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Ich wette, da geht noch was.

 
Grundsätzlich stehe ich der direkten Demokratie positiv gegenüber - das ist die eine Seite, deretwegen ich mich auch über die Idee der aktuell anstehenden Wiener Volksbefragung freue. Die andere Seite allerdings ist jene, dass auf mich die Fragestellungen sehr wenig aussagekräftig wirken, vom manipulativen Charakter ganz zu schweigen, weshalb mir eine Meinungsbildung eher schwer fällt - und die Entscheidung für "Ja" oder "Nein" erst recht.
  1. Bei den Hausbesorgern bin ich mir relativ sicher, weswegen ich für die Einstellung dieser dienstbaren Geister bin, zumal ich bei den Häusern in unserem Grätzl, in welchen Hausbesorger am Werk sind, sehe, wie positiv sich diese auswirken: Die Schneeräumung funktioniert perfekt, die Gärten sind immer in Ordnung, es liegt wenig bis gar kein Müll auf den angrenzenden Gehwegen und generell machen die Areale einen sehr gepflegten Eindruck. Interessieren würde mich allerdings, warum die Möglichkeit der Anstellung von Hausbesorgern überhaupt abgeschafft wurde ...
  2. Bei der Ganztagsschule kriege ich massive Magenschmerzen. Ja doch, ich bin grundsätzlich dafür, fürchte aber, dass eine Einführung in Österreich eine typisch unausgegorene Hudelei wird, die voll zu Lasten der Kinder geht. Wenn Ganztagsschule, dann so, wie sie hier beschrieben wird ! Dieses Vorbild wird sich allerdings bei uns schon alleine aus Kostengründen nicht durchsetzen, weil Kinder nun einmal hierzulande über keine Lobby verfügen.
  3. Die Citymaut stelle ich in Frage. Wien (1,7 Millionen Einwohner) ist nicht London (fast 3 Millionen EW) und nicht Stockholm (ca. 800.000 EW) und verfügt über ein sehr gutes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln. In der Innenstadt finden sich viele Fußgängerzonen, und meinen Beobachtungen nach hält sich im 1. Bezirk der Verkehr ohnehin in Grenzen. Wie sieht die Lage eigentlich im Falle der Einführung der Citymaut für die Innenstadtbewohner aus ? Werden diese ebenfalls zur Kasse gebeten ? Auf welches Gebiet erstreckt sich der geplante Bereich der Citymaut ? Gibt es an dessen Grenzen genug Parkfläche, um Autos aufzunehmen ? Und wie sieht die Lage dann für Taxifahrer aus ?
  4. Dafür, dass die U-Bahn auch nachts verkehrt, bin ich. Allerdings mit Vorbehalt, denn dieses Vorhaben hat nur Sinn, wenn gleichzeitig verstärkte Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt werden. Von solchen ist aber bei der Fragestellung keine Rede ...
  5. Der verpflichtende Hundeführerschein für Kampfhunde ist schlichtweg ein Reizthema für mich: Wenn schon Hundeführerschein, dann in ganz Österreich einheitlich und für alle Hundehalter. Weshalb ? Vier der liebenswertesten Hunde, zu denen wir derzeit Kontakt haben, sind ein Rottweiler und drei Amstaff- bzw. Pitbullmischlinge, die alle unter die neue Verordnung fallen würden. Überflüssig zu erwähnen, dass die Besitzer/innen dieser Tiere sehr sozial verträgliche Menschen sind, wohingegen speziell kleine Hunde sehr problematisch werden können, wenn ihnen deren Halter mangels eigenen Verantwortungsbewusstseins keine Erziehung angedeihen lassen. Der einzige Hund, der mich jemals gebissen hat, war übrigens ein Zwergpudel. Und natürlich werde ich den Hundeführerschein für sogenannte Kampfhunde ablehnen.
testsiegerin meinte am 5. Feb, 13:08:
ad 5)
ich glaub dir das gern, mit den liebenswerten hunden.
aber das hier glaub ich halt auch:
http://oesterreich.orf.at/noe/stories/420998/ 
mundi (Gast) meinte am 6. Feb, 00:54:
"ein guter Hausbesorger kann durch nichts ersetzt werden"
Warum die Hausbesorger abgeschafft wurden? Ganz einfach, weil das HBG von seinerzeitigen „Roten“ geschaffen wurde und der Herr welcher eigentlich als 3. in Opposition zu gehen versprach, zusammen mit den „Blauen“ doch die Macht an sich gerissen und als ersten Streich das HBG abgeschafft hat. Nicht um dem Mieterwunsch zu entsprechen sondern einfach deswegen um etwas zu zerstören, was die „Roten“ geschaffen haben. Der klare Auftrag seitens des Volkes war die Gesetzes- Novellierung, anpassen an das 21. Jahrhundert. Da gab es doch so einen netten Herren B. der das Wirtschaftsresort leitete, dieser hatte schlichtweg die Unterschriften des Volkes nicht anerkannt, in dem das Volk für HB ihre Unterschriften geleistet haben.

Anderseits wusste man über das Hausbesorgerwesen überhaupt nichts und glaubte dies sei ein Kinderspiel. Nun zeigt sich, dass diese Hausbesorger- Institution wesentlich komplexere Formen hat als angenommen. Bis heute hat kann man den HB nicht annähernd ersetzen. Viele Ersätze sind notwendig wie, Waste Watchers, Nigth Watchers, Ordnungsberater, Notdienste, Videoüberwachungen, Security-Trupps, Wohnpartner uv. Was noch kommen wird müssen.

Fakt ist, ein guter Hausbesorger kann durch nichts ersetzt werden und ist für die Kommune immer noch die billigste Form der Hausbetreuung. 
walküre antwortete am 6. Feb, 12:21:
Danke für die Hintergrundinformationen ! Was den Rest anbelangt, sehe ich das Hausbesorgerwesen genau so; auffällig ist für mich unter anderem, dass dort, wo es Hausbesorger gibt, der Vandalismus sich in engen Grenzen hält bzw. von vornherein überhaupt nicht existent ist, denn so abgebrüht sind dann doch die wenigsten, dass sie riskieren, bei ihren Taten prompt erwischt zu werden. 
viennacat meinte am 6. Feb, 17:29:
ich hätte sowieso die empfehlung, daß die herren und damen "da oben" außer einer volksbefragung auch mal eine volksbeantwortung machen.... 
 

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