Fast genau vor einem Jahr habe ich ein Buch entdeckt, welches mich zu einem Eintrag mit dem Titel "Eine Art Wendepunkt" veranlasst hat; die Kommentare haben noch einiges an weiteren Überlegungen aufgeworfen, und offensichtlich waren sie der Dünger für die vom erwähnten Buch gelegte Saat, denn irgendwann heuer im März hatte ich plötzlich das Gefühl, mich selber objektiv (das heißt ohne verinnerlichte, in früheren Jahren gehörte und durchwegs abwertende Einflüsterungen) wahrnehmen zu können. Die bereits in den Kommentaren erwähnte völlig gestörte Körperwahrnehmung war weg - optischer Eindruck beim Blick in den Spiegel, Kleidergröße und Gewicht begannen, eine Einheit zu bilden. Diese Erfahrung selber war ohne Übertreibung ein Meilenstein für mich, aber auch der daraus resultierende Entschluss schien und scheint mir völlig logisch und spürt sich an, als hätte ich nach Jahren des Herumirrens in einer unbekannten Gegend plötzlich den richtigen Weg gefunden, um von dort wegzukommen. Wer sich jemals in einem Wald verlaufen hat und nach einer Weile plötzlich einen Trampelpfad oder auch einen Wildwechsel gefunden hat, der ihn dann hinausführte, weiß, was ich meine.
Der Entschluss, den ich oben erwähnt habe, ist jener, abzunehmen. Nicht, weil ich nicht gewissen oktroyierten äußerlichen Normen entspreche, sondern weil der Körper, den ich im Spiegel sehe, wenn ich davorstehe, nicht der ist, der zu meinen Gedanken und Gefühlen, zu meinem ganzen Innenleben passt.
Bei dieser Entwicklung spielt aber auch eine gewisse Vergleichsmöglichkeit verschiedener Landesküchen - die ich vor meinem Umzug nicht hatte - eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die oberösterreichische Regionalküche ist, da ursprünglich auf schwer arbeitende Menschen ausgerichtet, alles andere als figurfreundlich und wahrscheinlich eine der üppigsten Küchen in Mitteleuropa überhaupt: Schweinefleisch, Schweinefleisch und nochmals Schweinefleisch in allen Variationen, dazu Erdäpfel, Knödel und fette Saucen, von den Nachspeisen gar nicht zu reden. Hier in Wien habe ich rasch Zugang zu Sushi, Sashimi und - wenn auch oft europäisierter - asiatischer Küche gefunden; aufgefallen ist mir dabei schnell, dass mir diese Art der Speisen sehr, sehr guttut. Da ich hier glücklicherweise auch meist die Zeit finde (bzw. sie mir nehme), meinen Körper zu beobachten und manches zu hinterfragen, hat sich irgendwann die Erkenntnis herauskristallisiert, dass ich mich nach dem Genuss asiatischer Speisen extrem wohlfühle und weder müde noch denkfaul werde, von Bauchschmerzen (die bei mir eigentlich schon beinahe normal waren) ganz zu schweigen. Es stellte sich die Frage nach den unterschiedlichen Qualitäten der verwendeten Nahrungsmittel, und die Antwort war verblüffend einfach. Auf den Punkt gebracht: Die asiatische Küche, egal, ob europäisiert oder nicht, kommt ohne Milchprodukte aus, und obwohl bei mir keine Laktoseintoleranz vorliegt, kann ich mittlerweile behaupten, dass meinem Körper die meisten Milchprodukte nicht zusagen. Was sich übrigens mit der Aussagen eines von mir geschätzten Allgemeinmediziners deckt, der einmal zu mir meinte, Milch sei durchaus kein unproblematisches Nahrungsmittel, sondern zunächst vor allem einmal eines: sehr schwer verdaulich. Meinen Beobachtungen nach macht eine Schlagobershaube auf dem Kaffee oder ein Butterbrot nichts aus, ebensowenig ein Becher Magerjoghurt oder auch ein wenig Käse, aber alles, was dazwischen liegt, verursacht ausgiebige Bauchschmerzen. Den letzten Beweis habe ich gestern geliefert bekommen, als ich zum Dessert ein paar Löffel vom selbstgemachten Pudding genommen (als erstes Milchprodukt am gestrigen Tag) und nach zwei Stunden mich für den Rest des Tages wie eine Melone gefühlt habe. Ich kann mich darüber hinaus auch des Verdachts nicht erwehren, dass sich Milchprodukte außerordentlich schnell und negativ auf mein Gewicht auswirken - weshalb auch immer.
So teste ich mich also vorsichtig den Weg entlang, beobachte, was ich esse und was das jeweilige Essen bei mir bewirkt, genieße meine Speisen ohne Hektik (in akuten Stresssituationen esse ich nicht mehr !) - und nehme dabei langsam, aber stetig ab. Vier Kilo sind es seit Ostern - nicht viel bei meiner Größe und meinem Gewicht, aber ein Erfolg, den ich der Tatsache verdanke, dass ich sehr genau darauf achte, ob ich echten Hunger habe oder Essen als Ersatzbefriedigung verlangt wird. Und wenn ich Hunger habe, dann versuche ich herauszufinden, worauf - und esse das dann auch tatsächlich. Es gibt da nämlich eine Falle, die ich als "um den Hunger herumessen" bezeichne, und die zum Beispiel so aussieht, dass mir nach einer Tasse Kaffee und einer Rippe Schokolade ist - und ich mir selber einrede, dass das so ja wohl nicht geht (Die Mischung ! Die Üppigkeit der Schoggi !) und stattdessen zum Kaffee Kekse esse. Viele Kekse, denn der Schokohunger verschwindet ja durch die Kekse nicht, und im Endeffekt habe ich dann Kekse und Schokolade gegessen. Kalorien zähle ich nicht (die Kalorienwerte gängiger Lebensmittel sind mir jedoch bekannt, ein Wissen, welches ich ergänzend anwende); ich baue rein auf mein Hunger- und Sättigungsgefühl auf und auf den Gusto nach bestimmten Nahrungsmitteln, wobei ich generell Fertigprodukte (auch bei Getränken) weitgehend meide, weil mir die meisten davon nicht (mehr) geheuer sind: Zu viele Inhaltsstoffe undefinierter Herkunft, schwammige Bezeichnungen und häufig massenhaft Kalorien, die seltsamerweise oft genug nicht wirklich sättigen.
Für Bewegung ist ebenfalls gesorgt, denn Herr Hund und ich ziehen unsere Kreise und darüber hinaus bin ich hier in der Stadt fast ausschließlich mit der U-Bahn und zu Fuß unterwegs. Eine Diät im landläufigen Sinn will ich mit Absicht nicht machen, denn den Yo-Yo-Effekt kenne ich besser, als mir lieb ist, sondern möchte weiterhin darauf achten, wie sich meine Lebensgewohnheiten im Bezug aufs Essen entwickeln, möchte weiter in mich hineinhorchen und beobachten, bei welchem Essen ich mich wohlfühle, um dauerhaft Gewicht zu verlieren und das erlangte Gewicht auch zu halten. Erstaunlich ist übrigens, wie wenig Lebensmittel im Einkaufskorb landen, wenn ich beim Einkaufen weglasse, was ich nicht vertrage, wessen Inhaltsstoffen ich misstraue und wessen Herkunft ich ablehne ...
Der Entschluss, den ich oben erwähnt habe, ist jener, abzunehmen. Nicht, weil ich nicht gewissen oktroyierten äußerlichen Normen entspreche, sondern weil der Körper, den ich im Spiegel sehe, wenn ich davorstehe, nicht der ist, der zu meinen Gedanken und Gefühlen, zu meinem ganzen Innenleben passt.
Bei dieser Entwicklung spielt aber auch eine gewisse Vergleichsmöglichkeit verschiedener Landesküchen - die ich vor meinem Umzug nicht hatte - eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die oberösterreichische Regionalküche ist, da ursprünglich auf schwer arbeitende Menschen ausgerichtet, alles andere als figurfreundlich und wahrscheinlich eine der üppigsten Küchen in Mitteleuropa überhaupt: Schweinefleisch, Schweinefleisch und nochmals Schweinefleisch in allen Variationen, dazu Erdäpfel, Knödel und fette Saucen, von den Nachspeisen gar nicht zu reden. Hier in Wien habe ich rasch Zugang zu Sushi, Sashimi und - wenn auch oft europäisierter - asiatischer Küche gefunden; aufgefallen ist mir dabei schnell, dass mir diese Art der Speisen sehr, sehr guttut. Da ich hier glücklicherweise auch meist die Zeit finde (bzw. sie mir nehme), meinen Körper zu beobachten und manches zu hinterfragen, hat sich irgendwann die Erkenntnis herauskristallisiert, dass ich mich nach dem Genuss asiatischer Speisen extrem wohlfühle und weder müde noch denkfaul werde, von Bauchschmerzen (die bei mir eigentlich schon beinahe normal waren) ganz zu schweigen. Es stellte sich die Frage nach den unterschiedlichen Qualitäten der verwendeten Nahrungsmittel, und die Antwort war verblüffend einfach. Auf den Punkt gebracht: Die asiatische Küche, egal, ob europäisiert oder nicht, kommt ohne Milchprodukte aus, und obwohl bei mir keine Laktoseintoleranz vorliegt, kann ich mittlerweile behaupten, dass meinem Körper die meisten Milchprodukte nicht zusagen. Was sich übrigens mit der Aussagen eines von mir geschätzten Allgemeinmediziners deckt, der einmal zu mir meinte, Milch sei durchaus kein unproblematisches Nahrungsmittel, sondern zunächst vor allem einmal eines: sehr schwer verdaulich. Meinen Beobachtungen nach macht eine Schlagobershaube auf dem Kaffee oder ein Butterbrot nichts aus, ebensowenig ein Becher Magerjoghurt oder auch ein wenig Käse, aber alles, was dazwischen liegt, verursacht ausgiebige Bauchschmerzen. Den letzten Beweis habe ich gestern geliefert bekommen, als ich zum Dessert ein paar Löffel vom selbstgemachten Pudding genommen (als erstes Milchprodukt am gestrigen Tag) und nach zwei Stunden mich für den Rest des Tages wie eine Melone gefühlt habe. Ich kann mich darüber hinaus auch des Verdachts nicht erwehren, dass sich Milchprodukte außerordentlich schnell und negativ auf mein Gewicht auswirken - weshalb auch immer.
So teste ich mich also vorsichtig den Weg entlang, beobachte, was ich esse und was das jeweilige Essen bei mir bewirkt, genieße meine Speisen ohne Hektik (in akuten Stresssituationen esse ich nicht mehr !) - und nehme dabei langsam, aber stetig ab. Vier Kilo sind es seit Ostern - nicht viel bei meiner Größe und meinem Gewicht, aber ein Erfolg, den ich der Tatsache verdanke, dass ich sehr genau darauf achte, ob ich echten Hunger habe oder Essen als Ersatzbefriedigung verlangt wird. Und wenn ich Hunger habe, dann versuche ich herauszufinden, worauf - und esse das dann auch tatsächlich. Es gibt da nämlich eine Falle, die ich als "um den Hunger herumessen" bezeichne, und die zum Beispiel so aussieht, dass mir nach einer Tasse Kaffee und einer Rippe Schokolade ist - und ich mir selber einrede, dass das so ja wohl nicht geht (Die Mischung ! Die Üppigkeit der Schoggi !) und stattdessen zum Kaffee Kekse esse. Viele Kekse, denn der Schokohunger verschwindet ja durch die Kekse nicht, und im Endeffekt habe ich dann Kekse und Schokolade gegessen. Kalorien zähle ich nicht (die Kalorienwerte gängiger Lebensmittel sind mir jedoch bekannt, ein Wissen, welches ich ergänzend anwende); ich baue rein auf mein Hunger- und Sättigungsgefühl auf und auf den Gusto nach bestimmten Nahrungsmitteln, wobei ich generell Fertigprodukte (auch bei Getränken) weitgehend meide, weil mir die meisten davon nicht (mehr) geheuer sind: Zu viele Inhaltsstoffe undefinierter Herkunft, schwammige Bezeichnungen und häufig massenhaft Kalorien, die seltsamerweise oft genug nicht wirklich sättigen.
Für Bewegung ist ebenfalls gesorgt, denn Herr Hund und ich ziehen unsere Kreise und darüber hinaus bin ich hier in der Stadt fast ausschließlich mit der U-Bahn und zu Fuß unterwegs. Eine Diät im landläufigen Sinn will ich mit Absicht nicht machen, denn den Yo-Yo-Effekt kenne ich besser, als mir lieb ist, sondern möchte weiterhin darauf achten, wie sich meine Lebensgewohnheiten im Bezug aufs Essen entwickeln, möchte weiter in mich hineinhorchen und beobachten, bei welchem Essen ich mich wohlfühle, um dauerhaft Gewicht zu verlieren und das erlangte Gewicht auch zu halten. Erstaunlich ist übrigens, wie wenig Lebensmittel im Einkaufskorb landen, wenn ich beim Einkaufen weglasse, was ich nicht vertrage, wessen Inhaltsstoffen ich misstraue und wessen Herkunft ich ablehne ...
walküre - am Samstag, 16. Mai 2009, 16:00 - Rubrik: Walküre reloaded
kaltmamsell (Gast) meinte am 16. Mai, 18:47:
Das liest sich sehr gut : Sich so zu ernähren, wie Sie es auf Dauer gerne tun. Das ist keine Diät (wie schon der große Philosoph Garfield bemerkte "mit t wie tot"), sondern eine Lebensweise. Die zu dem Äußeren passt, das zu Ihrer Selbstdefinition passt.
bartynova meinte am 18. Mai, 09:40:
:-) Liest sich gut :-)toitoitoi! von einer, die diese gefühlten Gedankengänge ansatzweise aus eigener Erfahrung nachvollziehen kann