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Warum ? Also, die Geschichte geht so:
Es war einmal eine Mutter, die sich mit ihrer liebreizenden Tochter aufs prächtigste verstand. An den Vormittagen wird mir nie langweilig (Auch sonst nicht, aber das steht hier nicht zur Debatte), weil Hund, Kater und Haushalt versorgt werden wollen. Die Waschmaschine läuft, der Staubsauger tut das, wofür er konstruiert wurde und dazwischen walte ich meines Amtes. Die Zeit ist gut eingeteilt, ich weiß, wie lange ich für welche Arbeit brauche, weiß, was noch zu tun ist, damit der Haushalt so aussieht, wie ich mir das vorstelle und stelle in Gedanken meine Einkaufsliste zusammen. Die beste aller Schwiegermütter hat heute noch nicht angerufen, was ein gutes Zeichen ist, weil in den letzten Monaten nach einem massiven und völlig unverschuldeten Wasserschaden bei ihr zeitweise Chaos herrschte und sie oft mehrmals täglich anrief, um Rat zu erfragen. Die Tochter kommt um ungefähr Zwei von der Schule heim - mein Zeitplan funktioniert ausgezeichnet, die Arbeit geht mir gut von der Hand.

Mittlerweile ist es Mittag und ich bin fast fertig mit meinen Vormittagspflichten; um Eins herum erledige ich die letzten Handgriffe, plane, um in einer halben Stunde mit Herrn Hund eine Mittagsrunde zu gehen und fühle mich ob meines bewältigten Pensums richtig gut. Als ich entspannt mit Herrn Hund das Haus verlassen will, steht die Tochter wie aus dem Boden geschossen draußen, wütend und vorwurfsvoll. "Du bist die ganze Zeit im Haus gewesen ???" bekomme ich grußlos zu hören und kenne mich fürs erste überhaupt nicht aus. "Ich läute SEIT EINER HALBEN STUNDE und du machst nicht auf !!!" Ich glaub, ich bin im falschen Film. Versteckte Kamera, oder wie ? Die Sache mit der Klingel kann ich mir überhaupt nicht erklären, denn ich war die ganze Zeit in Reichweite und auch Herr Hund hat keinerlei Anzeichen gezeigt, die darauf schließen hätten lassen, dass jemand geläutet habe. Ich frage, weshalb sie mich denn nicht per Handy über den Ausfall der letzten Schulstunde informiert habe, schließlich könne sie ja nicht wissen, ob ich überhaupt um diese Zeit zuhause bin ? Das Handy will sie nicht mitnehmen, denn sie wünscht nicht angerufen zu werden, meint sie, woraufhin ich entgegne, niemand von uns würde während der Schulzeit anrufen. Irrtum, hier geht es nicht um mich, sondern um Gleichaltrige. Mein Einwand, wir hätten ihr ein Handy besorgt, damit genau solche Situationen nicht eintreten, werden mit dem Argument vom Tisch gefegt, es sei ihr zu mühsam, am Morgen das Handy in die Schultasche zu packen. Selber schuld, und das gebe ich ihr auch zu verstehen - die Reaktion lässt nicht auf sich warten. Wie komme ich eigentlich dazu, mich auf offener Straße als rechthaberisch beschimpfen zu lassen ? Kinder sind nicht das Eigentum ihrer Eltern, keine Frage, allerdings sind Eltern auch nicht die Sklaven ihrer Kinder. Ok, auf dem Papier zumindest nicht.

In der Zwischenzeit läutet das Handy. Nicht das der Tochter, das liegt ja schließlich mehr oder weniger friedlich in deren Zimmer, sondern meines. Die Schwiegermutter teilt mir mit, dass ihr Kühlschrank im Begriff ist, das Zeitliche zu segnen. Gut, abgezeichnet hat sich diese Entwicklung schon länger, also werde ich mich morgen der Sache annehmen, sprich: mit ihr einen neuen kaufen gehen. Der erzwungene Waffenstillstand hält nicht lange, denn sofort nach Beendigung des Gespräches geht die sinnlose Diskussion weiter. Ja, meine Leserschaft ahnt es schon: Ich bin nicht nur die, die mit dem Hundesackerl durch die Gegend wandelt, sondern auch die, die mit vergrämter Miene und verfolgt von einem keppelnden Teenager durchs Grätzl schleicht, in der Hoffnung, die Erde möge sich vor ihr auftun und sie gnädig verschlingen.

Was war es schnell, worauf ich hinauswollte ? Kündigen, genau.
dus meinte am 2. Jun, 18:56:
hm. pubertät.
#
ihr staubsauger saugt von alleine?
so sind die doch eigentlich konzipiert, oder? ;)

kopf hoch, das kind wird wieder "normal", hihi... 
walküre antwortete am 3. Jun, 12:04:
*lol*
Der Satz war eher so gemeint, dass ich zwischen Waschmaschine und Staubsauger am Werkeln bin.

Irgendwie ruft dieses "hihi" bei mir grundlegende Skepsis hervor. Was weiß dus, was ich nicht weiß ??? :-) 
dus antwortete am 3. Jun, 14:01:
dus ist der neutrale stille mitleser.
dus hat den eindruck, das mädchen ist ordentlich vom charakter her. mit werten und so großgeworden.
deswegen -> viel wasser trinken und aussitzen.

:-) 
Sternenbild meinte am 2. Jun, 20:06:
Kündigung wird nicht angenommen
Hallo liebe walküre, so eine geplagte "Nur Hausfrau" und Mutter kommt schon hin und wieder auf den Gedanken alles aufzukündigen.

Nur was wäre das für ein Leben, hätten wir diese "Sorgen" nicht, einfach unvorstellbar und meine Familie würde so eine Kündigung nicht anerkennen.

Koch Dir einen guten Tee und streck mal alle Viere von Dir und lass mal die anderen auch was machen....

Diese Ratschläge sind keinesfalls ernst zu nehmen.
LG Helga 
walküre antwortete am 3. Jun, 12:05:
Also,
was mein Leben ohne diese Herausforderung wäre, weiß ich ziemlich genau: Friedlich und selbstbestimmt.
:-) 
pipistrella meinte am 2. Jun, 22:33:
hätte ich vielleicht anno dazumal die möglichkeit gehabt, meine erlebnisse in einem blog auszukotzen, hätte tochter1 und ich nicht frühzeitig die beendigung unseres gemeinsamen wohnens beschlossen.

ich umarme dich aus der ferne sende dir viel kraft für die künftigen konflikte, die ganz sicher noch kommen werden.
du machst das gut und du bist für deine tochter mit bestimmtheit die beste aller mütter, auch wenn sie es nicht immer so sagen kann (und vermutlich auch nicht immer glaubt) 
walküre antwortete am 3. Jun, 12:14:
Auskotzen
ist genau die richtige Bezeichnung.
Was da noch kommt, wird die Zeit zeigen; manche Krisen kann ich auch eindeutig vom Ursprung her mir selber zuordnen, weil ich eine extrem eingeengte Kindheit hatte, sich dieses Dilemma in meiner ersten Ehe wiederholte und ich mittlerweile sehr genau weiß, wo meine Grenzen sind. Ich bestehe vehement auf einer gewissen Freiheit, was sich beispielsweise darin äußert, dass ich mich dagegen zur Wehr setze, wie Inventar behandelt zu werden, welches immer zur Stelle zu sein hat.
Ich erwarte ja nicht, dass sie mich auf ein Podest hebt und anbetenderweise zu mir aufblickt, aber wie der letzte Dreck behandelt werden möchte ich halt auch nicht. Derzeit bringe ich gerne den Satz "Die Freiheit des einzelnen endet dort, wo die des anderen beginnt" ein. Ob er verstanden wird, kann ich nicht sagen, mir hilft er jedenfalls ...

Und danke für die guten Wünsche - es tut gut, zu wissen, dass jemand an einen denkt, der eine solche Malaise nachvollziehen kann. 
kittykoma meinte am 3. Jun, 12:08:
aber warum hat das kind keinen schlüssel? sie ist doch alt genug, ohne anmeldung nach hause zu kommen. 
walküre antwortete am 3. Jun, 12:16:
Und
schusselig genug, um per Verlust dieses Schlüssels dafür zu sorgen, dass alle paar Monate sämtliche Sicherheitsschlösser im Haus ausgewechselt werden müssen. 
kittykoma antwortete am 3. Jun, 12:20:
die phase hatte meine tochter auch. drei schlüssel in einem jahr, einen davon im fluß versenkt.
trotzdem. das gequengel ist auch ausdruck von widerstand gegen bevormundung. meiner meinung nach muß sie lernen, verantwortung für sich selbst zu übernehmen, dann schießt auch ihre energie nicht so über.
*klugscheißmodus wieder aus* - sorry" 
walküre antwortete am 3. Jun, 12:23:
Genau
das ist es, was ich von ihr erwarte: Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Ist ihr privatim zu mühsam, zumindest derzeit. Wobei zu sagen ist, dass diese Sache mit der Verantwortung mittlerweile im schulischen Bereich sehr, sehr gut funktioniert, wovon noch vor einem Jahr keine Rede sein konnte. Was wiederum hoffen lässt ...

[Klugscheissermodus ist willkommen, wenn er von Leuten kommt, die wissen, worum es geht. :-) ] 
 

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