Seit Mitte letzter Woche unter anderem gelesen:
Hans Veigl (Hrsg.) - Wir sind so frei ...
Texte aus Kabarett und Kleinkunst zwischen Wiederaufbau und Wirtschaftswunder
Eine absolut lesenswerte Zusammenstellung klassisch gewordener Doppelconferencen und zeitlos aktueller Texte. Ein Wiedersehen mit Travnicek, dem Herrn Karl, dem gschupften Ferdl und vielen anderen österreichischen Originalen !
Rotraud A. Perner - Darüber spricht man nicht. Tabus in der Familie.
Das Schweigen durchbrechen
Dieses Buch liegt derzeit in einer aktualisierten Neuauflage vor, in welcher ohne Sensationsgier auch Bezug auf die extremen Ereignisse von Amstetten und den Fall Kampusch genommen wird; das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf jenen Familienkonstellationen, die nach außen hin intakt wirken und hinter deren Fassaden sich der Vorhof der Hölle ausbreitet, ohne dass jemals spektakuläre Prozesse und Reportagen folgen. Rotraud Perner deckt subtile und weniger subtile Machtmechanismen auf, zeigt, welche Art von Persönlichkeiten involviert sind und kann aufgrund ihrer langjährigen Berufserfahrung mit konkreten Beispielen aufwarten.
Das Buch hatte auf mich eine unerwartet befreiende Wirkung. Ich habe zunächst meinen Augen nicht getraut, als ich wortwörtlich jene Aussagen wiederfand, die mich gebetsmühlenartig durch meine Kindheit und Jugend begleitet haben. Der Dämon hat nun tatsächlich einen Namen bekommen - und seine Macht verloren.
Julia Onken - Spiegelbilder
Männertypen - wie Frauen sie durchschauen und sich dabei selbst erkennen
Julia Onken gehört zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen; ich mag ihren Humor, ihre Art zu schreiben, die Einblicke in die menschliche Psyche, die sie einem verschafft, indem sie nicht mit Fallbeispielen spart. Sie ist definitiv eine kluge Frau mit viel Lebenserfahrung, die ich gerne einmal persönlich bei einem Vortrag sehen würde.
Dan Ariely - Denken hilft zwar, nützt aber nichts
Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen
Ein großartiges Buch, ich kann es nicht anders sagen. Mit Begeisterung für sein Metier und einem gesunden Sinn für Humor erläutert der Autor scheinbar nebenher, weshalb die freie Marktwirtschaft, wie sie gerne herbeizitiert wird, realiter keine freie Marktwirtschaft ist (dazu bräuchte es nämlich Konsumenten, die sich nicht manipulieren lassen, und Anbieter, die grundehrlich agieren), warum der Mensch im Zustand sexueller Erregung nicht mehr allzu zurechnungsfähig ist und noch einiges andere mehr, das von trockener Theorie Lichtjahre entfernt ist. En passant wirft er philosophische Fragen auf und zeigt auf, dass in unserem westlichen Gesellschaftssystem die Gefahr besteht, dass Marktnormen soziale Normen verschwinden lassen. Denkansätze zuhauf, dennoch findet Dan Ariely dankenswerterweise ohne erhobenen Zeigefinger das Auslangen, und bei der Lektüre kommt einem allmählich in den Sinn, dass Verhaltensökonomik möglicherweise eine der richtungsweisenden Wissenschaften des dritten Jahrtausends ist.
Hans Veigl (Hrsg.) - Wir sind so frei ...
Texte aus Kabarett und Kleinkunst zwischen Wiederaufbau und Wirtschaftswunder
Eine absolut lesenswerte Zusammenstellung klassisch gewordener Doppelconferencen und zeitlos aktueller Texte. Ein Wiedersehen mit Travnicek, dem Herrn Karl, dem gschupften Ferdl und vielen anderen österreichischen Originalen !
Rotraud A. Perner - Darüber spricht man nicht. Tabus in der Familie.
Das Schweigen durchbrechen
Dieses Buch liegt derzeit in einer aktualisierten Neuauflage vor, in welcher ohne Sensationsgier auch Bezug auf die extremen Ereignisse von Amstetten und den Fall Kampusch genommen wird; das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf jenen Familienkonstellationen, die nach außen hin intakt wirken und hinter deren Fassaden sich der Vorhof der Hölle ausbreitet, ohne dass jemals spektakuläre Prozesse und Reportagen folgen. Rotraud Perner deckt subtile und weniger subtile Machtmechanismen auf, zeigt, welche Art von Persönlichkeiten involviert sind und kann aufgrund ihrer langjährigen Berufserfahrung mit konkreten Beispielen aufwarten.
Das Buch hatte auf mich eine unerwartet befreiende Wirkung. Ich habe zunächst meinen Augen nicht getraut, als ich wortwörtlich jene Aussagen wiederfand, die mich gebetsmühlenartig durch meine Kindheit und Jugend begleitet haben. Der Dämon hat nun tatsächlich einen Namen bekommen - und seine Macht verloren.
Julia Onken - Spiegelbilder
Männertypen - wie Frauen sie durchschauen und sich dabei selbst erkennen
Julia Onken gehört zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen; ich mag ihren Humor, ihre Art zu schreiben, die Einblicke in die menschliche Psyche, die sie einem verschafft, indem sie nicht mit Fallbeispielen spart. Sie ist definitiv eine kluge Frau mit viel Lebenserfahrung, die ich gerne einmal persönlich bei einem Vortrag sehen würde.
Dan Ariely - Denken hilft zwar, nützt aber nichts
Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen
Ein großartiges Buch, ich kann es nicht anders sagen. Mit Begeisterung für sein Metier und einem gesunden Sinn für Humor erläutert der Autor scheinbar nebenher, weshalb die freie Marktwirtschaft, wie sie gerne herbeizitiert wird, realiter keine freie Marktwirtschaft ist (dazu bräuchte es nämlich Konsumenten, die sich nicht manipulieren lassen, und Anbieter, die grundehrlich agieren), warum der Mensch im Zustand sexueller Erregung nicht mehr allzu zurechnungsfähig ist und noch einiges andere mehr, das von trockener Theorie Lichtjahre entfernt ist. En passant wirft er philosophische Fragen auf und zeigt auf, dass in unserem westlichen Gesellschaftssystem die Gefahr besteht, dass Marktnormen soziale Normen verschwinden lassen. Denkansätze zuhauf, dennoch findet Dan Ariely dankenswerterweise ohne erhobenen Zeigefinger das Auslangen, und bei der Lektüre kommt einem allmählich in den Sinn, dass Verhaltensökonomik möglicherweise eine der richtungsweisenden Wissenschaften des dritten Jahrtausends ist.