Heute hat sich mein gestern gewonnener Eindruck verstärkt. Seit dem vergangenen Wochenende sind viele Menschen wieder aus dem Urlaub zurück; im Gegensatz zum Sinn und Zweck einer Erholungsreise sind die meisten von ihnen jedoch missgelaunt und tendenziell aggressiv. Heute habe ich als Krönung ein Paar gehört und gesehen, das sich auf offener Straße lautstark gestritten hat, aber diejenigen Passanten, die einen mit nach unten gezogenen Mundwinkeln über den Haufen rennen und die Autofahrer, die mehr hupen als fahren, reichen auch.
Wir leben in einer Gesellschaft, in welcher sich Menschen frei bewegen können; auch beruflich ist für uns Mitteleuropäer eine Existenzgründung an einem beliebigen Ort durchaus möglich. Weshalb sind dann trotz der Freiheit, nach den eigenen Vorstellungen zu leben, soviele Menschen dermaßen unzufrieden mit ihrem Alltag, dass sie die Urlaubszeit mit unrealistischen Erwartungen völlig überfrachten und naturgemäß bei der Umsetzung scheitern ?
Wir leben in einer Gesellschaft, in welcher sich Menschen frei bewegen können; auch beruflich ist für uns Mitteleuropäer eine Existenzgründung an einem beliebigen Ort durchaus möglich. Weshalb sind dann trotz der Freiheit, nach den eigenen Vorstellungen zu leben, soviele Menschen dermaßen unzufrieden mit ihrem Alltag, dass sie die Urlaubszeit mit unrealistischen Erwartungen völlig überfrachten und naturgemäß bei der Umsetzung scheitern ?
walküre - am Dienstag, 25. August 2009, 14:27 - Rubrik: Gesellschaft
david ramirer meinte am 25. Aug, 16:27:
der grund für den häufigen missmut nach den urlauben liegt nicht in überzogenen und enttäuschten erwartungen bezüglich der urlaubsgestaltung als vielmehr darin, dass der partner bei berufstätigen paaren da für zwei- bis drei wochen näher kommt als im alltag. da entbrennen oft streitereien und statistisch geschehen die meisten trennungen nach der urlaubszeit.die freiheit in unserer gesellschaft ist eine tatsächliche: aber zur tat gehört die bewusstheit der freiheit. es sind die eigenen ketten, die binden.
walküre antwortete am 26. Aug, 14:24:
Ein wahres Wort, dein Abschlussatz.Und eine Partnerschaft kann man nur täglich bewusst aufs Neue leben, statt alles Versäumte auf drei Wochen im Jahr zu konzentrieren ...
tilak meinte am 25. Aug, 16:51:
@walküre
ich glaube, dass die Menschen nicht nur einfach mit ihrem Alltag unzufrieden sind, sondern zum größtenteil auch mit sich selbst, da fängt das Übel an: wenn ich mit mir unzufrieden bin, dann lass ich mir von anderen (Partner, Chef, Eltern, Kinder, etc) viel zu viel "dreinreden" und das verstärkt die Unzufriedenheit mit sich selbst und natürlich auch mit dem eigenen Alltag.Die Kunst ist, aus möglichst jeder Situation das beste zu machen und das gelingt am Besten, wenn man in sich ruht (eigene Erfahrung!)
walküre antwortete am 26. Aug, 14:24:
Deine Antwort ist genauso wahr wie Davids Kommentar ...
diefrogg meinte am 25. Aug, 18:11:
Dieselbe Erfahrung...
mache ich dieser Tage auch. Die Leute sind im Moment fast so aggressiv wie die Wespen, die bei einem beim Obstessen draussen zur Zeit so gerne anfallen. Woran es liegt, ist mir allerdings schleierhaft. Vielleicht bewirkt die in den Ferien getankte Energie, dass sie sich auf jedes vermeintliche Hindernis mit viel mehr Wut stürzen. Und vielleicht haben sie Stress, weil sie die Pendenzenberge im Büro abbauen müssen.
walküre antwortete am 26. Aug, 14:27:
Auch Sie, Frau Frogg, dürften mit Ihrer Vermutung bezüglich des Frustpotentials liegengebliebener Arbeit Recht haben, zumal beispielsweise Urlaubsvertretungen mangels Vertrautheit mit den Erfordernissen oft nur das Notwendigste erledigen.
testsiegerin meinte am 26. Aug, 16:47:
Frauen sollten mit ihren Freundinnen auf Urlaub fahren und nicht mit ihren Männern. Männer, die alltagstauglich sind, sind oft nicht urlaubstauglich. Männer, die urlaubstauglich sind, sind oft nicht alltagstauglich ;-)