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zwischen Pubertät und Altersstarrsinn

 
Vorgestern am Abend habe ich ungesalzenes Gemüse vom Grill mit einem Esslöffel Tsatsiki gegessen, dazu ein Stück Baguette und zwei kleine Grillwürstln mit wenig Fett.

Und gestern in der Früh wieder wie zuvor schon ein Kilo mehr auf den Rippen gehabt, wobei anzumerken ist, dass auch am restlichen Sonntag keinerlei kalorische Entgleisungen stattgefunden hatten. Im Schnitt dauert es dann zwei bis drei Tage, an denen ich Dinner Cancelling praktiziere, bis dieses Kilo wieder weg ist. Erklärung habe ich keine dafür.
testsiegerin meinte am 16. Jun, 13:06:
warum steigst du auch ständig auf die waage und machst auch dein seelisches wohlgefühl ständig von einem kilo mehr oder weniger abhängig?

ich halte das nicht für gesund. abnehmen - ok. aber wenn man dann überhaupt nichts mehr genießen kann, ohne ständig zu leiden, weil man einen kilo mehr hat als am vergangenen tag, dann geht das auch an die substanz.

ich glaub, einmal wöchentlich messen und wiegen wäre auch reichlich. und - wie schon gesagt - sport. 
walküre antwortete am 16. Jun, 14:13:
Ständig ? Ich steige einmal am Tag auf die Waage, und zwar in der Früh - und das ist scheint sehr sinnvoll, denn sonst käme nach einer Woche das böse Erwachen garantiert. Nicht auf die Waage zu gehen, hätte in meinem Fall für mich die kindliche Anmutung "Ich mach die Augen zu, dann siehst du mich nicht !".

Ich hatte seit meiner Kindheit eine völlig gestörte Körperwahrnehmung, versehen mit einem (anerzogenen) totalen Mangel an Gespür dafür, was mir an Essen gut tut und was nicht. Wenn ich anzumerken wagte, dass mir viele Milchprodukte Bauchschmerzen verursachen, wurde dies als Spinnerei abgetan, meine Sympathien für Knäckebrot (das mir bis heute sehr gut schmeckt) und andere fettarme Nahrungsmittel wurden extrem bösartig verspottet. Gegessen wurde, was auf den Tisch kam - und das war fett (auch Salat kann man in Öl ertränken !), oft auch süß und generell an Kalorien beinahe nicht zu überbieten. Nicht umsonst hat mein Vater trotz seiner Schlankheit seit vielen Jahren Herzprobleme, für die es zwar auch andere Ursachen gibt, zu denen die Küche meiner Mutter aber wesentlich beiträgt. Später dann hatte ich Partner, die erstens mit Vorliebe Hausmannskost aßen und zweitens davon nicht zunahmen. Im Gegensatz zu mir, die ich irgendwann zu Beginn des vierten Lebensjahrzehnts aufging wie ein Germknödel.

Ich bin jetzt dabei, für mich herauszufinden, was ich mag und was meinem Körper (i.e. mir) gut tut, und dabei hilft mir die Waage ganz enorm. Offensichtlich ist mein Stoffwechsel (aus welchen Gründen auch immer) mit jedem Abendessen jenseits eines Snacks stark überfordert, und dem habe ich Rechnung zu tragen, sofern es mir ernst ist damit, mein Ziel zu erreichen. Und es ist mir ernst !

Von leiden kann hier überhaupt keine Rede sein, denn ich kasteie mich nicht, hungere nicht und zähle auch nicht dauernd Kalorien (Dass ich mich über die Anzeige auf der Waage ärgere, wenn ich wider besseres Wissen am Abend zuvor eine reguläre Mahlzeit gegessen habe, möge man verstehen). Ganz im Gegenteil, ich genieße meine Mahlzeiten und die Freiheit, essen zu können, worauf ich Gusto habe - allerdings eben nicht am Abend. Tatsache ist allerdings, dass ich mittlerweile der Lebensmittelindustrie noch weniger über den Weg traue als zuvor.

PS: Bewegung = Herr Hund & ich = täglich etliche Kilometer in zügigem Tempo 
steppenhund antwortete am 16. Jun, 14:35:
Also mir hat mein Hausarzt genau dasselbe wie auch Testsiegerin gesagt. Einmal wöchentlich, immer zum selben Zeitpunkt.
Ich glaube, auch Weight Watchers halten das nicht anders. Es gibt Gewichtsveränderungen, die nicht vom Essen abhängen. 
walküre antwortete am 16. Jun, 14:41:
Warum nehme ich dann kontinuierlich in kleinen, stabilen Schritten (im Schnitt 15 dag pro Tag) und eher unabhängig von der Kalorienmenge ab, solange ich nicht regulär zu Abend esse (meinen Hormonhaushalt kann ich gut genug abschätzen, um zu wissen, wann mein Körper mehr Wasser speichert als sonst; diese vorübergehende Gewichtszunahme spürt sich allerdings auch anders an) ? Das ist die Frage, die mich in diesem Zusammenhang derzeit am meisten beschäftigt ! 
dus antwortete am 17. Jun, 20:26:
also, wenn jemand ein patentrezept hätte (ich hätte gern eins), dann wäre diese person reich (dann könnte ich mir ein schönes haus kaufen).

ein jeder und natürlich auch eine jede muss für sich herausfinden, wie der eigene körper tickt. wenn ich abends nicht esse, nehme ich auch eher ab. manche nehmen ab, wenn sie nichts warmes essen usw.

zu wenig essen bringt garnichts. das ist mehrfach und von vielen seiten bewiesen, egal welche "ich hab den trick" - ansatz.

ich hab für mich rausgefunden.
mittags reinhaun bis der arzt kommt und abends piano ist für mich optimal. so kann ich essen was ich will und bleibe wie ich bin. zumindest pauschal gesehen.

jetzt kommts aber: das abendessen hat ja oft auch was gesellschaftliches. man sieht den partner, familie oder freunde, wenn man freundschaften pflegt...und zusammen essen ist was schönes.

und und und...

hach 
walküre antwortete am 17. Jun, 22:57:
Hab ich ja schon früher mal angemerkt, dass der soziale Aspekt beim Abendessen nicht zu unterschätzen ist, aber ich denke, dass man da trotzdem die Kurve kriegen kann. Wo ein Wille, da auch ein Weg. :-)

PS: Mir fällt ja auch auf, dass ich mittags eigentlich essen kann, was ich will - sofern das Essen nicht in Fett schwimmt -, aber abends sich alles außer Obst rächt. Was mir aber grundsätzlich sehr zusagt, ist, dass ich mir endlich die Freiheit genommen habe, herauszufinden, wie mein Körper im Bezug auf Essen agiert und reagiert. 
pipistrella meinte am 16. Jun, 17:09:
ich kenn das, bzw. kannte das. ich mach ja jetzt hier mit:
www.ebalance.ch

da muss man 1x die woche immer montags das gewicht eintragen und alle vier wochen den bauchumfang messen (von wegen sport und muskeln und so).
ich wäge (wiege?) mich immer noch jeden tag und ich habe genau diese schwankungen, die du hier schreibst. gestern waren es z.B. 700g weniger als heute und morgen wird es wieder anders sein. bei mir gehts sogar so weit, dass ich in einer woche 1.4kg abnehme und in der nächsten 0.4kg zunehme, so dass nach 2 wochen eine differenz von -1kg bleibt. und so nehm ich langsam aber stetig ab.

was da wirklich hilft, ist das konsequente eintragen von dem, was ich gegessen habe. da seh ich nämlich, wo das gewicht her kommt. die kleinen sünden sind manchmal grösser als gedacht... und sie werden trotzdem gegessen, aber eingeplant. ganz einfach.
probiers, vielleicht hilft es dir auch.

ansonsten wirklich auch mein rat: nur 1x pro woche messen, immer am gleichen tag, dann ersparst du dir viel frust. 
walküre antwortete am 16. Jun, 17:28:
Nein, bei mir geht zumindest derzeit nur tägliches Wiegen, weil ich so sofort abschätzen kann, was Sache ist, und zwar in Verbindung mit dem Wissen über Menge und Konsistenz des Gegessenen.

Worum es mir hier konkret geht:
Vielleicht eine Antwort darauf zu erhalten, weshalb ich tagsüber eigentlich essen kann, was ich will (auf den Fettgehalt gebe ich allerdings ziemlich genau Acht), aber am Abend sogar sehr kalorienarme Mahlzeiten den 1kg+ - Effekt auslösen. 
pipistrella antwortete am 18. Jun, 14:23:
das habe ich lange bei mir auch gedacht. ich habe mal 20kg abgenommen, weil ich konsequent ab 17:00 uhr nichts mehr gegessen habe. und ich bin immer davon ausgegangen, dass ich wirklich hauptsächlich mit den abendmahlzeiten zunehme.
ich habe dann probiert, mit dieser taktik meine angefressenen kilos wieder los zu werden und bin kläglich gescheitert.
aber mit diesem ebalance-programm ess ich oft abends. wenn ich mittags nicht gegessen habe, kann es auch mal vorkommen, das ich am abend viel kohlenhydrate esse, was oft auch als nicht sehr empfehlenswert angesehen wird und ich nehme trotzdem ab, obwohl ich jeden abend esse. und das nicht wenig.
dein +/-1kg-effekt kann wirklich wasser sein, dass sich am einen tag hartnäckiger in deinem körper hält als an anderen tagen. da wäre aber eine entsprechende salz- und was weiss ich was noch für kontrollen nötig, um das genauer zu beobachten.

es gibt übrigens bei mir tage, wo ich viel weniger esse als an anderen tagen und trotzdem am nächsten tag schwerer bin. und im gegenzug habe ich tage, an denen ich tagsüber nur wenig esse, weil ich am abend irgendwo auswärts eingeladen bin und dann entsprechend zuschlage, wo ich dann erwarte, dass sich das am nächsten tag auf der waage zeigt, aber die macht dann meist keinen wank oder eben dann erst am übernächsten tag.

ich glaube einfach nicht, dass du das 1:1 umsetzen kannst von was am abend gegessen zu was am nächsten morgen wiegen. 
walküre antwortete am 18. Jun, 21:15:
Darauf, dass ich am Abend besser nichts oder nur wenig essen sollte, bin ich ja überhaupt nicht aus diätetischen Gründen gekommen, sondern weil ich fast jede Nacht mit vorgehendem Abendessen (auch wenn ein paar Stunden bis zum Schlafengehen vergangen waren und das Essen wenig und leicht gewesen war) irrsinnig schlecht geschlafen habe und schlimmstenfalls aufgewacht bin, weil ich das Gefühl hatte, mein Magen sei ein einziger großer Klumpen, der sich ungefähr in Höhe der Rachenmandeln befindet. Deswegen habe ich weitgehend aufgehört, zu Abend zu essen, und hab dann erst bemerkt, dass sich dies sehr wohl auf mein Gewicht auswirkt.

Ich schlafe jetzt sehr viel besser UND nehme dabei ab - braucht es noch mehr Gründe, um mit dieser Lebensweise weiterzumachen ?

PS: Wie meinst du das, wenn du einerseits schreibst, du hast mit dieser Methode 20 kg abgenommen, aber andererseits im nächsten Satz bemerkst, dies habe nicht funktioniert ? 
pipistrella antwortete am 19. Jun, 10:11:
die 20kg habe ich vor ein paar jahren damit abgenommen, wo ich die 40 noch nicht überschritten habe.
dazwischen habe ich mir die ganzen kilos wieder angefuttert und habs dann ein weiteres mal versucht.
sei es, weil ich weniger bewegung habe oder einfach weil ab 40 der körper noch träger auf allfällige kilo-weg-versuche reagiert, zumindest hat es überhaupt nichts gefruchtet. alles, was es gebracht hat, ist, dass ich nicht noch mehr zugenommen habe. 
walküre antwortete am 19. Jun, 11:05:
Naja, viele Menschen wären schon froh, wenigstens nicht weiter zuzunehmen ... :-)

Was die Bewegung anbelangt, habe ich davon jetzt viel mehr als beispielsweise vor zehn Jahren; damals, mit einem kleinen Kind, ständig auf ein Auto angewiesen und unter traurigen privaten Umständen war ich froh, wenn ich ein paar Minuten irgendwo sitzen und meine Ruhe haben konnte - heute brauche ich kein Auto mehr, bin fast ausschließlich per U-Bahn und zu Fuß unterwegs, gehe lange Strecken einfach aus Freude am Gehen mit Herrn Hund. Man sagt ja immer, Gartenarbeit sei auch eine Art Fitnesstraining, ich aber muss sagen, dass für mich der große Garten auf weiten Strecken eher freudlose Sysiphusarbeit war (Mein damaliges familiäres Umfeld hat erwartet, dass der Garten picobello ist, bei der Erreichung dieses Zustandes hat mir allerdings niemand außer mit verzichtbaren Ratschlägen geholfen.), die mich gefühlterweise ans Haus gekettet hat. Abgenommen habe ich dabei zu keinem Zeitpunkt. Ich brauche immer wieder neue Impulse, muss weg können, wenn mir danach ist - dann geht es mir gut, aber das nur am Rande und im Hinblick auf die Bewegungsfrage bemerkt. 
die frogg (Gast) meinte am 17. Jun, 22:22:
Ich verhalte mich waagemässig...
sehr ähnlich wie Sie, um mein Gewicht zu halten. Ich kann bestätigen, dass man dabei nicht übertrieben leidet (oder nur selten). Leider hilft es auch nur bedingt: In den letzten Jahren habe ich nun trotzdem etwas Speck angesetzt.

Was Ihr eines Kilo betrifft: Vielleicht trennt sich der Körper - ganz anders als sie - ja nur ungern von seinen Kilos und versucht sie schnurstracks wieder anzuhängen, wenn er eine Chance bekommt ;) 
walküre antwortete am 17. Jun, 23:00:
Naja, dass sich der Körper nicht von einem Tag auf den anderen umstellt, ist eigentlich logisch, denn sonst würde nach meinem Verständnis der menschliche Stoffwechsel bei jeder kleinen Abweichung von den Gewohnheiten entgleisen. Was zur Routine geworden ist, braucht halt seine Zeit, wenn es um Änderungen geht. 
 

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