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zwischen Pubertät und Altersstarrsinn

 
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(Ich möchte nämlich die Aufnahmeprüfung fürs Studium schaffen; abgesehen davon macht mir die Beschäftigung mit teilweise völlig neuer Materie viel Freude.)

Freitagvormittage scheinen Standardtermine für Pensionisten zu sein, wenn es ums Einkaufen geht. Ich bin ja ein eher positiv denkender Mensch und habe darüber hinaus mehrfach die Erfahrung gemacht, dass bei entsprechender Eigeninitiative ein Mensch durchaus bis ins hohe Alter geistig rege sein und das Leben genießen kann; was ich aber an besagten Freitagvormittagen regelmäßig an destruktiven Lebenseinstellungen geboten bekomme (verbissene und verbitterte Mimik mit korrespondierendem Verhalten, aggressive Sprache oder Herumjammern über alles und jeden, wobei ich nicht den Eindruck gewinne, dass dieses Verhalten von körperlichen Gebrechen herrührt, und zu viele Gesichter, in denen der Alkohol seine Spuren hinterlassen hat), macht mir an manchen Tagen einfach nur eine Sche**angst vor dem Altwerden.

Drei Tage in einem Raum mit einer Klimaanlage, die auf "beginnender Blizzard" eingestellt ist, zwingen selbst mich in die Knie.
Schön ist allerdings, dass ich meinen Körper offensichtlich mittlerweile sehr gut kenne und deshalb mit Hilfe der chinesische Ernährungslehre seit heute wieder topfit bin ...

Ja, ich lebe noch, auch wenn sich mein Alltag derzeit etwas seltsam bis ziemlich mühsam gestaltet, weil er eine krude Mischung aus diversen Faktoren darstellt, welche da (in beliebiger Reihenfolge mit je nach Aktualität wechselnder Priorität) wären:

Ein Neuwagen, der mehr Zeit in der Werkstätte steht als hier in der Garage, vom Fahren ganz zu schweigen.

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4 Kinder, von denen nur eines, nämlich unsere Tochter zusehends auch geistig erwachsen wird, wohingegen die anderen drei - auch Eltern genannt - durch Alterstarrsinn und tendenziellen Verlust des logischen Denkens sich selber immer häufiger Schaden zufügen. Schließlich muss ja kruzitürkennocheinmal noch immer möglich sein, wozu man siebzig Jahre lang in der Lage war ! Mein Dank gilt an dieser Stelle einem gewissen Herrn Wilhelm Conrad Röntgen.

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Ein schmerzendes, weil via Drehhebung eines schweren Gegenstandes beleidigtes, Handgelenk, welches sich heute zum ersten Mal seit beinahe zwei Wochen friedlich gibt.

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Zwei Versicherungsmakler, von denen einer seine Kompetenzen bei weitem überschritten hat und der andere die Zeichen der Zeit ebensowenig akzeptieren will wie Kundenwünsche. Schaden können uns beide nicht, Ärger und Papierkrieg haben wir ihretwegen dennoch genug.

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Ein bissi Lampenfieber wegen des Studiums und der damit verbundenen Vorprüfung zwecks Studienberechtigung. Sollte ich die Prüfung nicht schaffen, habe ich aber schon eine gangbare Alternative im Portfolio.

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Eine Tochter, die mathematisch und auch geistig in den Ferien offensichtlich einen Quantensprung absolviert hat. Eine Tochter, die, wenn ich wütend (und laut) werde, sagt, sie will nicht streiten, aber dennoch Konflikten nicht aus dem Weg geht. Eine Tochter, die im November 15 wird und sehr stolz darauf ist, die 5. Klasse eines recht anspruchsvollen Gymnasiums zu besuchen.



Das volle Leben eben, wie Frau Wildgans so richtig angemerkt hat.

+++ Geburtstag bestens überstanden +++ zusammen mit Mann und Tochter zwei Menschen sehr glücklich gemacht +++ am Samstag in einem Innenstadtlokal zum großen Gaudium aller Beteiligten aufgrund diverser Indizien russische Speisekarten vorgelegt bekommen +++ Rosen in Tirol & Tränen in der Loge +++ größere herbstliche Kleider- und Schuhumräumeaktion am Sonntag +++ Gemeinsam mit Herrn Hund zwei größere angriffslustige Rüden abgewehrt, die auf ihn losgingen; Resultat: Ein paar blauviolettrote Hämatome und die Dankbarkeit von Herrn Hund. Weiß immer noch nicht, ob ich mutig oder dumm war, aber meine Reaktion spürt sich jedenfall richtig an. +++ mich sehr über eine SMS am Montagmorgen gefreut +++ Elektronik und Nassräume als handwerklich ergiebiges Kapitel klassifiziert +++ Heute festgestellt, dass man auf nassen Kastanienschalen mindestens genauso filmreif ausrutschen kann wie auf einer Bananenschale. Die blauen Flecken entwickeln sich hoffentlich passend zu jenen vom Hundekampf ! +++

Am Freitag, ganz plötzlich, war die Idee da, wie ich unsere Vorhänge haben möchte. Bislang hatte ich mich seit unserem Umzug diesbezüglich in einer Art Schwebezustand befunden, nicht wissend, ob Jalousien alleine genügen oder ob ich nicht doch vielleicht lieber Vorhänge hätte und wenn ja, wie mache ich das mit der Befestigung, weil irgendwelche Karniesen in die Wand schrauben ist nicht so mein Fall, weil wenn die Teile nicht mehr gefallen oder wegen sich ändernder Möblierung wegmüssen, bleiben die Löcher in der Wand, was wiederum meinem ästhetischen Empfinden äußerst zuwiderläuft. Flexibel bin ich geworden, was sich offensichtlich auch bei meinen Ansprüchen ans Mobiliar äußert ! Nach einem erfreulichen Vormittag mit einer Bankbesprechung und einem späten Frühstück beim Drechsler wusste ich auf einmal, was mir vorschwebte: Karniesen, die ohne Schrauben zu montieren sind. Eine kurze Internetrecherche genügte, um zu klären, wo wir auch für unsere großen Fenster passende Stangen bekommen würden - und die Vorhänge gleich dazu. Was ich noch sagen wollte: Der IKEA in Vösendorf ist an einem regnerischen Freitagnachmittag nichts für schwache Nerven !

Am Wochenende stand Hausputz auf dem Programm, gestern Korrespondenz und Daumenhalten, denn die Tochter hatte Nachprüfung in Mathematik und obwohl sie in den Genuss der Klausel gekommen war, haben wir ihr dringend geraten, die Prüfung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Das Ergebnis: Sie hat sowohl den schriftlichen als auch den mündlichen Teil mit Bravour gemeistert, was sie zu einem großen Teil einer lieben Bekannten verdankt, die mit unermüdlicher Geduld in den letzten beiden Ferienwochen Schleier um Schleier der für die Tochter unergründlichen Teile der Mathematik gelüftet hat. Großes Aufatmen allerseits und auch das beruhigende Gefühl, dass jetzt jederzeit ein Ansprechpartner da ist, wenn mathematische Unklarheiten auftreten.

Heute: Die ersten Vorhänge aufgehängt und sehr zufrieden mit dem beinahe schon katalogkonformen Ergebnis. Gewaschen, Schulsachen besorgt - zumindest das Gros. Am Abend Treffen in der Innenstadt mit deutschen Bekannten des besten aller Ehemänner, mit denen er bislang auch nur im Inet kommuniziert hat; der Eindruck ist allerdings ein sehr guter, und so bin ich gespannt, aber guter Dinge.

Morgen: Etliche kleinere Erledigungen im Grätzl. Muss mich noch immer erst daran gewöhnen, dass für Apotheke, Reinigung, Bank usw. kein halber Tag mehr verplant zu werden braucht ...

Den Rest der Woche lasse ich es mir - abgesehen von den alltäglichen Notwendigkeiten - gut gehen. Man gönnt sich ja sonst nichts.
(Und Geburtstag hat man schließlich auch nicht alle Tage.)

 

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