Allenthalben ist die Rede von Urlaubsplanung und Reisen, diverse Anbieter überschwemmen Zeitschriften, Zeitungen und Briefkästen mit Reklame. Es klingt vielleicht unglaubwürdig, aber ich habe tatsächlich nur zweimal in meinem bisherigen Leben einen Urlaub verbracht: Einmal mit meinen Eltern ein paar Tage in Südtirol (Fragen Sie mich bloß nicht nach der Atmosphäre !) und drei Wochen auf Gran Canaria nach einer langen und arbeitsintensiven Sommersaison. In den arbeitsreichen Jahren war die Zwischensaison meist zu kurz zum Urlaub machen, später, als der zeitliche Rahmen großzügiger war, hat das Geld dafür gefehlt, und so ist es bei diesen beiden Auszeiten geblieben.
Vielleicht tragen auch meine beruflichen Beobachtungen ein wenig dazu bei, dass mir Urlaub im klassischen Sinn nicht zwingend notwendig erscheint; allzu oft habe ich gesehen, was passiert, wenn Menschen einander nichts (mehr) zu sagen haben und einander mit diesem lähmenden Schweigen zwei oder drei Wochen mehr oder weniger ausgeliefert sind. Die jährlichen Weihnachtstragödien sind Kleinigkeiten im Vergleich zu aus solchen Situationen resultierenden Urlaubskrisen ! Wenn man gerne zusammen ist und sich den Alltag so gestaltet, dass man ihn gerne lebt, ist ohnehin der Versuch überflüssig, das während des restlichen Jahres Versäumte in die Urlaubswochen zu pferchen, wie mir scheint. Hinzu kommt, dass mir viele Urlaubsziele als nicht sehr reizvoll erscheinen. Massentourismus schreckt mich ab, seine Auswüchse erst recht. Dann gibt es noch Reiseziele, die ich für mich persönlich aus ökologischen oder auch menschenrechtlichen Gründen für fragwürdig halte, welche aber per se durchaus von Interesse für mich wären.
Dennoch bleiben über die Jahre ein paar Länder und Städte, die ich noch in diesem Leben gerne bereisen würde. Peru gehört dazu, weil mich die Kultur der Inkas sowie die Landschaft schon als Kind fasziniert hat; Nordamerika reizt mich nicht allzu sehr - mit einer Ausnahme: New York und die Neuenglandstaaten möchte ich gerne besuchen. Australien und Neuseeland sind zwar landschaftlich äußerst reizvoll, liegen für mich aber so weit entfernt von allen anderen Kontinenten, dass ich befürchte, dort aufgrund der Entlegenheit nach drei Tagen einen Gefängniskoller zu bekommen. Japan ist ein Kapitel für sich, denn einerseits stellt die Sprache ein massives Hindernis dar, andererseits ist es ein Land, der auf mich sehr anziehend wirkt; man wird sehen, welche Möglichkeiten sich hier ergeben. Von den weiter entfernten Ländern interessiert mich noch Indien: die Menschen, die Kultur, der Stadt-Land-Kontrast, die Landschaft und auch die Regionalküchen.
Das Gros meiner avisierten Reiseziele befindet sich in Europa; es gibt hier so viel, was ich noch nie gesehen habe und unbedingt erleben möchte. Schottland, überhaupt Großbritannien, die Loire-Schlösser, Südfrankreich, die französische und italienische Schweiz, Südtirol, die Toskana (Ja, trotzdem !), Malta. In Prag war ich schon lange nicht mehr, in Barcelona, Paris und Rom noch nie, Moskau und St. Petersburg stehen sehr weit oben auf der Wunschliste. Relativ nahe, durch den Eisernen Vorhang jedoch lange Zeit unerreichbar und für mich aufgrund der Kulturen und der Landschaften sehr, sehr reizvoll: Das Baltikum und Georgien.
Nun ja. Jetzt brauch ich nur mehr einen üppigen Lottogewinn, damit ich meine Reiseträume auch finanzieren kann ...
Vielleicht tragen auch meine beruflichen Beobachtungen ein wenig dazu bei, dass mir Urlaub im klassischen Sinn nicht zwingend notwendig erscheint; allzu oft habe ich gesehen, was passiert, wenn Menschen einander nichts (mehr) zu sagen haben und einander mit diesem lähmenden Schweigen zwei oder drei Wochen mehr oder weniger ausgeliefert sind. Die jährlichen Weihnachtstragödien sind Kleinigkeiten im Vergleich zu aus solchen Situationen resultierenden Urlaubskrisen ! Wenn man gerne zusammen ist und sich den Alltag so gestaltet, dass man ihn gerne lebt, ist ohnehin der Versuch überflüssig, das während des restlichen Jahres Versäumte in die Urlaubswochen zu pferchen, wie mir scheint. Hinzu kommt, dass mir viele Urlaubsziele als nicht sehr reizvoll erscheinen. Massentourismus schreckt mich ab, seine Auswüchse erst recht. Dann gibt es noch Reiseziele, die ich für mich persönlich aus ökologischen oder auch menschenrechtlichen Gründen für fragwürdig halte, welche aber per se durchaus von Interesse für mich wären.
Dennoch bleiben über die Jahre ein paar Länder und Städte, die ich noch in diesem Leben gerne bereisen würde. Peru gehört dazu, weil mich die Kultur der Inkas sowie die Landschaft schon als Kind fasziniert hat; Nordamerika reizt mich nicht allzu sehr - mit einer Ausnahme: New York und die Neuenglandstaaten möchte ich gerne besuchen. Australien und Neuseeland sind zwar landschaftlich äußerst reizvoll, liegen für mich aber so weit entfernt von allen anderen Kontinenten, dass ich befürchte, dort aufgrund der Entlegenheit nach drei Tagen einen Gefängniskoller zu bekommen. Japan ist ein Kapitel für sich, denn einerseits stellt die Sprache ein massives Hindernis dar, andererseits ist es ein Land, der auf mich sehr anziehend wirkt; man wird sehen, welche Möglichkeiten sich hier ergeben. Von den weiter entfernten Ländern interessiert mich noch Indien: die Menschen, die Kultur, der Stadt-Land-Kontrast, die Landschaft und auch die Regionalküchen.
Das Gros meiner avisierten Reiseziele befindet sich in Europa; es gibt hier so viel, was ich noch nie gesehen habe und unbedingt erleben möchte. Schottland, überhaupt Großbritannien, die Loire-Schlösser, Südfrankreich, die französische und italienische Schweiz, Südtirol, die Toskana (Ja, trotzdem !), Malta. In Prag war ich schon lange nicht mehr, in Barcelona, Paris und Rom noch nie, Moskau und St. Petersburg stehen sehr weit oben auf der Wunschliste. Relativ nahe, durch den Eisernen Vorhang jedoch lange Zeit unerreichbar und für mich aufgrund der Kulturen und der Landschaften sehr, sehr reizvoll: Das Baltikum und Georgien.
Nun ja. Jetzt brauch ich nur mehr einen üppigen Lottogewinn, damit ich meine Reiseträume auch finanzieren kann ...
david ramirer meinte am 22. Jul, 14:12:
ich habe erkannt, dass reisen nur um des reisens willen keine nennenswerte attraktivität für mich hat.wenn es aufgrund praktischer erwägungen (veranstaltungen, besuche, recherche oder exil) notwendig ist, das land zu verwechseln, dann werde ich das mit dem gebührenden interesse und in einer möglichst effizienten art und weise abwickeln.
reisen zur erholung: sind für mich bedeutungslos geworden.
walküre antwortete am 22. Jul, 14:28:
Reisen
zur Erholung heißt - mit Ausnahme einer Kur aus medizinischen Gründen - nichts anderes, als dass der/die Reisende unfähig ist, sein Leben so zu gestalten, dass auch der Alltag genügend Raum für Erholung bietet.Reisen um des Reisens willen hängt von der Definition ab: Jemand, der nur reist, um später behaupten zu können, er sei da und dort gewesen, wird diese Reise nicht verinnerlichen können und somit an der Oberfläche bleiben. Reisen hat aber auch eine andere Dimension, nämlich jene, die im Buddhismus als "Der Weg ist das Ziel" beschrieben wird; diese Dimension relativiert das eigene Leben auf wohltuende Art, rückt Perspektiven zurecht und erweitert den eigenen Horizont.
PS: "das Land zu verwechseln" ist gut ... :-)
david ramirer antwortete am 22. Jul, 14:46:
reisen in dem sinne, dass ich quasi nomadisch, zu fuß oder rad, oder per pferd (das auto fällt für mich da nicht hinein) eine strecke zurücklege und im laufe der überbrückung dieser distanz mein leben um diese erfahrung erweitere, fällt für mich in die "recherche"-ebene, die ich durchaus für mich bisweilen anwende und durchführe. da ist die destination weniger wichtig als die art der umsetzung.
oberflächlich betrachtet ist das vom reisen um des reisens willen kaum zu unterscheiden, hat aber eine andere qualität für mich: weil das ankommen mehr als sekundär bleibt, ja, gar nicht stattfinden muss.
walküre antwortete am 22. Jul, 14:48:
Genau
DAS meinte ich damit.
creature antwortete am 22. Jul, 20:27:
vor einigen monaten, es könnte der mai gewesen sein, saß ich vor einem cafe beim goldenen dachl in innsbruck und unterhielt mich mit der "goldenen frau"!goldene frau genannt deswegen, weil sie sich ihr geld damit verdient dort als goldene statue zu verharren, mich hat es interessiert wie man sich da so fühlt dabei.
auf diesem platz finden sich immer touristen aus aller welt um dieses dach zu bestaunen, unter anderem eine indische reisegruppe, männer in traditionellen gewändern und frauen mit ihren saris und dem tilak auf der stirn, alle mit sandalen.
für innsbruck ein ungewohntes bild, der reiseführer schilderte in einer mir unbekannten sprache wahrscheinlich die geschichte dieses daches während sich die reisenden mit müden augen den schweiß von der stirne wischten und bald wieder offensichtlich müde und mit interesselosen augen an mir vorbeizogen um in den bus zu steigen der zur nächsten attraktion fährt, wo immer die ist!
ich dachte mir, solche reisen hab ich bisher mir erspart, sowas will ich nicht zum verrecken machen müssen obwohl ich schon viel herumkam auf den kontinenten, aber ohne meute und ohne fotoapparat denn das wichtigste hat sich in meinem herzen eingenistet, fern der sehenswürdigkeiten.
walküre antwortete am 23. Jul, 18:08:
Diese
Art des Reisens kenne ich zur Genüge aus Salzburg; mir haben die Touristen, die sich in fünf Tagen quer durch Europa schleppen (oder geschleppt werden) immer leidgetan. Die MÜSSEN fotografieren, weil sie sonst nicht mehr wissen, wo sie waren ...Ich selber fotografiere auch gerne, aber aus einem anderem Grund: Wenn eine Reiseerinnerung nach ein paar Jahren zu verblassen beginnt, sehe ich die Bilder an und fühle mich wieder, als wäre ich gerade eben erst von dieser Reise zurückgekehrt, und das finde ich sehr, sehr schön und bereichernd.
pipistrella meinte am 23. Jul, 06:39:
da ich von natur aus immer mindestens 2-3 tage brauche, bis ich mich an einem ort wohl oder (besser ausgedrückt) vertraut fühle, fiel das rumreisen in der wenigen ferienzeit, die ich jeweils habe weg. auch wollte ich mir mit 2 kindern den stress nicht antun, als selber gestresste mutter uns in völlig fremden ländern selber noch unter druck zu setzen. so habe ich meist badeferien gemacht. das hat mich an wettermässig wunderschöne und warme orte gebracht, wo ich einfach 2 wochen lang fläzen konnte und lesen und sein und nichts tun. das waren für mich ferien. heute sieht es auch anders aus. die ferien im september sind nur insofern geplant, dass wir zu hause einiges erledigen müssen und dann spontan losfahren, italien, gut essen, gut trinken und geniessen. wo genau es uns hinverschlägt, lass ich mich überraschen.
walküre antwortete am 23. Jul, 18:19:
Was
die Kinder anbelangt, denke ich ähnlich wie du. Für mich war der Gedanke, mit einem kleinen Kind längere Zeit unterwegs oder von zu Hause weg zu sein, ohnehin ein Alptraum, in dem mich diesbezügliche Erfahrungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis bestätigt haben, denn fast alle kleineren Kinder wurden im in ferneren Gefilden verbrachten Urlaub krank, hatten Unfälle mit Seeigeln oder Quallen und trugen auch gerne Sonnenbrände oder gar Sonnenstiche davon. Keine der Mütter war nach dem Urlaub erholt, und die Väter auch nicht wirklich. Wenn es die finanzielle Situation erlaubt hat, sind eine Freundin und ich im Zuge eines Tagesausfluges in ein Thermalbad gefahren, dort waren die Kinder gut aufgehoben, wir haben entspannen können und man war wetterunabhängig.Kurze Urlaubsfahrten ins Blaue mag auch ich sehr gerne, weil man da mit offenen Sinnen reist und eben auch der Weg das Ziel ist.
la-mamma meinte am 23. Jul, 18:45:
reisen kann ich schon genießen
- oft auch das heimkommen.ich reise meistens aus neugier - das ist nicht ganz dasselbe wie "um des reisens willen" oder? übrigens hab ich früher auch lange keine richtigen urlaube gemacht - oder bin da große kompromisse eingegangen - wenn "er" zufällig nach fünf jahren einmal grad 2 wochen im november zeit hatte, das macht keinen spaß.
mit dem richtigen partner - auch da hast du vielleicht recht, nur da will ich gleich keine solche beziehung haben - machen reisen, wo man eben gemeinsam neugierig ist, und dinge tun kann, die man zu hause halt nicht tun kann, einfach spaß. die besten reisen fand ich in den letzten jahren die, wo wir hin- und rückflug (möglichst an zwei mittelweit auseinanderliegenden orten) gebucht haben und sonst nichts - und uns dann auf die reise eingelassen haben ...
das einzige, was ich nach den meisten von mir/uns bevorzugten reisezielen (auch gerne städte) garantiert nicht bin, ist halt erholt;-)
walküre antwortete am 23. Jul, 18:54:
Aus Neugier
reisen ist ein guter Ansatz, weit entfernt von dem, was Gerhard Polt in "Man spricht deutsh" (übrigens einer meiner Lieblingsfilme) anprangert. Neugierig sein heißt bereit sein, sich auf Neues einzulassen, offen auf Menschen zuzugehen und sich selber neue Perspektiven zu erschließen. Finde halt ich. Wenn man gerne wieder heimkommt, ist das übrigens ein Zeichen dafür, dass man am richtigen Ort lebt. Ich war in der skurrilen Situation, in Oberösterreich zu wohnen, aber schon nach dem zweiten Wienaufenthalt Heimweh nach hier zu haben. Das war der Beweis, den ich noch brauchte, um endlich selber zu glauben, dass ich beim besten Willen nicht dorthin gehört habe, wo ich wohnte.PS: "Erholung" ist relativ; ich verstehe für mich darunter, mit neuen Impulsen heimzukommen.
diefrogg antwortete am 23. Jul, 19:07:
Für mich heisst reisen...
die Augen und Ohren öffnen. Bereit sein für Unerwartetes. Auf Menschen zugehen, wenn es denn möglich ist. Die ganze Farbe und die Töne der Welt auf sich wirken lassen. Ich kann das zu Hause (manchmal) auch. Aber ich werde lebendiger, offener in einer unbekannten Umgebung. Ich finde reisen etwas ungeheuer Schönes und Bereicherndes. Nun ja, es scheint einfach erklärt. Aber wenn man es sich genauer überlegt, so muss man sich die Sinnfrage doch immer wieder stellen.
walküre antwortete am 23. Jul, 19:15:
Der beste Beweis
für den Sinn und die Richtigkeit Ihrer Philosophie sind Ihre Reiseberichte aus der Türkei !