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Sehr fesch - jetzt ist also die Katze aus dem Sack. Für den kommenden Herbst sind in Österreich Neuwahlen angesetzt, die Koalition gesteht ihr Scheitern ein. Wer nun glaubt, alles würde sich zum Guten wenden, irrt meiner Einschätzung nach, denn es werden wieder nur die alten Karten neu gemischt, statt ein neues Packerl ins Spiel zu bringen. Politikerrecycling, sozusagen.
pipistrella meinte am 7. Jul, 22:30:
ich hab ja wirklich null blassen schimmer von österreichischer politik. aber heute haben sie sogar in unserem radio darüber berichtet - nur kurz - und ich fragte mich dann ob beim namen "meuterer" (ob richtig geschrieben oder nicht sei dahingestellt) nomen=omen ist ? 
walküre antwortete am 7. Jul, 22:59:
Wenn wir vom selben Politiker sprechen, müsste es sich um Wilhelm MOLTERER handeln. Aber "Meuterer" ist gut ... :-) 
cheridwen antwortete am 7. Jul, 23:13:
*lol* MEUTERER ist gut - das gefällt mir! Das war jetzt der Lacher des Abends! 
testsiegerin antwortete am 7. Jul, 23:54:
MEUTERER ist super!
Viel, viel besser als Molterer. 
pipistrella antwortete am 8. Jul, 07:00:
peinlich peinlich, hab heute morgen tatsächlich gehört, dass der molterer und nicht meuterer heisst ;-). naja, ich sag ja, ich kenn mich nicht aus :-). 
cheridwen meinte am 7. Jul, 23:19:
Ich schätze, die Anzahl der Nichtwähler wird wohl hoch wie nie sein, die beiden Großparteien werden Verluste einfahren (die SPÖ wohl mehr als die ÖVP) und profitieren werden die Blauen. "Schöne" Aussichten für Österreich. 
nestor antwortete am 8. Jul, 07:38:
cherie,
zum einen liegt's an uns (der/dem wählerIn) die von dir genannten 'aussichten' zu verhindern, zum anderen frage ich mich was frau walküre mit "neuem Packerl" wohl meint. 
walküre antwortete am 8. Jul, 10:01:
Cheridwen, ich sehe die Situation ähnlich wie du und finde es erbärmlich, wie die etablierten Parteien durch ihre Unfähigkeit Leuten wie Haider, Strache & Konsorten Wähler zutreiben, und zwar jene Wähler, die nicht verstehen, dass man den Teufel nicht mit Beelzebub austreiben kann, um es etwas überspitzt zu formulieren.

Mit einem "neuen Kartenpackerl" meine ich, dass es hoch an der Zeit für eine neue, seriöse Innenpolitik (auch mit neuen Gesichtern) jenseits von Freunderlwirtschaft, Packelei und Abgehobenheit vom Lebensalltag des Durchschnittsbürgers ist. Österreich ist nämlich nicht so groß, dass eine Entfremdung von der Basis schon aus räumlichen Gründen irgendwann zwangsläufig eintreten muss. 
cheridwen antwortete am 8. Jul, 10:22:
@ nestor
Ja klar, ich geh' auch trotz Politikverdrossenheit wählen und ich wähl' sicher keine der rechten Parteien. Bleibt nur zu hoffen, dass das genügend andere Menschen in Österreich auch so sehen. 
nestor meinte am 9. Jul, 10:55:
Politikverdrossenheit & "Wärme in der Politik"
Ich kann Euch nur ersuchen "Politik" als die "Kunst des Möglichen" zu sehen (und zu kommunizieren), will bedeuten einen akzeptablen Kompromiss zwischen unterschiedlichen ideologischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Betrachtungsweisen, Interessen und ihren (sich immer mehr differenzierenden) Gruppierungen zu finden.

Politik ist - vereinfacht ausgedrückt - (auch) gesellschaftspolitisches Management mit dem (großen) Unterschied, dass unser Staat ("Gott sei gedankt!") kein autokratisch geführtes Unternehmen ist.

"Politikverdrossenheit" sehe ich als einen diskursiv "gemachten" Prozess: In der (früheren) "Klassengesellschaft" wurden die Menschen medial von ihren Parteimedien informiert und hatten (großteils) "Vertrauen" in ihre politischen VertreterInnen. Das ist in einer "postmodernen Demokratie" anders: Die pluralistische Medienwelt lebt vom "politischen Konflikt", von unterschiedlichen "Botschaften" und "Sagern". Darüber hinaus: Selbst wenn es diesen Konflikt nicht gäbe, wird er (herbei) geschrieben. Zum zweiten: "Die Politik", dh. die PolitikerInnen, Parteistrategen etc spielen mit dieser (Medien-)Macht über das Denken der Menschen. Das Fatale daran: Die Menschen wollen das (eigentlich) nicht. Zumindest der/die ÖsterreicherIn hat ein extrem ausgebildetes Harmoniebedürfnis. Wenn nun permanent von politischen Konflikten, Gegensätzen und Differenzen die Rede ist, wenden sich die Menschen schaudernd ab. Und die Medien, die von Konflikten leben (denn sonst hätten sie kaum etwas zum Schreiben), bedauern die "Politikverdrossenheit". Und schreiben sie herbei. Ein Teufelskreis...

ja Frau Walküre, ich gebe dir schon recht mit Deiner Forderung nach "einer neuen, seriösen Innenpolitik (auch mit neuen Gesichtern) jenseits von Freunderlwirtschaft, Packelei und Abgehobenheit vom Lebensalltag des Durchschnittsbürgers". Nun, die "seriöse Innenpolitik" sehe ich beispielhaft in den aktuellen Sozialpartnerabkommen, die auch zum Teil (Ausnahme: Schule & Gesundheit) von der Regierung übernommen wurden. Doch darüber berichtet die Presse nur nebenbei. Konflikte wurde zwischen den großen Verbänden hinter verschlossenen Türen aus- und (nur) das gemeinsam hinaus getragen. Pech für die Medien.

Und mal Hand aufs Herz: "Freunderlwirtschaft, Packelei" gehören doch irgendwie zum gesellschaftlichen Zusammensein. Hilfst Du nicht FreundInnen, "packelst" Du nicht mit Lieferanten, Kunden usw. Also ich stehe dazu, wobei für "Freunderlwirtschaft, Packelei" sicherlich auch andere, "positive" Bezeichnungen zu finden wären. Andererseits ist auch mir nicht alles so koscher und - da gebe ich dir recht - Mensch kann Hilfe ("Freunderlwirtschaft") und Kompromiss-Suche ("Packelei") auch übertreiben...

Völlig einverstanden mit der Kritik an der "Abgehobenheit" der Politik/den PolitikerInnen: Auch oder gerade Politik braucht "Wärme", ein "Zugehen auf die WählerInnen", Verständnis für sie. Da sehe ich auch derzeit gewaltige Defizite.

Das aktuelle Scheitern der Regierung hat viele Kinder... 
 

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