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Ich hatte geglaubt, das Schlimmste sei überstanden und die alptraumbehafteten Nächte gehörten weitgehend der Vergangenheit an. Es war ein Irrtum, denn schon wieder kehren angsterfüllte, beklemmende Bilder der Kindheit zurück, mittlerweile auch oftmals mit Szenen aus meinem jetzigen Leben vermischt. So habe ich heute nacht geträumt, ich würde mit dem besten aller Ehemänner ein kleines Mansardenzimmer in Haus meiner Eltern beziehen, eingerichtet mit schäbigem, altem Mobiliar und düster, unbeleuchtet, wahrscheinlich sogar ohne Strom. Draußen kein einziger Sonnenstrahl, sondern Licht wie kurz vor einem schweren Regenguss, drinnen die vor dreißig Jahren zuletzt getünchten Wände und der alte Teppichboden. Kein anderer Mensch zu sehen oder zu hören, keine Verbindung zur Außenwelt.

Nach dem Traum so verkrampft aufgewacht, dass ich mich kurzfristig kaum bewegen konnte. Jeden Knochen einzeln gespürt und die Muskeln und Sehnen eine einzige verklumpte, verhärtete Masse. Als ich die Augen öffne, sitzt der sandfarbene Kater neben mir, beobachtet mich aus großen Augen und maunzt mir ein fragendes Gurren zu.

Es geht schon, irgendwie.
stilz meinte am 2. Jul, 23:12:
Oh.
Ich bin hier ganz zufällig hereingeschneit... und sehr berührt davon, einen ähnlichen Traum beschrieben zu finden wie den, den ich selber vor kurzem hatte (obwohl ich sonst eigentlich nicht alptraumgeplagt bin):
Ich zog (mit meinem Mann, der aber schnell unwichtig wurde in diesem Traum) gemeinsam mit meinen Eltern und meiner Schwester in eine winzige Wohnung, fast ohne Fenster, künstliches Licht, künstliche Luft, überall nur stahlgraue Metall-Einbauschränke, lange, schlauchartige Zimmer... kein Platz für mein geliebtes Klavier... keine Ahnung, wie ich da jemals "leben" sollte... auch keine Ahnung, wie ich jemals von hier wieder wegkäme, an sowas wie einen Arbeitsplatz vielleicht...

Ich habe keinerlei ähnliche Erinnerungen an meine Kindheit. Und ich hatte die ganze Zeit ein brennendes Gefühl der Scham, als ob ich irgendwie selber schuld wäre an dieser Misere...

Verstört und schweißgebadet aufgewacht, in ähnlichem Zustand, wie Sie es beschreiben.

Inzwischen hatte ich diesen Traum schon fast vergessen - danke, daß Sie mich wieder daran erinnern, und damit auch daran, wie sehr ich es schätze, daß mein reales Leben sich von dieser Traum-Tristesse unterscheidet.
Ich hoffe sehr, es ist auch bei Ihnen so!
Lieben Gruß, unbekannterweise. 
walküre antwortete am 3. Jul, 09:37:
Vermutlich
ist es genau mein "neues" Leben in Wien, das es mir ermöglicht, mich der Vergangenheit zu stellen. Insofern ist es gut, das Geschehene zu verarbeiten und irgendwann hinter sich lassen zu können, wenn auch solche Nächte nicht gerade erholsam sind.

Ihr Bunkertraum klingt übrigens auch abscheulich - ich kann mir vorstellen, wie erleichtert Sie nach dem Aufwachen waren. 
 

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