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Gleich vorweg: Der Titel ist beim Steppenhund gestohlen, wobei ich hoffe, mir mit dieser schändlichen Handlung nicht seinen Unmut zugezogen zu haben. :-)

Auf den Muttertag könnte ich für meinen Teil ja ebenfalls gut verzichten, nur gibt es da eine ältere Generation, die diesen Tag anerkannt haben möchte, sodass ich um das Gedöns doch nicht ganz herumkomme. Da üblicherweise am Muttertag gute Lokale hoffnungslos überfüllt sind, habe ich mich entschlossen, selber zu kochen, was ich ja grundsätzlich gerne mache, und zwar umso lieber, je mehr Menschen in den Genuss meiner Kochkünste kommen. Passend zum frühlingshaften Wetter gab es Marchfelder Spargel mit heurigen Erdäpfeln, zweierlei Schinken und Sauce Hollandaise, als Vorspeise hab ich Avocadosalat kredenzt. Das Essen wurde von allen Seiten gelobt, und zwar nicht deswegen, weil Muttertag war und alle Angst vor meiner Reaktion bei einer negativen Bewertung hatten !

Wir hatten für den frühen Nachmittag einen Ausflug ins Helenental geplant, verbunden mit einem kurzen Spaziergang (meine Schwiegermutter ist momentan nicht sehr gut zu Fuß) und einer kleinen Kaffeejause in der Krainerhütte, in der ich vor vielen Jahren einmal zu Gast war und die ich in guter Erinnerung hatte. Die Hinfahrt war suboptimal, weil Herr Hund auf die zeitweilige Überdrehtheit der Tochter äußerst nervös reagiert und die Krainerhütte hatte wegen Renovierungsmaßnahmen über Pfingsten geschlossen (was nicht auf der Website ersichtlich war !). Nun ja. Der Spaziergang war allerdings angenehm, und der beste aller Ehemänner und ich haben beschlossen, gelegentlich zum Wandern ins Helenental zu fahren. Mir ist allerdings aufgefallen, dass ich auf entlegenere Landschaften (derzeit ?) mit Beklommenheit reagiere, und so war ich dann froh, wieder nach Wien zu kommen. Wir haben in Hietzing noch Kaffee getrunken, und weil wir grad so schön beim süßen Leben waren, haben wir später hervorragendes Sushi zu Abend gegessen (darüber gibt es demnächst einen Extraeintrag), sind danach im 1. Bezirk spazierengegangen, haben sehr viel später noch einen Kaffee in der Innenstadt genommen und dabei Menschen beobachtet. Soviel Russen wie in den vergangenen Wochen in Wien habe ich übrigens in meinem ganzen bisherigen Leben nicht gesehen, was aber keineswegs abwertend gemeint ist. Ich, die ich mit den eisernen Vorhang in relativer Nähe aufgewachsen bin, finde viel Gefallen daran, dass Europa zusammenwächst und nicht mehr durch irgendwelche Wahnsinnsregimes entzweigespalten wird - das nur nebenbei bemerkt.

Heute lange geschlafen, spät gefrühstückt. Was der Tag noch bringt, wird sich zeigen.
 

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