
Zu den kalten Suppen im August ist mir ja nichts eingefallen, was wahrscheinlich daran gelegen hat, dass ich vollauf damit beschäftigt war, gegen Frostbeulen anzukämpfen, und bei den Walnussrezepten ist mir zwar das Wasser im Mund zusammengelaufen, aufgrund tendenzieller Unverträglichkeit [der Walnuss natürlich :-)] war der Anreiz zum Kochen und Backen für mich eher gering. Aaaaber: Bistroküche ist genau meine Wellenlänge, weil ich geselligen Freundesrunden gerne gutes Essen bzw. einen adäquaten Mitternachtsimbiss kredenze, ohne vorher jedes Mal mindestens den halben Tag in der Küche zu verbringen ! Ich bin ohnehin ein Fan von Eintopfgerichten, die leider im Zuge der Nouvelle Cuisine – völlig zu Unrecht, meiner Einschätzung nach - geächtet wurden. Gerade das Kochen in einem einzigen Topf bedeutet, dass man sich völlig auf genau dieses eine Gericht konzentrieren muss und die ganze Liebe zum Kochen in das Gericht fließt ! „Meine“ Minestrone schmeckt übrigens auch am nächsten Tag hervorragend und ihr schadet keineswegs, wenn sie ein paar Stunden auf dem Herd warmgehalten wird, damit sich jeder Gast nach Gusto bedienen kann. Ich habe jedenfalls noch nie erlebt, dass dieses Gericht verkocht ist – lange vorher war nämlich bis jetzt immer der Topf leer. Und hier ist sie, meine an feuchtkalten Tagen herrlich wärmende
An Zutaten wird benötigt:
Olivenöl (zum Erhitzen geeignet)
300 g feingewürfelter magerer würziger Speck (vorzugsweise aus Tirol oder Südtirol)
1 große weiße Zwiebel
ca. 350 g gemischtes Gemüse (ich verwende im Herbst und im Winter in Ermangelung marktfrischer Produkte gerne „Iglo Junges Sommergemüse“ mit Karotten, Erbsen, Kartoffeln, Kohlrabi und Porree/Lauch)
1 kleine Dose gewürfelte Tomaten
1 kleine Dose rote Bohnen
Salz, frisch gemahlener Pfeffer, Balsamico
ca. 200 g kurze Spätzle oder Tarhonya
Parmesan nach Wunsch
Zubereitung:
In einem großen Topf Olivenöl (der Boden muss mit dem kalten Öl bedeckt sein) erhitzen, bei mittlerer Temperatur die Speckwürfel auslassen, bis sie knusprig sind.

Dann die geschnittene Zwiebel (bei uns fungiert Zwiebel mehr als Gemüse denn als Gewürz, weshalb er gerne grobgeschnitten wird) zufügen und goldbraun anrösten lassen.

Danach das Gemüse zu der Mischung geben,

die Tomaten hinzufügen,

die Bohnen abtropfen lassen, kurz mit kaltem Wasser abbrausen und ebenfalls zugeben.

Mit ca. 2 Litern Wasser oder leichter Gemüsebrühe aufgießen, würzen

und unter öfterem Umrühren 1 Stunde lang auf kleiner Flamme kochen lassen, wobei in der letzten halbe Stunde die Teigwaren mitkochen. Achtung: Nudeln eignen sich insofern nur bedingt, als die Minestrone dann sofort serviert und gegessen werden muss, weil sie sich andernfalls zusehends in einen Nudelsterz verwandelt !

Die Minestrone ist fertig, wenn auf der Oberfläche ein Spiegel sichtbar wird.

walküre - am Montag, 22. Oktober 2007, 19:05 - Rubrik: Essen & Trinken
teacher meinte am 22. Okt, 20:43:
Ich verschwinde hungrig in die Küche ....
Bolli meinte am 22. Okt, 22:13:
Man denkt bei Minestrone zwar fälschlicherweise an Trattoria, aber da der Ursprung des Bistros ja recht europäisch ist, danke ich Dir für Deinen Beitrag!Sieht jedenfalls sehr verlockend aus....
walküre antwortete am 23. Okt, 09:29:
"Bistro"
assoziiert man ja zunächst auch meist sofort mit französischer Küche und Lebensart, obwohl ich für meinen Teil mehr den Gedanken dahinter sehe und das klassische Bistro für mich viel mit dem klassischen Wiener Kaffeehaus gemeinsam hat: Der Genuss kommt keinesfalls zu kurz, dennoch steht der Mensch im Mittelpunkt und nicht das Essen; man trifft einander, um zu philosophieren, man zieht sich dorthin mitunter auch zurück, um zu lesen, zu schreiben oder auch "nur" seinen Gedanken nachzuhängen. Sowohl Bistro als auch Kaffeehaus verstehe ich als zweites Wohnzimmer, als Erweiterung der eigenen vier Wände, und diesem Gedanken folgt die entsprechende Interpretation der Kulinarik, die liebevoll und mit hochwertigen Zutaten kreierte Gerichte hervorbringt, denen deutliches Understatement zu eigen ist, was sich jedoch erst im Zuge des Essens herausstellt.