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zwischen Pubertät und Altersstarrsinn

 

Befindlichkeiten

1. Lernen
2. Lernen
3. Lernen

(Ich möchte nämlich die Aufnahmeprüfung fürs Studium schaffen; abgesehen davon macht mir die Beschäftigung mit teilweise völlig neuer Materie viel Freude.)

Freitagvormittage scheinen Standardtermine für Pensionisten zu sein, wenn es ums Einkaufen geht. Ich bin ja ein eher positiv denkender Mensch und habe darüber hinaus mehrfach die Erfahrung gemacht, dass bei entsprechender Eigeninitiative ein Mensch durchaus bis ins hohe Alter geistig rege sein und das Leben genießen kann; was ich aber an besagten Freitagvormittagen regelmäßig an destruktiven Lebenseinstellungen geboten bekomme (verbissene und verbitterte Mimik mit korrespondierendem Verhalten, aggressive Sprache oder Herumjammern über alles und jeden, wobei ich nicht den Eindruck gewinne, dass dieses Verhalten von körperlichen Gebrechen herrührt, und zu viele Gesichter, in denen der Alkohol seine Spuren hinterlassen hat), macht mir an manchen Tagen einfach nur eine Sche**angst vor dem Altwerden.

Drei Tage in einem Raum mit einer Klimaanlage, die auf "beginnender Blizzard" eingestellt ist, zwingen selbst mich in die Knie.
Schön ist allerdings, dass ich meinen Körper offensichtlich mittlerweile sehr gut kenne und deshalb mit Hilfe der chinesische Ernährungslehre seit heute wieder topfit bin ...

Ja, ich lebe noch, auch wenn sich mein Alltag derzeit etwas seltsam bis ziemlich mühsam gestaltet, weil er eine krude Mischung aus diversen Faktoren darstellt, welche da (in beliebiger Reihenfolge mit je nach Aktualität wechselnder Priorität) wären:

Ein Neuwagen, der mehr Zeit in der Werkstätte steht als hier in der Garage, vom Fahren ganz zu schweigen.

&

4 Kinder, von denen nur eines, nämlich unsere Tochter zusehends auch geistig erwachsen wird, wohingegen die anderen drei - auch Eltern genannt - durch Alterstarrsinn und tendenziellen Verlust des logischen Denkens sich selber immer häufiger Schaden zufügen. Schließlich muss ja kruzitürkennocheinmal noch immer möglich sein, wozu man siebzig Jahre lang in der Lage war ! Mein Dank gilt an dieser Stelle einem gewissen Herrn Wilhelm Conrad Röntgen.

&

Ein schmerzendes, weil via Drehhebung eines schweren Gegenstandes beleidigtes, Handgelenk, welches sich heute zum ersten Mal seit beinahe zwei Wochen friedlich gibt.

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Zwei Versicherungsmakler, von denen einer seine Kompetenzen bei weitem überschritten hat und der andere die Zeichen der Zeit ebensowenig akzeptieren will wie Kundenwünsche. Schaden können uns beide nicht, Ärger und Papierkrieg haben wir ihretwegen dennoch genug.

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Ein bissi Lampenfieber wegen des Studiums und der damit verbundenen Vorprüfung zwecks Studienberechtigung. Sollte ich die Prüfung nicht schaffen, habe ich aber schon eine gangbare Alternative im Portfolio.

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Eine Tochter, die mathematisch und auch geistig in den Ferien offensichtlich einen Quantensprung absolviert hat. Eine Tochter, die, wenn ich wütend (und laut) werde, sagt, sie will nicht streiten, aber dennoch Konflikten nicht aus dem Weg geht. Eine Tochter, die im November 15 wird und sehr stolz darauf ist, die 5. Klasse eines recht anspruchsvollen Gymnasiums zu besuchen.



Das volle Leben eben, wie Frau Wildgans so richtig angemerkt hat.

+++ Geburtstag bestens überstanden +++ zusammen mit Mann und Tochter zwei Menschen sehr glücklich gemacht +++ am Samstag in einem Innenstadtlokal zum großen Gaudium aller Beteiligten aufgrund diverser Indizien russische Speisekarten vorgelegt bekommen +++ Rosen in Tirol & Tränen in der Loge +++ größere herbstliche Kleider- und Schuhumräumeaktion am Sonntag +++ Gemeinsam mit Herrn Hund zwei größere angriffslustige Rüden abgewehrt, die auf ihn losgingen; Resultat: Ein paar blauviolettrote Hämatome und die Dankbarkeit von Herrn Hund. Weiß immer noch nicht, ob ich mutig oder dumm war, aber meine Reaktion spürt sich jedenfall richtig an. +++ mich sehr über eine SMS am Montagmorgen gefreut +++ Elektronik und Nassräume als handwerklich ergiebiges Kapitel klassifiziert +++ Heute festgestellt, dass man auf nassen Kastanienschalen mindestens genauso filmreif ausrutschen kann wie auf einer Bananenschale. Die blauen Flecken entwickeln sich hoffentlich passend zu jenen vom Hundekampf ! +++

Am Freitag, ganz plötzlich, war die Idee da, wie ich unsere Vorhänge haben möchte. Bislang hatte ich mich seit unserem Umzug diesbezüglich in einer Art Schwebezustand befunden, nicht wissend, ob Jalousien alleine genügen oder ob ich nicht doch vielleicht lieber Vorhänge hätte und wenn ja, wie mache ich das mit der Befestigung, weil irgendwelche Karniesen in die Wand schrauben ist nicht so mein Fall, weil wenn die Teile nicht mehr gefallen oder wegen sich ändernder Möblierung wegmüssen, bleiben die Löcher in der Wand, was wiederum meinem ästhetischen Empfinden äußerst zuwiderläuft. Flexibel bin ich geworden, was sich offensichtlich auch bei meinen Ansprüchen ans Mobiliar äußert ! Nach einem erfreulichen Vormittag mit einer Bankbesprechung und einem späten Frühstück beim Drechsler wusste ich auf einmal, was mir vorschwebte: Karniesen, die ohne Schrauben zu montieren sind. Eine kurze Internetrecherche genügte, um zu klären, wo wir auch für unsere großen Fenster passende Stangen bekommen würden - und die Vorhänge gleich dazu. Was ich noch sagen wollte: Der IKEA in Vösendorf ist an einem regnerischen Freitagnachmittag nichts für schwache Nerven !

Am Wochenende stand Hausputz auf dem Programm, gestern Korrespondenz und Daumenhalten, denn die Tochter hatte Nachprüfung in Mathematik und obwohl sie in den Genuss der Klausel gekommen war, haben wir ihr dringend geraten, die Prüfung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Das Ergebnis: Sie hat sowohl den schriftlichen als auch den mündlichen Teil mit Bravour gemeistert, was sie zu einem großen Teil einer lieben Bekannten verdankt, die mit unermüdlicher Geduld in den letzten beiden Ferienwochen Schleier um Schleier der für die Tochter unergründlichen Teile der Mathematik gelüftet hat. Großes Aufatmen allerseits und auch das beruhigende Gefühl, dass jetzt jederzeit ein Ansprechpartner da ist, wenn mathematische Unklarheiten auftreten.

Heute: Die ersten Vorhänge aufgehängt und sehr zufrieden mit dem beinahe schon katalogkonformen Ergebnis. Gewaschen, Schulsachen besorgt - zumindest das Gros. Am Abend Treffen in der Innenstadt mit deutschen Bekannten des besten aller Ehemänner, mit denen er bislang auch nur im Inet kommuniziert hat; der Eindruck ist allerdings ein sehr guter, und so bin ich gespannt, aber guter Dinge.

Morgen: Etliche kleinere Erledigungen im Grätzl. Muss mich noch immer erst daran gewöhnen, dass für Apotheke, Reinigung, Bank usw. kein halber Tag mehr verplant zu werden braucht ...

Den Rest der Woche lasse ich es mir - abgesehen von den alltäglichen Notwendigkeiten - gut gehen. Man gönnt sich ja sonst nichts.
(Und Geburtstag hat man schließlich auch nicht alle Tage.)

Wenn ich überlege, komme ich auf einen durchschnittlichen Jahresverschleiß von eineinhalb Friseuren durch Karenz, berufliche Weiterentwicklung und sonstige Pläne; die verlustbedingte Suche sorgt zwar jeweils für Stoff zum Bloggen, aber ehrlich gesagt könnte ich auf diese Geschichten gut verzichten !

Bis dato waren "meine" Friseure Ausnahmeerscheinungen, die bei genauerer Überlegung bei ihren eher biederen Arbeitgebern mitsamt der entsprechenden Klientel fehl am Platz waren - mit der logischen Konsequenz eines früher oder später stattfindenden Wegganges. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich mich auf die Suche nach einem Friseursalon (Ein altmodischer Begriff, aber ich mag ihn, weil ihm in meiner Vorstellung französische Eleganz anhaftet !) begebe, welcher als ganzer meiner Frisurenphilosophie frönt, die da lautet:

1. Eine Frisur für den Alltag muss natürlich wirken, mir und meinem Haartyp entsprechen und mit wenigen Stylingprodukten auskommen können.
2. Wenn ich nach einem Friseurbesuch das Bedürfnis habe, sofort Haare zu waschen und mich selber zu stylen, war ich definitiv beim falschen Friseur !



Da mir auch mein Divafeeling-Friseur bereits wieder abhanden gekommen ist, habe ich heute nachmittag einen Termin, den ich mit Spannung erwarte. Es wird berichtet werden ...

Am Freitag gabs sehr spontan ein Happening auf dem sommerlichen Eislaufplatz beim Stadtpark,
sand-in-the-city
wobei ich die versprochenen Bilder nicht bei flickr gepostet habe, weil die Herrschaften ohne Vorwarnung meinen bezahlten Pro-Account zurückgestuft haben und deswegen die Zugriffsmöglichkeiten eingeschränkt sind. So geht man nicht mit zahlenden Kunden um, meine ich, weswegen ich den ganzen Account auslaufen lassen werde. Wegen der Bilder lasse ich mir noch was einfallen ...

Der Samstag war regenbedingt eher faul, der Sonntag dafür spannend. Wir hatten nämlich kurzfristig beschlossen, einen Ausflug nach Carnuntum zu machen, wo der beste aller Ehemänner und ich gleichermaßen ins Staunen gekommen sind: Statt der uns erinnerlichen Mauerreste und sonstiger ausgrabungsüblicher Ruinen sind dort zwei originalgetreu wiederaufgebaute römische Häuser zu finden; die Therme wird gerade gebaut. Theoretisch besitzt man ja relativ viel Wissen über den römischen Lebensalltag, aber in Carnuntum bekommen diese Bilder Farbe und Leben - und vor allem die dritte Dimension. Sehr empfehlenswert, wenn mich jemand fragt, und zwar nicht nur, weil einem das Berufsbild des Cloacarius nähergebracht wird !

Der späte Nachmittag war einem Abstecher nach Südamerika vorbehalten; auf der Reise dorthin sind wir an diesem Schild vorbeigekommen:

mexiko

Gestern dann war es an der Zeit, den Haushalt wieder auf Vordermann zu bringen, heute habe ich angefangen, schwungvoll den Keller zu entrümpeln, was ein untrügliches und erfreuliches Indiz dafür darstellt, dass meine gewohnten Herbstenergien zurückkehren !

Gestern bin ich in der Kärntner Straße Zeugin des Teilabbruchs eines Gebäudes geworden, eines Unterfangens, das nicht nur mich zum Zusehen und Fotografieren verleitet hat.
(Und den Bagger hätte ich auch gerne ausprobiert.)

abriss-kaerntnerstrasse-ecke-johannesgasse

Ansonsten:
Die Entdeckung der Langsamkeit, und zwar nicht als Buch, sondern als hitzebedingten Lebensstil, der mir wohltut. Ich schlafe wieder gut (Vielleicht war das vorwöchige Chaos in meinem Kopf ja auch so eine Art Teilabbruch, bei dem eine Ganze Menge Müll entsorgt wurde ?) und lasse friedlich-entspannt die Dinge auf mich zukommen.

Grundsätzlich denke ich derzeit jeden Morgen, ich könne überhaupt nicht mehr schlechter schlafen als in der jeweils vergangenen Nacht, um dann jeweils am Morgen des darauf folgenden Tages eines Besseren belehrt zu werden. Was ich nächtens träume, ist solcher Schrott, dass es nicht einmal einen Blogeintrag zwecks Deutungsmöglichkeiten wert ist; eine wirre, auch in größeren Zügen völlig unstrukturierte Abfolge von Bildern und Gefühlen, die mich gesichtslos noch den halben Tag lang verfolgen. Und zwar so sehr verfolgen, dass ich heute früh im Postkasten vergeblich unsere abonnierte Freitagszeitung gesucht habe und mir erst bei der gedanklichen Formulierung der Reklamation in den Sinn gekommen ist, dass Freitagsblätter üblicherweise nicht an Donnerstagen zugestellt werden.

Die Krönung des heutigen Tages war aber zweifellos der vormittägliche Einkauf. Ich wollte den besten aller Ehemänner (Home-Office) mit einem bestimmten seiner Lieblingsgerichte überraschen, dessen Grundzutat gleichzeitig jene einer anderen Lieblingsspeise darstellt. Eingekauft habe ich die Grundzutat - und den Rest für das zweite, nicht geplante Gericht. Draufgekommen bin ich zu meinem Entsetzen allerdings erst in jenem Augenblick, als ich die Zutaten aus dem Einkaufskorb genommen hatte und sie - "Schau, was ich heute koche !" - meinem Mann zeigte, der angesichts des Einkaufs logischerweise jenes Gericht nannte, welches ich heute nicht zubereiten wollte.

Dieser plötzliche Bruch der gemutmaßten Realität war mehr als grausig. Genau so muss es sich anspüren, wenn Alzheimer-Patienten lichte Momente haben ...

Walküres Fluch beginnt sich auszubreiten, und zwar auf die Friseurbranche. Heute früh wurde mir beschieden, dass mein überaus geschätzter Friseur nicht mehr aus dem Urlaub zurückgekommen ist. Nein, nicht aufgrund seines plötzlichen Hinscheidens, sondern weil er andere berufliche Pläne hegt.

Diese Nachricht passt haargenau zum Rest meiner heutigen Befindlichkeit, die sich schon seit Tagen aufgebaut hat. Nachts kann ich kaum schlafen, dafür bin ich in Versuchung, am frühen Nachmittag in komatösen Schlaf zu verfallen und nach drei Stunden taufrisch wieder aufzutauchen; das Körpergefühl ist derzeit unter jeder Diskussion (Seit ungefähr einer Woche bin ich jeweils nur relativ kurz mit Herrn Hund unterwegs gewesen, weil er krank war, weshalb mir wahrscheinlich auch ein Teil der gewohnten Bewegung fehlt.) und der seelische Zustand könnte auch deutlich besser sein. Obwohl ich beschlossen habe, erst einmal die weitere Entwicklung abzuwarten, geht mir nämlich diese Geschichte wohl auch mehr an die Nieren als ich zunächst gedacht habe. Ach ja, einen Brief gibt es da auch noch, über den ich mich sehr geärgert habe und dessen Essenz schon vor vielen Jahren abzusehen war. Aber manchmal hätte man doch eher lieber nicht recht mit seiner Einschätzung.


Gefühlter Zustand: Löwenkäfig.
(Wobei der eingesperrte Löwe ich bin.)

 

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