giften, weil meine Eltern und ich ihre perfiden Pläne durchkreuzt haben (Ich bin froh darüber, mich bestimmten Verwandten gegenüber immer recht reserviert gezeigt zu haben, sodass sie mich nicht einschätzen können.). Wer mir mehr als einmal blöd kommt, fliegt raus, und zwar beinhart und mit vollstem Einverständnis meiner Eltern. Ich bin gespannt, ob da noch was an dummen Bemerkungen nachkommt - so ein Rausschmiss wäre doch einmal eine unterhaltsame Abwechslung, vor allem für den Rest der Verwandtschaft. Ich trage unter bestimmten Umständen durchaus gerne zur allgemeinen Unterhaltung bei ...
Hier in Wien wartet meine Familie auf mich, auf die ich mich verlassen kann und für die selbstverständlich ist, dass ich mich um meine alten Eltern kümmere. Mein Mann war für seinen Vater da, als er krank und gebrechlich wurde, ich sorge jetzt für meine Eltern und dieselbe Zuwendung werden wir auch meiner Schwiegermutter zu gegebener Zeit zuteil werden lassen. So soll es sein, so spürt es sich gut und richtig an. In einem Pflegeheim möchte ich niemanden von den Dreien wissen, und dank mobiler Pflegehilfen ist diese Option mittlerweile in weite Ferne gerückt. Familie heißt auch, die schwachen Mitglieder zu beschützen, so wie ich das sehe.
Momente ungeahnten Glücks. Meine Mutter, klein und zerbrechlich im Bett sitzend, trotz ihrer körperlichen Schwäche vergnügt mich anlächelnd. Zeitweise gerät ihr Zeitgefühl durcheinander, ansonsten ist sie klar bei Verstand, klarer als früher sogar, wie mir scheint, was ich auf den oben erwähnten Effekt des Alters zurückführe. Sie strahlt mich an und sagt mir mit der reinen Freude eines Kindes, sie freue sich so, dass ich da bin. Glück, strahlend und klar wie ein schöner Brillant.
Meinem Vater imponieren meine Macherqualitäten, meine Fähigkeit, zu organisieren und zu strukturieren. Es gibt kaum Fragen, die ich nicht beantworten kann, wenn er sie stellt - weder medizinische noch solche, die sich um Formalitäten drehen. Wie komplex die Aufgaben in einem gut strukturierten Haushalt sich gestalten, hat mein Vater auf die harte Tour gelernt, indem er an dieser Klippe beinahe zerschellt ist, seitdem habe ich auch diesbezüglich seine vorbehaltlose Bewunderung, was mir ein innerliches Lächeln entlockt und mich jedenfalls zu dem Gedanken bewegt, man müsste allen Menschen verdeutlichen, wie immens wichtig es ist, sich selbst versorgen zu können. Wenn man ein Lebtag lang aus welchen Gründen auch immer von dieser Fähigkeit nicht Gebrauch machen muss, umso besser, aber für mich ist das Beherrschen einfacherer handwerklicher Tätigkeiten genauso essentiell wie die Handhabung von Waschmaschine und Bügeleisen, vom Kochen ganz zu schweigen. Ich lächle leise und fröhlich in mich hinein, als mein Vater mich meiner Schwiegermutter gegenüber am Telefon in den höchsten Tönen lobt.
Meine Eltern und ich genießen die gemeinsame Zeit, egal, wie lange sie noch dauern wird.
"Krankheit als Weg" ist eines jener Bücher, die mein Leben wesentlich positiv beinflusst haben. Die These der Autoren, dass der menschliche Körper auf dem Weg über Krankheiten zum Ausdruck bringt, woran die Seele des betroffenen Menschen leidet, birgt sehr viel Wahrheit, wie ich an mir selber und auch an anderen Menschen feststellen konnte. (Dass die Autoren durch später verfasste Bücher, diverse Äußerungen und Tätigkeiten ins Kreuzfeuer geraten sind, soll hier nichts zur Sache tun; ich kenne keine anderen Schriften von ihnen und interessiere mich auch nicht für ihr sonstiges Wirken, sondern es geht mir an dieser Stelle ausschließlich um das erwähnte Buch.)
Erst seit kurzem gibt es überhaupt einen brauchbaren Befund, was den ins Detail gehenden Gesundheitszustand meiner Mutter anbelangt, dieser Befund ist allerdings für mich ein weiterer Beweis dafür, dass Dahlke und Dethlefsen einem der Grundgesetze des menschlichen Lebens zumindest sehr nahe gekommen sind. Die in dem Krankenbericht angeführten Symptome beschreiben so perfekt die von ihr stets unterdrückten Teile des Wesens meiner Mutter, dass es einem schon fast gruseln könnte ...
Erst seit kurzem gibt es überhaupt einen brauchbaren Befund, was den ins Detail gehenden Gesundheitszustand meiner Mutter anbelangt, dieser Befund ist allerdings für mich ein weiterer Beweis dafür, dass Dahlke und Dethlefsen einem der Grundgesetze des menschlichen Lebens zumindest sehr nahe gekommen sind. Die in dem Krankenbericht angeführten Symptome beschreiben so perfekt die von ihr stets unterdrückten Teile des Wesens meiner Mutter, dass es einem schon fast gruseln könnte ...

"Jesus Christus International" liest sich für mich wie wie eine Firma, die unter dem Deckmantel seriösen Handels äußerst dubiose Geschäfte ablaufen lässt; insofern kann man diese Bezeichnung im Hinblick auf die christliche Religion durchaus ehrlich nennen. Lebte Jesus heute, würde er wahrscheinlich als erste seiner Handlungen das Gros der sogenannten kirchlichen Würdenträger vertreiben, von Sektengurus ganz zu schweigen.
gesehen im 12. Wiener Gemeindebezirk
walküre - am Dienstag, 31. August 2010, 11:15 - Rubrik: Mischkulanzen
Meine Tochter ist mittlerweile seit zwei Wochen wieder bei uns; von ihrem Englandaufenthalt hat sie unter anderem viele Fotos mitgebracht, von denen ich hier voller Stolz ein paar präsentiere.
Impressionen aus Dover:



Leeds Castle liebt sie heiß:




In London würde sie am liebsten bleiben:




Eton hat sie beindruckt ...

... und Fliegen begeistert sie restlos.

Auf dem Gedenkstein in Eton findet sich folgende, von Thomas Gray stammende Inschrift:
Beside some waters rushy Brink
With me the Muse shall sit and think
(At ease reclin'd in rustic state)
How vain the ardour of the Crowd,
How low, how little are the Proud,
How indigent the Great.
Impressionen aus Dover:



Leeds Castle liebt sie heiß:




In London würde sie am liebsten bleiben:




Eton hat sie beindruckt ...

... und Fliegen begeistert sie restlos.

Auf dem Gedenkstein in Eton findet sich folgende, von Thomas Gray stammende Inschrift:
Beside some waters rushy Brink
With me the Muse shall sit and think
(At ease reclin'd in rustic state)
How vain the ardour of the Crowd,
How low, how little are the Proud,
How indigent the Great.
In den vergangenen Tagen hatte ich genug Möglichkeiten, das österreichische Gesundheitssystem einigermaßen auszuloten; dabei habe ich mehr als eine angenehme Überraschung erleben dürfen.
Die Angebote der diversen mobilen Hilfsdienste gestalten sich preislich sehr moderat und werden somit auch leistbar, wobei das Personal sowohl menschlich als auch medizinisch viel Kompetenz zeigt; die Möglichkeiten der Betreuung sind sehr breit gefächert, sodass sich problemlos nach dem Baukastensystem maßgeschneiderte Lösungen finden lassen. Die medizinische Betreuung geht sogar so weit, dass in ländlichen Regionen Verbandmaterial über den Hausarzt geordert werden kann, sodass keine zusätzlichen und belastenden Wege anfallen.
Darüber hinaus bin ich einmal mehr froh, vor etlichen Jahren (ungefähr 12 bis 14 Jahre sind seither vergangen) wie viele andere Menschen auch gegen die Abschaffung der Hausapotheken bei Landärzten unterschrieben zu haben. Ich weiß zwar nicht mehr, von welcher politischen Koryphäe (Achtung, Ironie !) dieses Ansinnen damals gestellt wurde, halte diese Idee aber heute noch für blanken Irrsinn, den die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft (Alleinerzieher/innen, kranke, alte und wenig mobile Menschen) in aller Härte hätten ausbaden müssen. Gut, dass es anders gekommen ist.
Die Angebote der diversen mobilen Hilfsdienste gestalten sich preislich sehr moderat und werden somit auch leistbar, wobei das Personal sowohl menschlich als auch medizinisch viel Kompetenz zeigt; die Möglichkeiten der Betreuung sind sehr breit gefächert, sodass sich problemlos nach dem Baukastensystem maßgeschneiderte Lösungen finden lassen. Die medizinische Betreuung geht sogar so weit, dass in ländlichen Regionen Verbandmaterial über den Hausarzt geordert werden kann, sodass keine zusätzlichen und belastenden Wege anfallen.
Darüber hinaus bin ich einmal mehr froh, vor etlichen Jahren (ungefähr 12 bis 14 Jahre sind seither vergangen) wie viele andere Menschen auch gegen die Abschaffung der Hausapotheken bei Landärzten unterschrieben zu haben. Ich weiß zwar nicht mehr, von welcher politischen Koryphäe (Achtung, Ironie !) dieses Ansinnen damals gestellt wurde, halte diese Idee aber heute noch für blanken Irrsinn, den die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft (Alleinerzieher/innen, kranke, alte und wenig mobile Menschen) in aller Härte hätten ausbaden müssen. Gut, dass es anders gekommen ist.
walküre - am Montag, 30. August 2010, 11:31 - Rubrik: Gesellschaft
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Zuerst einmal möchte ich mich aus ganzem Herzen für die gedrückten Daumen und guten Wünsche bedanken; sie haben tatsächlich geholfen, denn sonst hätte ich in den hinter mir liegenden Tagen vermutlich den Verstand verloren.
Tatsache ist, dass sich der gesundheitliche Zustand meiner Mutter in den vergangen Wochen drastisch verschlechtert hat; Tatsache ist auch, dass mein Vater mit den durch diese Situation bedingten geänderten Anforderungen hoffnungslos überfordert war, aber aus Scham über diese vermeintliche Schwäche viel zu lange jegliche Annahme von Hilfe verweigert hat. Ich bin mit der Rückendeckung vieler diesbezüglicher Diskussionen hier und anderswo zu meinen Eltern gefahren, entschlossen dazu, mir von der Situation ein Bild zu machen, mit meinen Eltern zu sprechen und danach konsequent zu agieren. Vermutlich ist es genau diese Entschlossenheit aus innerer Stärke heraus, die zu Ergebnissen geführt hat, welche ich nie für möglich gehalten hätte: Meine Eltern haben eingewilligt, Hilfe anzunehmen, und ich habe daraufhin in drei Tagen ein funktionierendes Netzwerk zu ihrer Unterstützung aufgebaut, ihren im Argen liegenden Haushalt* wieder in Schuss gebracht und den neuen Anforderungen angepasst und eine Unmenge Papierkrieg sowie Besorgungen erledigt.
Ich bin todmüde, aber glücklich über diese Entwicklung, auch wenn die Begleitumstände gesundheitlicher Art nicht erfreulich sind. Und ich bin stolz auf das, was ich menschlich und organisatorisch in dieser kurzen Zeit erreicht habe.
*Jetzt weiß ich, dass ab einem bestimmten Stadium des Vergammeltseins alle Lebensmittel irgendwie gleich riechen.
Tatsache ist, dass sich der gesundheitliche Zustand meiner Mutter in den vergangen Wochen drastisch verschlechtert hat; Tatsache ist auch, dass mein Vater mit den durch diese Situation bedingten geänderten Anforderungen hoffnungslos überfordert war, aber aus Scham über diese vermeintliche Schwäche viel zu lange jegliche Annahme von Hilfe verweigert hat. Ich bin mit der Rückendeckung vieler diesbezüglicher Diskussionen hier und anderswo zu meinen Eltern gefahren, entschlossen dazu, mir von der Situation ein Bild zu machen, mit meinen Eltern zu sprechen und danach konsequent zu agieren. Vermutlich ist es genau diese Entschlossenheit aus innerer Stärke heraus, die zu Ergebnissen geführt hat, welche ich nie für möglich gehalten hätte: Meine Eltern haben eingewilligt, Hilfe anzunehmen, und ich habe daraufhin in drei Tagen ein funktionierendes Netzwerk zu ihrer Unterstützung aufgebaut, ihren im Argen liegenden Haushalt* wieder in Schuss gebracht und den neuen Anforderungen angepasst und eine Unmenge Papierkrieg sowie Besorgungen erledigt.
Ich bin todmüde, aber glücklich über diese Entwicklung, auch wenn die Begleitumstände gesundheitlicher Art nicht erfreulich sind. Und ich bin stolz auf das, was ich menschlich und organisatorisch in dieser kurzen Zeit erreicht habe.
*Jetzt weiß ich, dass ab einem bestimmten Stadium des Vergammeltseins alle Lebensmittel irgendwie gleich riechen.
In den kommenden Tagen werde ich sehr wahrscheinlich durchgehend offline sein. Darf ich mir etwas wünschen ? Einige ehrlich gedrückte Daumen und von Herzen kommende gute Wünsche täten (nicht nur) mir wirklich gut ...
PS: Ich danke euch fürs Kommentieren und Dasein und überhaupt alles - das muss auch einmal gesagt werden.
PS: Ich danke euch fürs Kommentieren und Dasein und überhaupt alles - das muss auch einmal gesagt werden.