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Maria Hofbauer

 
Im Wordpress-Blog habe ich soeben wieder Links veröffentlicht!

Da schaltest du an einem verregneten Nachmittag nichts Böses ahnend ausnahmsweise einmal den Fernseher ein, zappst dich durch ein paar Kanäle – und bleibst bei einer Kameraeinstellung hängen, in der ein freundlich wirkender, bebrillter Mann mittleren Alters auf einer saftig grünen, mit Holz umzäunten Weide steht. Statt von Kühen oder anderem Getier umgeben, eingerahmt von Grillern diverser Marken und in Bauweisen, die du mit ein oder zwei Ausnahmen noch nie zuvor irgendwo gesehen hast. Du schaust fasziniert zu, wie dieser Mensch mit Lebensmitteln und Gewürzen hantiert und mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit daraus ein Essen zaubert, das du in dieser Form ebenfalls noch nie zuvor gesehen hast. Schon seit deiner Jugend mit einer Begeisterung fürs Kochen im Freien versehen, kippst du in diesen Stoff schneller hinein als du „Sonntagsessen“ sagen kannst. Du meinst, du weißt relativ viel übers Grillen, das hierzulande auch gerne als „Barbecue“ bezeichnet wird, und genau das besagt wiederum schon, dass du mit diesem Thema bei weitem nicht so gut vertraut bist wie du bislang geglaubt hast. Steven Raichlen – so heißt der sympathische Herr auf der Weide – führt dir schon nach wenigen Minuten vor Augen, dass es da noch sehr viel mehr gibt als es sich der gemeine Mitteleuropäer träumen lässt.

Ebenfalls angefixt von diesem Sujet, belegen der beste aller Ehemänner und die Tochter nach kurzer Internetrecherche ein paar Wochen später einen Smokerkurs, wiederum nach wenigen Wochen wird ein Smoker geliefert, und zwar dieser hier:

bbq_1

Ich für meinen Teil brauche für solche Unternehmungen immer Sekundärliteratur, weshalb „The Barbecue Bible“ (der Inhalt ist übersetzt) sowie „Barbecue“ zu unserem Kochbuchfundus stoßen.

bbq_2

Was diese beiden Titel angeht, kann ich sie sehr empfehlen. Die Beschreibungen in den Rezepten sind ausführlich, es gibt übersichtliche Gartabellen, viele Abläufe in der Vorbereitung werden Bild für Bild gezeigt und auch das Zubehör, mit dem Mr. Raichlen jeweils arbeitet, wird erklärt. Ein bissl schmerzt mich ja diese Übersetzung hier:

bbq_3

Pulled Pork, einen der BBQ-Klassiker, müsste man nicht unbedingt übersetzen, und schon gar nicht mit „Gerupfter Schweinebraten“. Nun ja. Einen Moment bitte: Schweinsbraten vom Grill? Wie soll denn das funktionieren, 3,4,5 Kilo Fleisch oder sogar mehr am Stück auf einem Grill zuzubereiten, ohne dass das Fleisch innen roh und außen verbrannt ist? Immerhin, der statistische Durchschnitt würde dann wieder stimmen, dafür aber der Genuss deutlich auf der Strecke bleiben, also was ist das jetzt dann für eine Geschichte mit diesem Braten? Des Rätsels Lösung liegt darin, dass Barbecue und Grillen nicht dasselbe sind. Grillen findet meist über offener Holzkohlenglut statt, während Barbecue (in den beiden Büchern als „indirektes Grillen“ bezeichnet) bedeutet, dass das Fleisch in warmem Holzrauch langsam gegart wird. Da dauert dann die Zubereitung von Baby Back Ribs (die in Österreich fälschlicherweise häufig als Spareribs verkauft werden) mitunter schon mehr als einen halben Tag, das Ergebnis ist sehr wahrscheinlich jedoch umwerfend und erstaunlicher als alles, was man an Ripperln zuvor hierzulande gegessen hat.

Alleine schon die Würze besteht beim klassischen Barbecue nicht aus Grillgewürz aus dem Supermarkt, sondern wird selbst zubereitet, was aber keine Hexerei ist. Ein Mörser hat immer Sinn, und die in Originalrezepten oft verlangten Selleriesamen gibt es auf jeden Fall online zu kaufen. Diese Gewürzmischung, den sogenannten Dry Rub, verwendet man zur Vorbehandlung der Fleischstücke. Bevor das Fleisch in den Smoker kommt, wird die Sache spannend; als weitere Würze und um zu verhindern, dass das Fleisch im warmen Rauch austrocknet, braucht es eine Mop Sauce (auch als Basting Sauce bezeichnet und natürlich ebenfalls selbstgebraut), mit der das Gargut regelmäßig eingepinselt wird.

bbq_4_moppen

Beim Finale kommt dann die Barbecue-Sauce zum Einsatz; auch sie wird idealerweise selbst zubereitet, bewirkt eine leicht knusprige Glasur und gibt zusätzlich Aroma. Mein derzeitige Lieblingssauce wird vor der Verwendung in einem Topf auf dem Rost der Brennkammer des Smokers einreduziert, sodass sie ebenfalls einen wunderbar rauchigen Geschmack annimmt. Perfekt als eigenständige BBQ-Sauce bei Tisch geeignet, übertrifft auch sie alle fertig gekauften Produkte, die ich kenne.

bbq_5_heizkammer

bbq_6_ribs

Wer Interesse, jedoch wenig bis gar keine Gelegenheit hat, sich die verschiedenen Möglichkeiten des Arbeitens mit diversen Grillgeräten und Smokern anzusehen und sich eine Meinung darüber zu bilden bzw. herauszufinden, mit welchen Techniken er selber arbeiten möchte, dem empfehle ich auf jeden Fall einen Ausflug nach Gerasdorf bei Wien zum Barbecue point. Die meisten Geräte sind vor Ort zu besichtigen, es werden Kurse angeboten, reichlich Zubehör (auch Bücher und Gewürze) kann ebenfalls vor Ort erstanden werden, aber der tatsächliche USP (Ja eh, einmal pro Jahr muss auch ich mich in Managerdeutsch üben!) dort ist zweifellos die fundierte Beratung: Barbecue point Gerasdorf

Weitere Links:

Steven Raichlens Seite & TV-Serie "Primal Grill"

Unsere Bezugsquelle für Selleriesamen und andere Gewürze

Besonders bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei meiner Tochter, ohne deren Kochkunst es diesen Beitrag nicht gäbe!

Im Wordpress-Blog gibt es neuen Lesestoff.

Drüben gibt es Neues!

Den ganzen Tag im Garten herumrumort. Hochbeete nachgefüllt, das Olivenbäumchen und den weißen Oleander aus ihrem Kellerverlies geholt und umgetopft, ein paar der Blütenstauden gedüngt und gemulcht. Kaffee getrunken. Plan für die weiteren Arbeiten erstellt und die dazupassende Einkaufsliste geschrieben. Fotografiert.

larve_maulwurfsgrille

Im mittleren Hochbeet habe ich etliche dieser Gesellen entdeckt, und mein Gedächtnis hat mich nicht getäuscht, denn es handelt sich hierbei um die Larve einer Maulwurfsgrille. Im Gemüsebeet brauche ich sie nicht unbedingt, deshalb habe ich sie delogiert: Jetzt befinden sie sich im Übergangsbereich zwischen einem kleinen, bleibenden Komposthügel und einem Totholzhaufen.

hochbeet

Mit diesen feinen, kleinen Hochbeeten habe ich gute Erfahrungen gemacht, weil sie einfach aufzubauen sind, auch wieder zerlegt werden können und von den Anschaffungskosten her deutlich im unteren Bereich rangieren.

blumenerde
Meine Tochter meint, dies sei die ansprechendste Verpackung für Gartenerde, die sie kennt, weil die Abbildung genau die Szenerie darstellt, in der man richtig Lust aufs Garteln hat!

pflanzkuebel_1

Was das Umtopfen meiner Kübelpflanzen anbelangt, muss der neue Behälter natürlich so konzipiert sein, dass überschüssiges Wasser abfließen kann. Die unterste Schicht besteht aus einer Lage Blähton, darüber kommt Blumenerde für Balkon- und Kübelpflanzen, darauf eine Schicht Langzeitdünger.

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Die Pflanze wird in den neuen Topf gesetzt, mit reichlich Erde umgeben und bedeckt, eingegossen, noch einmal mit etwas Dünger versehen, und erst danach wird die abschließende Erdschicht aufgebracht.

Nach mittlerweile vier Jahren Anwendung kann ich mit gutem Gewissen diesen Langzeitdünger vom Praskac in Tulln empfehlen; er ist leicht zu dosieren, für viele Pflanzen verwendbar, wirkt sehr gut und ist extrem ergiebig:

langzeitduenger
Fertig. Für heute zumindest.

kuebelpflanzen

Es bleibt anhaltend frühlingshaft. Balsam für meine Seele und unsere Gartenbepflanzung!

veilchen1

Auf den Wiesenflächen gibt es mehrere solche Kolonien von Veilchen, und auch der Pfirsichbaum mit den köstlichen weißen Früchten hat beschlossen, seinen Winterschlaf zu beenden:

pfirsichbaum

kaiserkrone_2
Die Kaierkrone hat eine unfassbare Wuchskraft.

birnbaum

Einer der alten Birnbäume streckt sich der Sonne und dem blauen Himmel entgegen, und die ersten Bienen besuchen uns ebenfalls schon wieder:

biene
schafgarbe

Schafgarbe wächst bei uns besonders gerne; diese große Staude bleibt, auch wenn das Rundherum mit Gemüse bepflanzt werden wird.

hollerzweig_2

Holler, einer meiner Allzeitfavoriten.

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Dieser Buchsbaum und seine vier Gefährten kümmern leider vor sich hin, aber ich bin den Ursachen schon auf der Spur: Zu wenig Erde (Flachwurzler) und deshalb zu wenig Feuchtigkeit sowie zu wenig Dünger. Kopf hoch, Jungs, das kriegen wir schon hin!

Drei Tage Sonne und der ganze Garten beginnt zu wachsen, zu grünen und (manche Wiesenblumen) auch schon zu blühen! Im vergangenen Jahr war mir nach dem langen Winter binnen weniger Tage die Gartenarbeit etwas über den Kopf gewachsen, heuer ist der Frühling zwar auch schnell gekommen, den Garten habe ich aber trotzdem im Griff. Heute hatte ich eigentlich vor, wie im vergangenen Jahr die beiden Lavendelpflanzungen in Kübeln wieder zu teilen - und musste verblüfft feststellen, dass es sich bei diesem Lavendel hier um eine einzige Pflanze handelt. Also nur zurückschneiden, wo es notwendig ist, und ansonsten staunen. Und sich über den Anblick und den Duft freuen.

lavendel

Die Gartenabteilungen in den meisten Baumärkten sind mir ja nicht sonderlich sympathisch, weil sie trotz den Pflanzen auf eigenartige Weise steril wirken. Ganz anders ergeht es mir im Lagerhaus in Bruck an der Leitha. Abgesehen davon, dass es dort auch ein ernstzunehmendes Angebot an Lebensmitteln gibt, umfasst das Sortiment wirklich alles, was mein Gärtnerinnenherz begehrt: Sämereien, Gartenzubehör jeglicher Art, hochwertiges Werkzeug, Pflanzen, Gartenmöbel und dergleichen mehr. Was ich auch schätze: Dort bekommt man noch echte Beratung (Man stelle sich vor: Die Angestellten gehen, statt sich rechtzeitig zu verstecken, sogar auf Konfrontationskurs mit den Kunden, indem sie sie von sich aus freundlich grüßen!). Heute hatte ich in der Nähe zu tun und habe auf dem Rückweg zwei Säcke mit Spezialerde für Kübelpflanzen erstanden; Sämereien kommen erst nach entsprechender Inventur in den nächsten Tagen an die Reihe, aber Radieschensamen musste trotzdem heute schon mit:

radieschensamen

Die Sorte nennt sich "Riesen von Aspern"; ohne Übertreibung sind diese Radieseln die besten, die ich kenne. Schon meine Mutter hatte sie seit meiner Kindheit jedes Jahr wieder gesät, und obwohl das Klima im Voralpenland deutlich feuchter und kühler ist als hier in Ostösterreich, waren die saftigen roten Knollen immer ein Genuss. Eine echte Besonderheit dieser Sorte stellt die Tatsache dar, dass die Riesen von Aspern erst ab der Größe kleiner Äpfel holzig werden, ein Stadium, welches sie ohnehin nie erreichen, weil sie schon lange zuvor der frühlingsbedingten Sehnsucht nach erntefrischem Gemüse zum Opfer gefallen sind.

 

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