Walküres Fluch beginnt sich auszubreiten, und zwar auf die Friseurbranche. Heute früh wurde mir beschieden, dass mein überaus geschätzter Friseur nicht mehr aus dem Urlaub zurückgekommen ist. Nein, nicht aufgrund seines plötzlichen Hinscheidens, sondern weil er andere berufliche Pläne hegt.
Diese Nachricht passt haargenau zum Rest meiner heutigen Befindlichkeit, die sich schon seit Tagen aufgebaut hat. Nachts kann ich kaum schlafen, dafür bin ich in Versuchung, am frühen Nachmittag in komatösen Schlaf zu verfallen und nach drei Stunden taufrisch wieder aufzutauchen; das Körpergefühl ist derzeit unter jeder Diskussion (Seit ungefähr einer Woche bin ich jeweils nur relativ kurz mit Herrn Hund unterwegs gewesen, weil er krank war, weshalb mir wahrscheinlich auch ein Teil der gewohnten Bewegung fehlt.) und der seelische Zustand könnte auch deutlich besser sein. Obwohl ich beschlossen habe, erst einmal die weitere Entwicklung abzuwarten, geht mir nämlich diese Geschichte wohl auch mehr an die Nieren als ich zunächst gedacht habe. Ach ja, einen Brief gibt es da auch noch, über den ich mich sehr geärgert habe und dessen Essenz schon vor vielen Jahren abzusehen war. Aber manchmal hätte man doch eher lieber nicht recht mit seiner Einschätzung.
Gefühlter Zustand: Löwenkäfig.
(Wobei der eingesperrte Löwe ich bin.)
Diese Nachricht passt haargenau zum Rest meiner heutigen Befindlichkeit, die sich schon seit Tagen aufgebaut hat. Nachts kann ich kaum schlafen, dafür bin ich in Versuchung, am frühen Nachmittag in komatösen Schlaf zu verfallen und nach drei Stunden taufrisch wieder aufzutauchen; das Körpergefühl ist derzeit unter jeder Diskussion (Seit ungefähr einer Woche bin ich jeweils nur relativ kurz mit Herrn Hund unterwegs gewesen, weil er krank war, weshalb mir wahrscheinlich auch ein Teil der gewohnten Bewegung fehlt.) und der seelische Zustand könnte auch deutlich besser sein. Obwohl ich beschlossen habe, erst einmal die weitere Entwicklung abzuwarten, geht mir nämlich diese Geschichte wohl auch mehr an die Nieren als ich zunächst gedacht habe. Ach ja, einen Brief gibt es da auch noch, über den ich mich sehr geärgert habe und dessen Essenz schon vor vielen Jahren abzusehen war. Aber manchmal hätte man doch eher lieber nicht recht mit seiner Einschätzung.
Gefühlter Zustand: Löwenkäfig.
(Wobei der eingesperrte Löwe ich bin.)
walküre - am Freitag, 7. August 2009, 11:10 - Rubrik: Befindlichkeiten
steppenhund meinte am 7. Aug, 13:10:
Das mit dem Fluch kann auch andere Auswirkungen haben. Sollte ich mir je ein Fussballmatch ansehen, verliert die Mannschaft zu der ich halte. Sehe ich einem Autorennen zu, scheidet mein Favorit aus.Das hilft mir allerdings, meinen Fernsehkonsum einzuschränken:)
Das mit dem gefühlten Löwenkönig kann ich mir vorstellen, nachdem wir uns einmal persönlich begegnet sind.
Ich schreibe noch einen zweiten Kommentar, der gerne gelöscht werden sollte, wenn er zu intim und übergrifflich erscheint. (Die Emailadresse ist mir leider zur Zeit nicht zugänglich.)
walküre antwortete am 7. Aug, 19:15:
Ich denke überhaupt nicht daran, den Kommentar zu löschen.
steppenhund meinte am 7. Aug, 13:26:
Löschbarer Kommentar
Liebe Walküre,ich verfolge das Blog ja recht regelmäßig und lese auch die Kommentare, die anderswo verfasst werden. Mir fällt dabei auf, dass die Texte fast so wirken, als wären sie von zwei verschiedenen Personen geschrieben. Es gibt die geistreichen, "darüber stehenden" Kommentare, die auch von Belesenheit und Übersicht zeugen. Dann gibt es die Berichte über die familiären Begrenzungen, die so tiefe Verankerungen haben, dass es scheint, dass es besonderer Energie bedarf, um die Fesseln abzuwerfen. Fast scheint es mir, dass der Unterschied zwischen Theorie und Praxis übermächtig wird. Manche Situationen, unter denen man selber leidet, sind vollkommen beherrschbar, wenn die Situation von außen her betrachtet werden kann. Ist man selbst Partei, gibt es immer ein Wenn und Aber.
Ich kenne eine Frau, die bis zu ihrem 55. Lebensjahr an ihre Mutter praktisch gekettet war. Wohnhaft im gleichen Haus, urlaubsbeschränkt, wegfahrensbeschränkt, unfrei und auch unglücklich, weil sie fühlte, dass sie nicht voll aus sich herausleben konnte. (Damit spreche ich absolut nichts von Selbstfindung oder Selbsterkenntnis an. Das ginge in den Bereich Sitzkreis.)
Jetzt mit 63 oder 65, das genaue Alter kenne ich nicht, steckt sie mit ihrer Aktivität und ihrem Lebensempfinden ihre Umwelt an. Sie spielt Theater, sowohl Amateur als auch professionell, und wirkt absolut selbstsicher.
Aus den Berichten über die familiäre Einbettung spricht zu mir ein absolutes Gekettetsein. Das hat sich vermutlich über Jahre eher verstärkt als geschwächt.
Ich halte es für eine sehr wichtige Aufgabe, diese Verkettung (eine etwas andere Darstellung) aufzulösen, vor allem noch zu Lebzeiten der Eltern.
Vielleicht erscheint das grausam, doch noch grausamer wäre es, das nicht zu tun. Die Verstrickungen mit den eigenen Eltern pflanzen sich nämlich in den Kindern fort, vielleicht so subtil, dass es zuerst gar nicht bemerkt werden kann. Frustrationen werden aber auch weitergegeben, wenn man versucht, durch Kompensation dagegen anzukämpfen. Kinder merken das auch. Ich glaube, sie werden auch unglücklich, wenn sie feststellen müssen, dass etwas, was als schlecht gesehen wird, nicht ausgeräumt werden kann.
In dem Sinn schließe ich mit dem abgewandelten Zitat von Obama: "yes, I can!" Das sollten Sie sich immer wieder wie ein Mantra vorsagen - und dann das machen, was richtig ist. Das, was Sie im Grunde ihres Herzens schon immer als richtig empfunden hätten.
Vielleicht passt auch dieser Link dazu:
http://gaga.twoday.net/stories/5858271/
walküre antwortete am 7. Aug, 19:42:
Danke für diesen einfühlsamen Kommentar, der sehr viel Wahrheit enthält.Tatsache ist, dass es schwierig ist, sich aus dem Gewirr erlittener Verletzungen und Kränkungen zu befreien, vor allem, wenn man während des Großteils der eigenen Kindheit nichts anderes gekannt hat. Die Geschehnisse aufzuarbeiten, indem ich sie aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten versuche und sie (teils auch hier im Blog) aus dem Dunkel des familiären Geheimnisses ans Licht der Öffentlichkeit bringe, um sie in Relation zu den Erlebnissen anderer Menschen zu setzen, ist ein schweres Stück Arbeit, das aber jede Mühe wert ist. Den größten Teil dieser Arbeit habe ich bereits hinter mir, wobei mir einige Bücher besonders dabei geholfen haben, den Mut aufzubringen, familiäre Tabus zu brechen, die bekanntlich nur existieren können, wenn alle schweigen. Ich habe irgendwann beschlossen, nicht mehr zu schweigen, und es ist genau dieser Punkt, der auch in deinem Link angesprochen wird (und der zu recht eine Quintessenz vieler Märchen und Sagen darstellt), welcher den Unterschied bewirkt: Nenn den Dämonen bei seinem Namen, und er verliert augenblicklich seine Macht. Ich habe mich auch dank Alice Miller von diesem unsäglichen "Du sollst Vater und Mutter ehren" befreit. Nicht, dass ich Rachegedanken hege, aber dankbar muss ich wohl auch nicht sein für das, was mich zu einem hilflos den Eltern ausgelieferten Kind mit verwundeter Seele gemacht hat. Verständnis allerdings brauche ich von meinen Eltern nicht erwarten - was immer ich sagen würde, es würde wie seit jeher als "Spinnerei" abgetan werden, aber auch und vor allem ich muss nicht versuchen, sie zu verstehen, um ihr Verhalten zu erklären und vielleicht sogar zu entschuldigen. Damit kann ich aber dennoch leben, denn wie sagt Frau Miller so schön ? "Weshalb sollte ein Mensch für einen Menschen Verständnis aufbringen, der nicht bereit ist, sich selber zu verstehen und sein eigenes Verhalten zu hinterfragen ?" Genau so ist es. Hier habe ich mein eigenes Leben, gehe den Weg, den ich wahrscheinlich schon viel früher hätte gehen sollen, zu dem mir aber so viele Jahre lang der Mut gefehlt hat. Ich habe gelernt, die Probleme dort zu lassen, wo sie sind - bei meinen Eltern. Mittlerweile sind die Enttäuschung über vertane Chancen und die Wut über das mir Zugefügte weitgehend einer Art Mitleid gewichen, das jedoch kein schlechtes Gewissen meinerseits mit sich bringt. Mir kommen meine Eltern vor wie Menschen, die sich darüber beklagen, dass in ihrem Garten nichts wächst - und dabei ignorieren, dass sie selber den Garten zubetoniert haben.
Was meine Tochter anbelangt, haben wir im Bezug auf meine Eltern längst Klarheit geschaffen, denn sie hat - ausgestattet mit einem ziemlich guten Gespür für Menschen - recht früh erkannt, dass bei meinen Eltern generell einiges sich in Schieflage befindet, zumal meine Mutter sie recht früh genauso behandelt hat wie mich, was ich - erfolglos - zur Sprache brachte und nach dem Scheitern dieses Versuches durch eine Änderung der Kontaktmodalitäten verhindert habe.
Wie auch immer - aus den Ketten sind schlimmstenfalls Wollfäden geworden.
Übrigens bezieht sich der oben erwähnte Brief nicht auf diese familiären Bindungen, sondern auf jemanden aus meinem früheren nahen Umfeld. Die Situation ist ungefähr vergleichbar jener, die ich hier schon einmal vor ein paar Jahren erwähnt habe (ich mag grad nicht suchen) und in der es darum ging, dass ich mich damals sehr gefreut habe, als eines Tages ein Brief eines Schulfreundes im Postkasten lag - und nach den ersten paar Zeilen feststellen musste, dass es sich um einen dreisten (Serien-)Schnorrerbrief handelte.
PS: Yes, I can ! ;-)