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Ich komme vom Land. Dort, sollte man meinen, sei die Vegetation üppig, vielfältig, naturbelassen und überhaupt. Schmarrn mit Quastl, um es diplomatisch zu formulieren ! Auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen finden sich jedes Jahr aufs neue die gleichen Pflanzen, in den Auwäldern kann von Vielfalt schon lang keine Rede mehr sein und in den Gärten dominieren kurzgeschnittener Rasen und Unkrautsalz. Im Gegensatz zu Hietzing, denn diese Artenvielfalt, wie ich sie hier am Rande des Wienerwaldes vorfinde, sucht ihresgleichen. Obschon ich botanisch nicht unbedarft bin, gibt es hier Pflanzen, die ich noch nie zuvor gesehen habe.

Leider hat diese üppige Flora für mich einen gravierenden Nachteil. Ich wache nämlich fallweise auf und fühle mich wie das Ding aus dem Sumpf. Ein Blick in den Spiegel zeigt meinen Irrtum auf - ich sehe nämlich eher aus wie Rocky Balboa nach dem Kampf gegen Apollo Creed, als er nach Adrian ruft. Was mir da aus dem Spiegel entgegenblickt, lässt sich beim besten Willen nicht zu Mandelaugen schönreden, die Haut an den Wangen spürt sich an, als hätte ich einen beginnenden Sonnenbrand und die triefende Nase gereicht jedem Winterschnupfen zur Ehre. Ich hab jedenfalls keine Ahnung, was heute wieder in der Luft herumschwirrt, aber mein Körper gibt mir zu verstehen, dass ein kurzer aber heftiger Regenschauer in der nächsten halben Stunde eine feine Sache wäre.
 

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