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Ganz schön umtriebig ist er, der heurige Frühling ! Was mich aber keineswegs stört, sondern mir sogar sehr zusagt, weil ich mittlerweile langsam aber sicher meinen auf dem Lande erworbenen Gefängniskoller ablege. Seit dem vergangenen Freitag geht es ordentlich rund, und zwar durchwegs in positivem Sinn ...

Angefangen hat es mit einer Besprechung in der Schule meiner Tochter, die zwar den Schulwechsel prima in die Reihe gekriegt hat, in Mathematik aber trotz deutlicher Besserungstendenzen noch immer wackelig auf den Beinen steht. Besser:stand, denn die meisten ihrer Defizite hat sie überwunden, indem sie über ihren Schatten gesprungen ist und sowohl zuhause als auch in der Schule bei Unklarheiten nachgefragt hat. Well done ! Das ist übrigens auch der Grund dafür, dass ich mich trotz der sehr entgegenkommenden Angebote, für die ich mich nochmals bedanken möchte, bei niemandem gemeldet habe - kurz nach dem Eintrag fand eine Schularbeit mit sehr erfreulichem Ergebnis statt, und von da an gings stetig bergauf.

Weiter ging der Freitag mit dem besten aller Ehemänner, den ich zum Anzugkauf begleitete; auf dem Rückweg hatte ich Gusto auf einen Kaffee, woraufhin ich ein für mich neues Lokal kennengelernt habe, nämlich das Café Ritter in Ottakring. Das Jugendstilambiente ist sowieso wunderschön, aber genauso aufregend war die Tatsache, dass sich an diesem Nachmittag einige Runden von Kartenspielern im Lokal befunden habe, die einem Spiel huldigten, das sehr selten geworden ist und von dem ich nur vom Hörensagen wusste. Der beste aller Ehemänner kennt es und hat versucht, mir die komplexen Regeln ein wenig nahezubringen - ein nobles, jedoch zum Scheitern verurteiltes Unterfangen. Faszinierend war das Zuhören trotzdem, und das sehr alte Spiel heißt "Zenserln". Der Soziologe Roland Girtler ordnet jedenfalls dessen Ursprünge in seinem sehr empfehlenswerten Buch "Rotwelsch. Die alte Sprache der Gauner, Dirnen und Vagabunden" der Halb- bis Unterwelt zu.

Weil mein Ehegespons am Abend eine Verabredung mit alten Bekannten hatte, beschlossen die Tochter und ich, in die Stadt zu fahren. Gesagt, getan - wir waren an diesem schönen und warmen Abend im 1. Bezirk insgesamt zwei Stunden zu Fuß unterwegs, eine Kaffeepause nicht eingerechnet !

Der Samstag wartete mit einem halboffiziellen Jubiläum auf, dessen Feierlichkeiten sich vom Nachmittag bis in die Nacht hinein erstreckten. Aufgrund der eleganten Gewandung bin ich zwischendurch zum Fotomotiv avanciert, allerdings nicht nur ich. Sagts mir bitte Bescheid, sobald ich irgendwo auf einer japanischen Website auftauche ! Und obwohl ich mir nur zwei Zigaretten und ein Glas Bowle genehmigt hatte, war mein Kater am Sonntag relativ spektakulär; woher der gekommen ist, weiß der Himmel. Ich habe auch nicht viel Zeit, darüber nachzudenken, denn bereits am kommenden Wochenende sind wir zur Hochzeit von lieben Bekannten eingeladen. Es möge in dieser Art weitergehen !
dus meinte am 23. Apr, 19:36:
cafe ritter hat mir sehr gut gefallen. 
walküre antwortete am 24. Apr, 20:37:
Warst
schon einmal im Café Sperl ? 
woelfin antwortete am 24. Apr, 22:08:
ritter-lich
wurde da nicht vielleicht gumpendorf mit ottakring verwechselt ;-) 
walküre antwortete am 25. Apr, 10:27:
Nein,
sicher nicht, Woelfin, die Adresse lautet:
Ottakringerstraße 117
1160 Wien

Würde mich wundern, tätst du diese Lokalität nicht kennen ... 
woelfin antwortete am 30. Apr, 23:44:
ottakring ist für mich
am sog'nannten allerwertesten (der welt) ;-)) 
 

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