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Bücher

Heute ausgelesen.

Es gibt ein Kriterium bei Belletristik, mit dessen Hilfe ich recht gut für mich selber definieren kann, wie sehr mir ein Buch gefallen hat. Kurz gefasst: Je länger ich brauche, um aus der Handlung wieder aufzutauchen, desto besser ist es geschrieben. Vor fast zwei Stunden habe ich "Die Eleganz des Igels" ausgelesen und bin noch immer nicht ganz zurück, was für meine Begriffe eine extrem lange Zeitspanne darstellt. Das Buch ist einfach wunderbar geschrieben: Franko- und sinophil, in schöner Sprache verfasst und Lachen und Weinen liegen so nahe beieinander wie halt im wirklichen Leben auch.

Leider hat der Verlag die deutsche Erstausgabe dieses Romans nicht - wie sonst üblich - als Hardcover herausgebracht, sondern nur als Taschenbuch, was nichts Gutes bedeutet. Der Rückschluss scheint zulässig, dass sich diese Art von Büchern, die jenseits einer rosa-klebrigen Barbara-Cartland-Idylle angesiedelt ist, nicht sonderlich gut verkauft. Leider.

Meine Lektüreempfehlung für Sommertage in der Hängematte oder auf der Hollywoodschaukel lautet jedenfalls:

Muriel Barbery - Die Eleganz des Igels
(dtv premium, ISBN 978-3-423-24658-3)

Nachdem ich also einen genussvollen Kurzurlaub verbringe und aufgrund der Hitze derzeit wenig Ambition habe, mich in die Innenstadt zu begeben, bin ich mit mir übereingekommen, mir wieder Büchernachschub zu besorgen. Herrlich, ungestört schmökern zu können ! Ich frage mich allerdings, von wem die Vorgabe stammt, Bestseller aus dem angloamerikanischen Raum müssen dergestalt übersetzt werden, dass pro Doppelseite mindestens je einmal "gottverdammt", "wahnsinnig" und "irrsinnig" vorkommt. Diese Diktion erinnert mich erstens an die Jerry-Cotton-Hefte, die ich in meiner Kindheit irgendwann einmal auf dem elterlichen Dachboden entdeckt (und natürlich gelesen) habe und zweitens an die zum Teil unglaublich schlechte Synchronisation englischsprachiger Filme in den 70er-Jahren ("Killed by Wenzel Lüdecke"). Zum Kauf solcherart übersetzter Bücher kann ich mich jedenfalls nicht entschließen, und Harry Rowohlt halte ich zeitweise schlichtweg für überschätzt.

Festgestellt habe ich auch, dass mir nach wie vor der Zugang zu "Buddenbrooks" fehlt. Fragt mich nicht, weshalb - ich habe schon mehrfach Anlauf genommen, bin aber über die ersten 50 Seiten nie hinausgekommen. An der Sprache liegt es sicher nicht, die wäre nämlich genau mein Fall. Auch Arno Geigers "Es geht uns gut" habe ich in Händen gehabt, dennoch hat mich irgendetwas zögern lassen, ohne dass ich sagen könnte, was es war, das mich dazu gebracht hat, das Buch nach der Lektüre einer Seite (in der Mitte des Buches, keinesfalls die erste Seite !) in das Regal zurückzustellen.

Dennoch bin ich nicht mit leeren Händen wieder gegangen, sondern habe vier Bücher gekauft und fünf bestellt. Bestellt habe ich die restlichen "Brenner"-Krimis von Wolf Haas (Herr Merlix hat mich auf den Geschmack gebracht; "Auferstehung der Toten" und "Der Knochenmann" habe ich am Wochenende gelesen) sowie "Menschenkind" von Josef Winkler, für dessen Nichtkennen ich mich wirklich geniere. Sein Erstlingswerk ist 1979 erschienen, und eigentlich war ich damals schon sehr gut über junge österreichische Autoren informiert und habe sie auch gelesen; "Herrenjahre", "Wie kommt das Salz ins Meer" und die Innerhofer-Trilogie "Schöne Tage", "Schattseite" und "Die großen Wörter" habe ich sozusagen verschlungen. Aber genau hinter den Innerhofer-Büchern hat sich Josef Winkler für mich sozusagen versteckt, denn Innerhofer war als Salzburger meinen damaligen Erfahrungswelten naturgemäß näher als ein Kärntner Autor, der vom dortigen Landleben berichtete.

Gekauft habe ich:

buechertisch

Das Buch über Kunst und Architektur in Wien musste einfach sein. Ich hab zwar erst geschätzte dreißig Bücher, die sich mit diesem Sujet befassen, aber das ist zuwenig. So. "Die Eleganz des Igels" ist eine Buchempfehlung der Frau Testsiegerin, auf die ich gespannt bin (Nicht auf die Frau Testsiegerin, die kenne ich ja mittlerweile schon ein bissl, sondern auf die Empfehlung !). Ebenfalls neugierig bin ich auf Sándor Márai, eine literarische Wiederentdeckung, und auch auf das ziemlich schräge "Bunny"-Buch, das von Kathrin Passig empfohlen wird. Wenns nicht passt, schicke ich der Frau Passig eine Mail und frage sie, was sie sich dabei gedacht hat - so unter uns Bloggerinnen halt.

Die beiden Bücher oben waren gestern und vorgestern mein Lesestoff; "Mitten ins Herz" habe ich wiedergelesen, und "Das Gesicht des Mondes" hat mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben, zumal - wie meine Stammleserschaft ahnt - ich in diesem Buch etliche Ähnlichkeiten mit meinem familiären Hintergrund gefunden habe. Keine leichte Lektüre, aber Platz für Gedanken jenseits bestsellerstatusheischend-reißerischer Blicke in menschliche Abgründe.

Falls mich heute nachmittag jemand sucht - ich bin auf dem Sofa.

Mittlerweile habe ich ja wieder ein wenig mehr Zeit zum Lesen, und so gestalte ich meine Abende derzeit vorwiegend mittels mannigfaltiger Lektüre.

Krimis lese ich nur sporadisch, weil meine Stimmung jeweils zum Buch passen muss (was nichts mit Mordgelüsten meinerseits zu tun hat, sondern mit der Bereitschaft, mich auf diese Art der Anspannung einzulassen) und auch genug Zeit zum Lesen vorhanden sein soll, denn länger als zwei Abende lang mag ich nicht an einem Kriminalroman tüfteln. Das bedeutet wiederum, dass auch die dicksten Wälzer an zwei Abenden bewältigt werden, was sich zeitweise entschieden negativ auf mein Schlafpensum auswirkt. Gut, man gönnt sich ja sonst nichts. Naja, stimmt nicht ganz, denn ein Glas feinen Likörs erhöht den Lesegenuss ! Beim Stöbern in einer Buchhandlung bin ich jedenfalls dem Inspektor Polt sehr nahegekommen, nachdem er mir schon in seinen Anfängen aufgefallen war, meine Leseambitionen aber lange überhaupt nicht in diese Richtung tendierten. Wer liest schon gerne Krimis, die in der Pampa angesiedelt sind, wenn man selber in einer wohnt ? Ich jedenfalls nicht. Gelesen habe ich kürzlich „Polt muss weinen“, „Blumen für Polt“, „Himmel, Polt und Hölle“ sowie „Polterabend“, also den ganzen aufeinander aufbauenden Jahreszeitenzyklus. Genossen habe ich die Lektüre auch, und zwar außerordentlich. Alfred Komarek, der Autor des Polt-Zyklus, ist ein Mensch mit ausgezeichneter Beobachtungsgabe, seine Figuren sind aus dem Leben gegriffene, oft zwiespältige Persönlichkeiten - und nicht jeder Mord wird von einem Mörder begangen. „Die Villen der Frau Hürsch“ vom selben Autor ist zwar kein Polt-Krimi, ich bin aber dennoch zuversichtlich, was meine Lesevergnügen an diesem Buch betrifft. Es liegt nämlich schon in meinem Bücherreservoir.

Unterhaltsamkeit kann man dem Buch, von welchem ich nun erzählen möchte, eher nicht attestieren. Nichtsdestoweniger empfehle ich es jedem Menschen, der sich über Medizin und ihre Grenzen Gedanken macht und/oder vom Thema in irgendeiner Weise betroffen ist. Es bedurfte eines Werner Schneyder, um eines der wenigen noch vorhandenen Tabus in unserer Gesellschaft zu brechen. Sein heuer erschienenes Buch heißt „Krebs“ und berichtet in dankenswerter Offenheit vom langsamen Sterben seines Lebensmenschen. Es fällt mir gar nicht leicht, über dieses Buch zu schreiben, weil ich, was diese Krankheit anbelangt, leider(?) von mütterlicher Seite sehr stark belastet bin. Meine erste Begegnung mit einem Krankenhaus war jene, dass ich mit meiner Mutter ins Spital fuhr, damit sie sich von einer nahen Verwandten, die zugleich ihre beste Freundin war, für immer verabschieden konnte. Ich war damals noch zu klein, um auf das Bett hinaufzusehen, das von anderen Verwandten umringt war, aber ich werde nie den Anblick der knochigen, gelben Hand vergessen, die kraftlos auf dem Laken lag und von der ich mir nicht vorstellen konnte, dass sie zu jener einstmals energiegeladenen und noch nicht einmal vierzig Jahre alten Frau gehörte, die ich als meine Taufpatin kannte. In den Reihen der Verwandten meiner Mutter war Krebs die Haupttodesursache, und die Betroffenen starben in einem Alter, das man gerne als „die besten Jahre“ bezeichnet. Aber ich schweife ab; was ich ausdrücken wollte, ist meine Zustimmung zu Schneyders Buch. Ich denke, man sollte einerseits Ärzten keinen Vorwurf machen, weil sie auch nur Menschen sind und nicht allmächtige Bezwinger jedweder Krankheit, aber es wäre nach meiner Sicht der Dinge für viele Ärzte an der Zeit, diese Tatsache auch selber zu erkennen. Der Medizin sind Grenzen gesetzt, damit müssen wir alle leben lernen. Was ist an therapeutischen Maßnahmen sinnvoll, was nicht ? Wie geht der einzelne Mensch mit seiner Krankheit um ? Wie agiert sein Umfeld ? Welche Sterbekultur hat unsere Gesellschaft ? Der Autor vermittelt jede Menge Denkanstöße und macht auch kein Hehl aus seinen Emotionen, heischt jedoch nie Mitgefühl oder gar Mitleid, sondern plädiert für die Würde des Menschen. Dieser Tage werde ich das zweite Exemplar dieses Buches kaufen. Das erste habe ich vor ein paar Tagen einer lieben Bekannten geschenkt, der vor kurzem der Krebs binnen weniger Monate eine über zwanzig Jahre währende Freundschaft genommen hat und die aufgrund ihrer Erfahrungen ebenfalls starke Zweifel am Umgang vieler Mediziner mit dieser Krankheit hegt.

Ein kritischer Geist ist auch Gunter Frank, seines Zeichens Darmspezialist, dessen Buch „Lizenz zum Essen“ gründlich mit so manchen Ernährungs-, Fitness- und Diätirrtümern aufräumt. Der Autor beleuchtet die Machenschaften vieler Lebensmittelkonzerne, hinterfragt Studien, die den Umsatz ihrer Auftraggeber erhöhen, stellt einige Entwicklungen der vergangenen fünfzig Jahre in Frage und entwirft vor allem das Bild eines mündigen Konsumenten, der sich nicht mehr vom Glanz unzähliger neuer und NOCH besserer Nahrungsmittel blenden lässt, sondern auf seinen eigenen Körper hört.

Wirklich erfreulich war auch meine Wochenendlektüre nicht, obwohl sie sehr gut geschrieben ist, denn sie behandelt ein gesellschaftliches Thema. „Generation doof“ heißt es, der provokante Untertitel lautet „Wie blöd sind wir eigentlich ?“. Um es vorweg zu nehmen: ziemlich. Die Autoren gehen mit ihrer eigenen Generation und der Nachfolgegeneration anhand von verschiedenen Beobachtungen und gesellschaftlichen Entwicklungen recht gnadenlos ins Gericht, und leider kann man ihnen nicht ernsthaft Übertreibung attestieren, sofern man mit offenen Augen und Ohren durchs Leben geht. Das Autorenduo Stefan Bonner und Anne Weiss widmet sich der Titelfrage in den Bereichen Freizeit, Bildung, Beruf, Partnerschaft und Erziehung und schafft ein buntes Panoptikum dessen, was heute gerne als Kultur missverstanden wird. Als eines der typischen Beispiele von Dummheit wird übrigens diese Geschichte aus dem „Buchhändleralltag und Kundenwahnsinn“-Blog angeführt ! Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass dieses Buch im Bastei-Verlag erschienen ist, der sich üblicherweise nicht unbedingt als Hort hochgeistiger Lektüre darstellt. Dies soll dem trotz einiger aufkeimender Bitterkeit durchaus vorhandenen Lesevergnügen keinen Abbruch tun, und die enthaltenen Denkanstöße sind den Kaufpreis allemal wert, wenn man denn ein Buch mit materiellen Maßstäben messen will.

Gestern abend habe ich begonnen, „Der ganz normale Wahnsinn“ zu lesen. Die Autoren sind Christophe André und Francois Lelord, der durch sein Buch „Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück“ bekannt wurde; beide sind ausgebildete Psychologen und behandeln in diesem Buch Menschentypen, die von ihrer Umwelt im allgemeinen als schwierig eingeschätzt werden.

Man kann also sagen, dass eine Persönlichkeit schwierig wird, wenn bestimmte Züge ihres Charakters zu markant oder zu verfestigt sind, den Umständen schlecht angepasst, sodass das Individuum selbst oder ein anderes darunter leidet (bzw. alle beide).

Das Kapitel mit den ängstlichen Persönlichkeiten habe ich bereits gelesen und auch schon eine Einsicht gewonnen, nämlich jene, dass die ängstliche Person nicht so sehr ihr Gegenüber als eher lebensunfähig einstuft, sondern Opfer der eigenen Ängste ist. Mir diese Tatsache vor Augen zu halten, daran muss ich noch arbeiten.

Und jetzt gehe ich wieder lesen.

Heute waren meine Tochter, eine mir sehr nahestehende Verwandte, deren Sohn und ich in Passau, um in einer alteingesessenen, jedoch neu eröffneten Buchhandlung ausgiebig zu schmökern. Es war einfach wunderbar ! Nicht nur, dass ich mittlerweile wieder eine Buchhandlung betreten kann, ohne in Tränen auszubrechen - das Sortiment ist absolut überzeugend und die Beratung kompetent und freundlich. Nach dem Bezahlen sagte ich zu der sehr netten Dame an der Kassa: "Ich fürchte, ich werde öfter hierherkommen müssen !", woraufhin sie lächelnd meinte: "Ihre Furcht ist unsere Hoffnung !"

Und weil mein Leben derzeit einen deutlichen Saldo zu Lasten meiner Lebensqualität aufweist (Hach, schön formuliert, ich hätte auch etwas von geballter Schei** schreiben können), setze ich dem mal einen durch und durch positiven Aspekt entgegen, nämlich das bei Desideria gefundene Stöckchen:

Gebunden oder Taschenbuch?
Ist nicht wirklich relevant und hängt von verschiedenen Faktoren ab - für die Handtasche (sic !) bevorzuge ich Taschenbücher, in den Regalen sehen gebundene Werke schöner aus und sind natürlich auch haltbarer, wobei Bücher über 300 Seiten generell nur als Hardcover gekauft werden, weil sich Taschenbücher ab einer gewissen Seitenzahl spätestens nach dem dritten Mal Lesen in ihre Einzelteile auflösen.

Amazon oder Buchhandel?
Amazon ist mir aus verschiedenen Gründen suspekt, unter anderem deswegen, weil es sehr einfach ist, aus den literarischen Vorlieben eines Menschen ein Profil zu erstellen - irgendwie beschleicht mich da ein "Big Brother is watching you"-Gefühl. Generell hege ich eine gesunde Skepsis gegen Firmen, die sich geben, als hätten sie die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau erfunden.

Lesezeichen oder Eselsohr?
Um Gottes Willen !!! Als Lesezeichen lässt sich zur Not vieles verwenden (vielleicht nicht gerade der Führerschein, aber zum Beispiel Kuverts, Einkaufszettel und Fotos) !

Ordnen nach Autor, nach Titel oder ungeordnet?
Versuchsweise nach Sparte, das heißt nach Sachbüchern, Belletristik, Bildbänden und antiquarischen Werken, wobei meine/unsere Bücher mitunter ein irritierendes Eigenleben entwickeln und sich plötzlich an Plätzen finden, an denen sie sich eigentlich ihrem Wesen nach nicht aufhalten dürften. Das passiert vor allem dann, wenn ich wieder einmal einen Abend lang quergelesen habe (Ich schmökere beispielsweise in einem Bildband über Wien, bleibe dann an einer Stelle hängen, die mich an eine Episode von "Liebe in Wien" erinnert, schlage dort nach, finde ein Stichwort, das mich zu Lou Andreas-Salomé und in weiterer Folge zu Alma Mahler-Werfel führt).

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
Fehlkäufe passieren kaum, schon eher misslungene Geschenke, und dafür gibts dann e-bay. Wegwerfen geht nicht, das käme für mich einer Bücherverbrennung gleich.

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?
Auf jeden Fall behalten; wenn er stört, wird er beim Lesen entfernt und kommt später wieder auf das Buch.

Kurzgeschichten oder Roman?
Sowohl als auch.

Sammlung (Kurzgeschichten von einem Autor) oder Anthologie (Kurzgeschichten von verschiedenen Autoren)?
Selbstverständlich beides.

Harry Potter oder Lemony Snicket?
Den ersten Band der Harry-Potter-Bücher habe ich mit dem größten Vergnügen verschmökert, allerdings in erster Linie meiner Tochter wegen. Ansonsten liegt dieses Genre nicht auf meiner Linie, weshalb ich auch weder "Lemony Snicket" noch "Artemis Fowl" gelesen habe.

Aufhören, wenn man müde ist oder wenn das Kapitel endet?
Müdigkeit ist die einzige akzeptable Entschuldigung für die Unterbrechung guter Lektüre. Eventuell gilt noch eine Herzattacke, aber das wars dann auch schon.

„Die Nacht war dunkel und stürmisch" oder „Es war einmal"?
Diese Art der Selbstbeschränkung erlege ich mir grundsätzlich nicht auf.

Kaufen oder Leihen?
Kaufen, da mich mein Gespür beim Hineinlesen selten trügt.

Neu oder gebraucht?
Neu - natürlich mit Ausnahme antiquarischer Bücher.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?
Bestsellerlisten können mir gestohlen bleiben, da die meisten in der einen oder anderen Form manipuliert sind; Rezensionen genieße ich mit Vorsicht, da auch diese nur von Menschen geschrieben werden. Empfehlungen stehe ich grundsätzlich interessiert gegenüber, aber am liebsten stöbere ich - zuerst im Internet auf diversen Verlagsseiten, danach in der Buchhandlung.

Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?
Meine Vita hat genug offene Enden - bei Büchern brauch ich die nicht auch noch !

Morgens, mittags oder nachts lesen?
Ja sicher, und auch vormittags, nachmittags und abends !

Einzelband oder Serie ?
Serien beispielsweise bei Bildbänden, deren Thema den Rahmen eines einzigen Buches sprengen würde. Und eine einzige Buchreihe habe ich mit Vergnügen von Anfang bis Ende gelesen: Robert van Guliks Krimis um Richter Di und seine Getreuen.

Lieblingsserie?
siehe oben

Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand gehört hat?
Jaroslav Hasek (Ich kann leider den Apostroph auf dem "s" nicht schreiben, aber es handelt sich um den Autor des "Schwejk") - Verhaltensregeln für Prager Jungfrauen

Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast?
"Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier

Welches Buch liest du gegenwärtig?
Keine neuen; aufgrund meiner derzeit etwas komplexen Lebenssituation, die einen Rückzug in mich selbst und eine Neuausrichtung erfordert, stöbere ich je nach Lust und Laune in der ansehnlichen hauseigenen Bibliothek, wobei ich derzeit besonders Biografien bevorzuge. Keine Angst, der nächste literarische Kaufrausch kommt bestimmt !

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?
Diese Frage ist so nicht zu beantworten, weil mir in verschiedenen Lebensphasen jeweils andere Bücher von Bedeutung waren; eines, welches mich sicher einen Schritt näher zur persönlichen Freiheit gebracht hat, ist "Das LOL²A-Prinzip" von René Egli. Zeitlos wichtig sind mir auch die Bücher von Paul Watzlawick.


Hat Freude gemacht, danke !

In der vergangenen Woche entdeckte ich auf einem meiner literarischen Streifzüge ein Buch, dessen Titel meine Aufmerksamkeit sofort auf sich zog. Es trägt den Titel "Lob der Disziplin" und wurde von Bernhard Bueb, dem früheren Leiter der Internatsschule Salem, verfasst. Sehr neugierig geworden, was der Autor zu diesem Thema, das mich beruflich, privat und auch allgemein gesellschaftlich interessiert, zu sagen hat, kaufte ich es - mit durchaus gemischten Gefühlen. Anziehend fand ich den Untertitel, der lautet: "Eine Streitschrift", und geradezu verwegen den Mut des Verfassers und/oder des Verlages, das Wort "Disziplin" im Titel zu führen, einen Begriff, der in den letzten hundert Jahren mehr als einmal gründlich missbraucht und falsch verstanden wurde.

Man soll zwar den Tag nicht vor dem Abend loben, aber ich bin bei meiner neuesten Lektüre mittlerweile beim letzten Drittel angelangt und sage ganz offen: Dieses Buch gefällt mir außerordentlich gut.

Der Autor ist 1938 geboren und somit von vornherein unverdächtig, an den Geschehnissen des 2. Weltkrieges beteiligt gewesen zu sein. Wohl wissend, welcher Zündstoff sich in Deutschland auch noch im Jahre 2006 hinter manchen Begriffen verbirgt, distanziert er sich bereits im Vorwort von der Interpretation der Disziplin während der NS-Zeit, um dann mit sehr viel pädagogischer Weitsicht von gesellschaftlichen Problemen der Jetztzeit, von fehlinterpretierter antiautoritärer Erziehung und von Entwicklungsstadien der kindlichen Persönlichkeit zu erzählen, wobei er auch Beispiele aus seinem beruflichen Alltag einbringt und somit seine Sicht der Dinge veranschaulicht. In vielen Punkten stimme ich mit ihm überein; was er schreibt, deckt sich mit dem, was ich in Beruf und Erziehungsalltag an meiner Tochter und anderen Kindern beobachte. Bedauerlich finde ich in diesem Zusammenhang allerdings, dass sich "Die Zeit" nicht zu schade ist, einem meines Erachtens sehr polemischen Kommentar zu diesem Buch Raum zu geben und so die Chance einer längst überfälligen sachlichen Auseinandersetzung mit der Thematik versäumt hat.

Bernhard Bueb erinnert mich an jene meiner Professoren, die von uns Schülern einerseits Leistung und Aufmerksamkeit einforderten, andererseits jedoch auch selber bereit waren, buchstäblich noch mit Krücken zur Schule zu humpeln, um ihrer Verpflichtung nachzukommen. Diese Art Lehrer musste nicht brüllen, um sich Autorität zu verschaffen, denn es stand fest, dass sie Pädagogen aus innerster Überzeugung waren. Konzentrierte Stille breitete sich aus, sobald sie vorzutragen begannen. Streng waren sie, jedoch auch fair, denn niemand fiel durch, solange die Mitarbeit gegeben war, wobei jemand, der zwar vieles wusste, aber es nicht für notwendig erachtete, sich auf den Unterricht zu konzentrieren und stattdessen seine Mitschüler störte, bei der Benotung sein blaues Wunder erleben konnte. So viel wie bei dieser Spezies von Lehrern haben wir bei keinen anderen Pädagogen gelernt - der damals vermittelte Fundus an Wissen ist so groß, dass ich sogar heute noch davon zehre. Selbstverständlich gab es auch die "Neuen", die gerade von der Universität gekommen waren und ihren Eifer daran setzten, neue Methoden im Umgang zwischen Lehrern und Schülern einzuführen. "Ausdiskutieren" lautete die Devise, allerdings haben wir damals in unserem Wissensdurst nicht recht verstanden, was es am Unterrichtsstoff auszudiskutieren gäbe. Mitbestimmen zu können, wenn es beispielsweise um Gemeinschaftslektüre ging, war uns ohnehin auch von den Lehrern alten Schlages geläufig; was die jungen Pädagogen versuchten, war, erfühlte (und oft genug auch projizierte) Spannungen auf dem Wege der Diskussion aus dem Weg zu schaffen. Zu Tode gelangweilt haben wir uns während solcher Unterrichtseinheiten, zumal wir allesamt wenig Lust verspürten, unser Seelenleben vor jemandem auszubreiten, der deutlich älter war als wir, obwohl er seiner eigenen Einschätzung nach sich wohl für einen beinahe gleichaltrigen Freund hielt, was uns in erster Linie verunsicherte. Wie sollten wir auch jemandem vertrauen, der offensichtlich Angst davor hatte, als Respektsperson zu gelten ?

Reden ist wichtig, um Probleme aus der Welt zu schaffen beziehungsweise die Entstehung von gravierenden Missverständnissen zu verhindern, allzu ausführliche Erklärungen können jedoch das Gegenteil dessen bewirken, was die Absicht dahinter ist - nämlich ein stabiles Vertrauensverhältnis zu schaffen. Aus meiner eigenen Erziehungspraxis habe ich übrigens zu dieser Thematik eine interessante Anekdote beizusteuern:
Da speziell meine Mutter Schwierigkeiten hat, Dinge offen auszusprechen, wurde ich als Kind (zu) oft vor vollendete Tatsachen gestellt. DAS sollte mir bei meiner Tochter nicht passieren, und so gab ich ihr gerne zu den innerfamiliären und auch allgemeinen Verhaltensregeln altersgemäße Erklärungen, um Sachverhalte und Zusammenhänge für sie transparenter zu machen. Im Alter von etwa 5 Jahren begann sie, auf manche dieser Erklärungen, sofern sie etwas ausführlicher waren (jedoch keineswegs länger als fünf Minuten dauerten), aggressiv-abwehrend zu reagieren. Als mir eines Tages der Zeitpunkt passend schien, fragte ich meine Tochter, ob sie mir sagen könne, warum sie denn auf diese Art und Weise reagiere, woraufhin ich zur Antwort bekam: "Weil mir, wenn du was länger erklärst, immer vorkommt, dass du dir nicht sicher bist."

Vor kurzem gelesen:

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Derzeit in Arbeit:

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Demnächst in diesem Theater:

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Und hier noch eine Buchempfehlung für alle jene Menschen, die einen Sinn für gute Illustrationen und schräge Geschichten ihr eigen nennen:

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In meiner vorschulischen Kindheit, also in den 60er Jahren (des letzten Jahrhunderts - ach du Schande, wie das klingt !!!), gab es bei weitem kein so großes Angebot an Kinderbüchern wie es heute zu finden ist. Bilderbücher waren erhältlich, Bücher mit viel Text und wenig bis gar keinen Bildern ebenso, nur zwischen diesen beiden Extremen spielte sich nicht allzuviel ab, denn von Lesebilderbüchern oder Erstlesebüchern mit größerem Druck und vielen Bildern zur Auflockerung des Textes war noch keine Rede.

Schon vor Beginn meiner Schulzeit hatte ich das Interesse an den vertrauten Bilderbüchern weitgehend verloren; mit den vielen im Haus meiner Eltern vorhandenen Büchern, die gänzlich ohne Illustrationen auskamen, konnte ich jedoch naturgemäß noch nicht viel anfangen, wobei auch das Ansinnen meinerseits, manche dieser Bücher vorgelesen zu bekommen, weil ihre Schutzumschläge mit Bildern versehen waren, die Abenteuer versprachen, bei meiner Mutter nicht recht fruchten wollte. Aus heutiger Sicht verstehe ich ihre abwehrende Haltung, denn auch ich würde nicht unbedingt wollen, dass ein fünfjähriges Kind auf diese Art und Weise mit den bei der Besiedelung Nordamerikas durch die Weißen geschehenen Gräueln konfrontiert wird. Als Alternative dazu begann ich mich für zwei recht große und umfangreiche Bücher zu interessieren, deren Bilder mehr boten als Beschäftigung für fünf Minuten: eine Wilhelm-Busch-Gesamtausgabe, in helles Leinen gebunden und einige hundert Seiten dick, sowie dieses ebenfalls eher opulente Werk hier:

buch-1
Die Textseiten waren naturgemäß damals noch eher uninteressant, die Bilder jedoch umso faszinierender, eröffneten sie mir doch den Blick auf Welten, die ich bislang nur vom Hörensagen gekannt hatte. Selbstverständlich waren nicht alle Fotos färbig, denn das hätte damals die Druckkosten derart in die Höhe getrieben, dass das Buch für die meisten Menschen kaum mehr leistbar gewesen wäre. Dennoch hat mich eine dieser schwarzweißen Doppelseiten besonders in ihren Bann gezogen:

buch-2
Wien - das war damals für mich eine Stadt in schier unerreichbarer Ferne, und hätte ich geahnt, wie lange es dauern würde, bis ich sie wirklich kennenlerne, wäre mir das wie eine ganze Ewigkeit erschienen. Auf dem Bild rechts ist die Votivkirche im Winter zu sehen; die Aufnahme hat einen seltsamen Reiz, obwohl oder vielleicht gerade weil sie melancholisch und morbide wirkt.

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Zu meinen Lieblingsseiten in Farbe gehören diese hier, weil ich Salzburg immer schon mochte und noch immer mag, Touristenscharen und Mozartvermarktung hin oder her. Was ich mich allerdings frage, ist, wann das rechte Foto aufgenommen wurde. Es scheint aus heutiger Sicht unvorstellbar, dass an einem sonnigen Tag im Frühling oder Sommer sich in der Getreidegasse nur eine einzige Person aufhält !

Na ja, irgendwann ließen mir dann die Bildunterschriften keine Ruhe mehr, und als ich das Alphabet genügend verinnerlicht hatte, lernte ich langsam, aber sicher mit diesem Buch lesen ...

Nachdem der erste Versuch, Dylan Thomas' "Liebesbriefe" zu lesen, eher einem Coitus interruptus gleichkam denn etwas, was man als Lesegenuss hätte beschreiben können, blieb das Buch eine ganze Weile unbeachtet. Dutzende andere Bücher hatte ich in der Zwischenzeit gelesen, aber offenbar trug mir Dylan unser verhindertes Rendezvous nach und entzog sich mir immer wieder. Vorgestern nun trat er nun aus dem Schatten meines Turmes an vorrätiger Lektüre, und gestern ward er ausgelesen. Einmal mehr fasziniert es mich, welch wunderbarer Aspekt (unter vielen anderen großartigen) des Lesens es ist, die eigenen Gefühle und Gedanken in den Worten eines Schriftstellers zu finden - nicht gespiegelt als Interpretation, sondern mit genau jenen Worten, die man selbst verwenden würde, wäre man der Sprache in Momenten größten Glücksempfindens und tiefster Trauer nicht so hoffnungslos unterlegen, dass man nur rudimentäre, unzusammenhängende Satzfetzen - oder, was noch schlimmer ist, abgedroschene Phrasen - von sich zu geben in der Lage ist.

Wenn ich an die Wortgewalt einer Djuna Barnes denke ! Alleine bei ihrer Schilderung von Noras Liebesqualen krampfen sich meine Innereien zusammen ... Sie hat recht - mit jedem Wort, jedem Satz, jedem Zwischenton ! Und erst das Leben der Franziska zu Reventlow ! Obschon heute in unseren Breitengraden keine dermaßen starken gesellschaftlichen Zwänge mehr vorhanden sind wie zu ihrer Zeit, ist manches von dem, was sie erlebt und gelebt hat, von zeitloser Aktualität und gibt einem immer wieder Anlass, sich selbst in ihren Texten zu reflektieren ...

Am Anfang stand eine Buchempfehlung, nicht mehr als eine kleine Randnotiz, die irgendwann im Frühling meine Aufmerksamkeit auf sich zog, und die ich wieder wegklickte als eine von vielen. Wenige Tage später begegnete mir der Titel wieder, und dieses Mal druckte ich das Bild mit dem kurzen Begleittext aus, um das Blatt Papier mit den wenigen Zeichen darauf in jene Ablage zu geben, in der ich manche Fundstücke in Evidenz halte, oftmals ohne zu wissen, wofür. Manche davon wandern nach geraumer Zeit – ohne Bedeutung erlangt zu haben – zum Altpapier, einige finden ihre Bestimmung, indem sie in einem vorher nicht absehbaren geschäftlichen Kontext Wichtigkeit erlangen, und selten genug kommt es vor, dass mich etwas Unerklärbares mit unwiderstehlicher Macht immer wieder an eine dieser vorgeblichen Marginalien gemahnt.

Der Sommer war voll der Aktivitäten, allesamt notwendig, um Geschäftliches und Privates wieder zu ordnen; anfangs genoss ich es, doch mit zunehmender Dauer der anstrengenden Unternehmungen begann ich, gewisse Gepflogenheiten, die zuvor meinem Leben Inseln der Ruhe und Entspannung verschafft hatten, schmerzlich zu vermissen. Am meisten fehlte mir das abendliche Ritual des Lesens, zu einer Zeit, wo rundherum Ruhe und Friede herrschen und keine störenden, aus der Außenwelt kommenden Unterbrechungen mehr zu erwarten sind. Der Drang wurde übermächtig, sodass ich binnen zweier Wochen – manchmal in der Mittagspause, meist jedoch an den Abenden – fünf Bücher mittleren Umfangs gelesen habe. Ohne einen Vorrat an Büchern kann ich nicht leben - nicht auszudenken, wie traurig es wäre, an einem Abend voller Leselust keine ungelesenen Bücher in Reichweite zu haben ! Plötzlich war der Gedanke an jene unscheinbare Rezension wieder präsent, und diesmal orderte ich das Buch ...

Ob ich eines Abends oder zu Mittag mit der Lektüre begonnen habe, kann ich nicht mehr sagen, ich weiß nur, dass sie mich von der ersten Seite an in ihren Bann geschlagen hat. Behutsam beginnt die Autorin die Fäden zu spinnen, einzeln zunächst, um sie mit zunehmender Seitenzahl zu einem Muster zu verflechten, in dessen Buntheit sich alle Höhen und Tiefen des Lebens spiegeln. Mit unendlicher Zärtlichkeit erzählt Anna Gavalda von der alten Paulette, die eines Tages ihre Umwelt nicht mehr über ihr Alter und die damit verbundene zunehmende körperliche Hilflosigkeit hinwegtäuschen kann, von Ihrem Enkel, dessen Leben nur mehr aus der Flucht in seine Arbeit, einem Faible für Motorräder und viel zuwenig Schlaf besteht; von Philibert, einem verarmten und vereinsamten Adeligen, der aus erbschaftsrechtlichen Gründen als eine Art Concierge alleine in der riesigen Wohnung seiner verstorbenen Großmutter lebt, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint, und von der magersüchtigen, mit einer bleiernen Kindheit behafteten Camille, die allmählich wieder zu ihrem eigenem Leben zurückfindet.

Noch nie zuvor habe ich mich in einem Buch in diesem Ausmaß wiedergefunden, wie es hier der Fall ist, und das nicht zuletzt deshalb, weil für die Protagonisten dieses wunderbaren Stückchens Literatur ihr eigenes Leben in jenem Moment beginnt, als sie anfangen, es vorbehaltlos zu bejahen, indem sie über ihren eigenen Schatten springen und auf ihr Herz hören – trotz oder – besser gesagt - genau wegen aller Wunden der Vergangenheit.

Unabhängig von den persönlichen Aspekten muss ich anmerken, dass dieser Roman in vielerlei Hinsicht als überaus gelungen zu bezeichnen ist: geschrieben in einer flaumleichten Sprache, ohne in Seichtheit zu stranden, lässt er seinen Figuren warmherzig und frei von Klischees Spielraum; nichts wirkt konstruiert, sondern die Handlung entwickelt sich leichtfüßig und die Erzählweise wirkt niemals moralisierend und dogmatisch, sondern überlässt es der Leserschaft, sich eine eigene Meinung zu bilden. Behutsam wird Schicht um Schicht die Vergangenheit freigelegt, psychologisch schlüssig gewinnen die vier Hauptpersonen mit fortschreitender Dauer der Lektüre an Tiefe und Kontur. Menschen wir wir, mit Fehlern und Schwächen, versuchen, sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen und vermitteln die Botschaft, dass für jeden von uns das persönliche Glück sich in Reichweite befindet, sofern man sehenden Auges durch das Leben geht und bereit ist, zu helfen und sich helfen zu lassen. Ob die Handlung frei erfunden ist ? Wer weiß, im Leben ist so vieles möglich ...


Anna Gavalda – Zusammen ist man weniger allein
(Hanser, ISBN 3-446-20612-4)

Auch im französischen Original unter dem wunderbar doppeldeutigen Titel „Ensemble, c’est tout“ in gebundener Ausgabe erhältlich (in Taschenbuchform derzeit nicht lieferbar) !

 

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