Am Morgen waren die Kopfschmerzen zwar weg, der Ärger nagte aber immer noch recht deutlich an meiner Seele. In solchen Fällen hilft, dem Lockruf der Innenstadt zu folgen, die mir stets schon allein durch ihre schönen alten Bauwerke freundlich gütigen Trost gewährt. Eine Kleinigkeit zu tun gibt es auch immer (Ich erledige niemals restlos, was im Zentrum zu machen oder besorgen wäre, schließlich brauche ich für fast alles, was ich tue, einen greifbaren Grund. Jungfrau halt.), also hab ich mich auf den Weg in die Stadt gemacht.
- Flip-Flops machen optisch (Dieser watschelnde Gang !!!) und akustisch gleichermaßen auch die hübschesten Sommerkleider an den hübschesten Frauen zunichte. Von High-Heels über Pumps über Sandalen über Sabots bis zu Mules geht zu luftigen Outfits alles - außer Flip-Flops.
- Viele amerikanische Touristenehepaare scheinen panische Angst vor österreichischem Kaffee zu haben, zumindest scheint es so, wenn man sich bei den St*rbucks-Filialen umsieht. Vielleicht halten sie ja Koffein für eine äußerst gefährliche Substanz, was auch eine Erklärung für die Beschaffenheit der dortigen Produkte wäre.
- Meine Verliebtheit in eine Jaeger-leCoultre in der Auslage vom Haban beruht leider nicht auf Gegenseitigkeit, weil sich bei der Uhr keine Preisangabe fand. Aus gutem Grund, wie ich annehme.
- Die neue Nespresso-Boutique am Graben wird meiner Ansicht nach floppen. Weshalb ? Möchte man Kaffee kaufen, muss man in die erste Etage gehen - nichts ist verheerender, als kaufwillige Kundschaft abzubremsen und in ein anderes Stockwerk umzudirigieren. Was macht man, wenn man mit einem Kinderwagen unterwegs ist oder sich mit dem Treppensteigen schwertut oder auch nur ziemlich beladen ist ? Eine witzige Alternative wäre zweifellos ein Paternoster gewesen, aber eine normale Treppe ist in diesem Kontext reizlos.
- Das kleine Café beim Meinl am Graben ist ein herrlicher Platz, um Leute zu beobachten, und ein angenehmer, kühlender Luftzug ist dort ebenfalls vorhanden.
- Bei allen Innenstadtjuwelieren und Banken finden sich Securityleute - bei den Juwelieren drinnen beim Eingang, bei den Banken draußen. Polizeibeamte sind ebenfalls unterwegs, wobei diese derzeit mehr als Anlaufstelle für suchenden Touristen dienen. Mich störts nicht, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass alleine schon die sichtbare Präsenz von Sicherheitspersonal viele potentielle Schurken von irgendwelchen Schandtaten abhält.
- Villeroy & Boch hat ein Service mit einem neuen Design auf den Markt gebracht, welches sich "Green Garland" nennt und mir außerordentlich gut gefällt. Ein Kauf kommt allerdings nicht in Frage, weil es zu unserer Wohnung nicht passen würde (und wir außerdem erst vor wenigen Jahren neues Geschirr gekauft haben). Schön anzusehen ist es trotzdem !
- Wenn mir in der Auslage eines Juweliers Ohrringe sehr, SEHR gut gefallen, kann ich davon ausgehen, dass es sich um die teuersten Stücke in selbiger handelt.
- Sonne, Wärme, strahlend blauer Himmel, schöne Häuser, wunderbare Parkanlagen. Was war es schnell nochmal, worüber ich mich noch heute früh so sehr geärgert habe ? ;-)
walküre - am Mittwoch, 22. Juli 2009, 14:11 - Rubrik: Wien, wie ich es liebe
kaltmamsell (Gast) meinte am 23. Jul, 06:47:
Schön, dass Ihre Kopfschmerzen sich verzogen haben!Der Nespressoladen gegenüber der Münchner Staatsoper verkauft die Kaffeekapseln im tiefen Untergeschoß, nur erreichbar über eine Treppe. Dennoch ist an Feierabend und Samstagen dort kein Durchkommen vor lauter Leuten - ich schätze, es gibt inzwischen so viele Kapselnutzer, dass Nestlé sich auf die ästhetisch zur Einrichtung und zu George Clooney passende (ohne Kinderwagen oder viele Tüten) konzentrieren kann.
walküre antwortete am 23. Jul, 12:36:
Die Nespresso-Boutique in der Nähe der Ringstraßenpassage, die schon länger besteht, hat vom Aufbau her ein gänzlich anderes Konzept, das auf mich viel einladender wirkt; es gibt zwei Eingänge und etliche Verkaufstheken und die ganze Anordnung ist der Spannung halber nicht auf den ersten Blick überschaubar, aber dennoch angenehm gestaltet. Wobei ich der Ansicht bin, dass Tiefparterre oder Keller noch eher geht als 1. Stock. Ich schließe einsteilen Wetten mit mir selber ab und schaue, wer recht hat - jener Teil, der den Konsumenten und sein Verhalten für das Maß aller Dinge in der Gestaltung eines Verkaufsraumes hält, oder jener, der Ihre Einschätzung teilt.
la-mamma meinte am 23. Jul, 09:24:
ad punkt 3
in palm beach steht(stand) angeblich in einer der nobleren auslagen (die dort generell ohne preisangaben auskommen) ein ganz kleines schild:"if you have to ask, you can´t buy!"
so viel zu dem;-)
catebanshee antwortete am 23. Jul, 11:39:
das ist mehr so ein generelles gesetz in der gehobenen preisklasse: "Wenn Sie nach dem Preis fragen müssen, können Sie es sich nicht leisten!" ... hachja, mir gehts aber auch MIT Preis viel zu oft so. Grade bei den schönen Sachen, die Mont Blanc regelmäßig in der Auslage stehen hat ...
walküre antwortete am 23. Jul, 12:28:
Es könnt sich hiebei um eine grobe Fehleinschätzung seitens der Verkäufer handeln; es geht nämlich nicht immer darum, ob man sich etwas leisten kann, sondern ob einem das jeweilige Objekt der Begierde den verlangten Preis wert ist. Bei mir verhält sichs zumindest so, denn ich brauch keine Statussymbole, sondern umgebe mich gerne mit Dingen, die ich schön finde und die zu mir passen, was aber nicht bedeutet, dass ich bereit bin, jeden Preis zu zahlen. Statussymbole ohne Rücksicht auf Verluste sind nämlich was für Leute mit wenig Selbstwertgefühl.
bartynova meinte am 30. Jul, 09:31:
ad 4.
... es gibt zumindest einen Fahrstuhl...Aber ich stimme zu: am Anfang gefragt zu werden, wie man denn helfen könne, um dann ins 1. OG umgeleitet zu werden - das wirkte auch auf mich ungeschickt.
Mir persönlich war es im 1. OG dann auch eine Spur zu schnöselig, sodass ich wenig Lust verspürte, auf den Kaffee zu bleiben, der mir nach meinem Einkauf angeboten wurde.
walküre antwortete am 3. Aug, 16:06:
Mich spricht die Boutique in der Nähe der Ringstraßengalerien optisch viel mehr an, die Struktur und die Anordnung kommt meinem persönlichen Empfinden sehr viel näher als jene am Graben. Den Lift hab ich überhaupt nicht gesehen ... ungeschickt, weil wenn schon Lift, dann kann er - wie gesagt - ruhig auffallen.