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zwischen Pubertät und Altersstarrsinn

 

Bilder und Musik

Die Handlung darf weitgehend als bekannt vorausgesetzt werden; die Altersfreigabe liegt für diesen Film bei zehn Jahren, ein Alter, welches mir passend scheint - mit einer darstellerischen Ausnahme: Was Helena Bonham-Carter in ihrer Nebenrolle als Bellatrix Lestrange zeigt, ist große Schauspielkunst. Als schwerst soziopathische Ausgabe von Nina Hagen zerstört sie aus reiner Lust am Zerstören, ohne jegliche moralische Instanz und daher völlig skrupel- und zügellos. Helena Bonham Carter kann hier Heath Ledger in seiner letzten Rolle als Joker jederzeit das Wasser reichen, ihre bösartige Intensität verleitet einen umgehend, sich selber fasziniert und entsetzt zugleich Zauberkräfte zu wünschen, um sie machtvoll in die Schranken zu weisen. In der nächsten Verfilmung würde ich gerne mehr Szenen mit ihr sehen ...

Fazit: Buntes, unterhaltsames Kino mit vielen Special Effects und bekannten Gesichtern war das, was wir erwartet haben, und genau das haben wir auch bekommen. Ungefähr zweieinhalb Stunden dauert der Film; mir ist die Zeit sehr schnell vergangen, denn als ich zum ersten Mal auf die Uhr gesehen habe, weil mir schien, dass das, was da gerade vor mir über die Leinwand flimmerte, der Beginn des Showdowns sein könnte, waren bereits zwei Stunden vorbei.

Das kommt davon, wenn man nebenher den Fernseher laufen lässt. Plötzlich weiß man, wie sich eine Zeitreise anspürt:



The Catch - 25 Years (1983, Maxiversion)




Godley and Creme - Under your Thumb (1981)




10 cc - I'm not in love (1975)

red-shoes

gesehen bei Popp & Kretschmer vis-à-vis der Staatsoper

Filmrezension

haashaus

blauregen

Sie waren bei diesen Worten auf einen geräumigen Platz gekommen, der an den Seiten durch die ländlichen Wirtschaftsgebäude, im Hintergrunde durch das Herrenhaus begrenzt wurde, an dessen beide Flügel sich eine hohe Gartenmauer anschloß; hinter dieser sah man die Züge dunkler Taxuswände, und hin und wieder ließen Syringenbäume ihre blühenden Zweige in den Hofraum hinunterhängen. Männer mit sonnen- und arbeitsheißen Gesichtern gingen über den Platz und grüßten die Freunde, während Erich dem einen und dem anderen einen Auftrag oder eine Frage über ihr Tagewerk entgegenrief. - Dann hatten sie das Haus erreicht. Ein hoher, kahler Hausflur nahm sie auf, an dessen Ende sie links in einen etwas dunkleren Seitengang einbogen. Hier öffnete Erich eine Tür, und sie traten in einen geräumigen Gartensaal, der durch das Laubgedränge, welches die gegenüberliegenden Fenster bedeckte, zu beiden Seiten mit grüner Dämmerung erfüllt war; zwischen diesen aber ließen zwei hohe, weit geöffnete Flügeltüren den vollen Glanz der Frühlingssonne hereinfallen und gewahrten die Aussicht in einen Garten mit gezirkelten Blumenbeeten und hohen, steilen Laubwänden, geteilt durch einen graden breiten Gang, durch welchen man auf den See und weiter auf die gegenüberliegenden Wälder hinaussah. Als die Freunde hineintraten, trug die Zugluft ihnen einen Strom von Duft entgegen.

Theodor Storm, Immensee

Ob jemand auch in schlechten Zeiten zu einem steht, ist zweifellos ein Prüfstein für eine Freundschaft, aber unterschätzt wird allgemein, dass es auch keineswegs selbstverständlich ist, mit Menschen gemeinsam schöne Dinge und Erlebnisse teilen zu können. Wir haben am vergangenen Osterwochenende reichlich geteilt und noch mehr erhalten ...

tower-schwechat

Die dort oben arbeitenden Menschen haben dankenswerterweise dafür gesorgt, dass am Freitagnachmittag nicht nur unsere Freunde wohlbehalten gelandet sind; zu tun gab es genug, denn die Flugzeuge sind beinahe im Minutentakt gelandet. Nach einem kurzen Abstecher ins Hotel war dann ein Begrüßungskaffee im Süssi in der Operngasse zwingend notwendig ...

vitrine-suessi

Mit meiner Begeisterung fürs Freihausviertel stehe ich nicht alleine da, und so sind wir nach einem Spaziergang am Abend dann im "Neni" eingetrudelt, das an diesem lauen Abend einmal mehr brechend voll war, was uns allerdings wenig kümmerte, weil wir rechtzeitig reserviert hatten. Als lebensrettende Sofortmaßnahme hat sich die dort angebotene köstliche selbstgemachte Limonade erwiesen:

lemonata-bei-neni

Der New York Cheese Cake schmeckt übrigens ebenfalls grandios !

cheesecake

Am Samstag dann war ein Stadtbummel zwingend erforderlich, denn es wollten Sommersandalen (Falsch eingeschätzte Witterung - am Osterwochenende war Wien jener Ort in Europa, der die höchsten Temperaturen aufzuweisen hatte. Tagsüber hatten wir tatsächlich schon Sommer !), Parfums und Bücher gekauft werden und darüber hinaus erforderte das geplante gemeinsame Osterfrühstück noch ein paar Zutaten. Am späteren Nachmittag zogen wir es dann vor, bei uns daheim zu entspannen und uns seelisch auf den Abend vorzubereiten, an dem wir uns mit gemeinsamen guten Bekannten, die ebenfalls gerade im Lande weilten, zum Essen treffen wollten.

gastgarten

Natürlich war der Abend noch mindestens so jung wie wir uns an diesem Tag fühlten, und so beschlossen wir nach dem Essen, in die Innenstadt zu fahren und uns ein paar nicht jugendfreie Getränke zu genehmigen, ein Unterfangen, das als solches nicht unbedingt mit Erfolg gekrönt war, denn die Sky Bar (eine glamouröse nächtliche Aussicht über Wien kommt bei Gästen immer gut an) war zu voll, um ebendiese Aussicht gebührend bewundern zu können. Aus einer Laune heraus kam die Idee ins Spiel, die Eden-Bar aufzusuchen. Mit dem Satz "Wenns den Eseln zu wohl ist, gehen sie aufs Eis" könnte man den dortigen Besuch am besten zusammenfassen. Das Ambiente ist angenehm, aber die Cocktails sind schlecht gemixt, die Musik hätte besser zu einem Treffen in den 70er-Jahren steckengebliebener Discofox-Anhänger gepasst und auch ein Franco Andolfo erreicht irgendwann sein künstlerisches Ablaufdatum. Kein Wunder, dass kaum Gäste vorhanden waren, obwohl in der ganzen Innenstadt sich die Leute schier gegenseitig auf die Füße stiegen, weil soviel Publikum unterwegs war. Nun ja.

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Spätestens beim Osterfrühstück war der Ärger schon wieder vergessen. Der Nachmittag war wieder zum Entspannen vorgesehen, denn für den Abend hatten wir geplant, ins Kino zu gehen, um "Watchmen" zu sehen. Der männliche Part unserer Gäste ist ein glühender Verehrer des Comics, hatte den Film in Deutschland schon gesehen und war an unserer Meinung interessiert, wobei er keineswegs vom Film grundsätzlich enttäuscht war. Ich dachte an Davids Filmrezension und war erst recht neugierig.

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Wir waren wiederum mit unseren gemeinsamen Bekannten im Kino; am Ende des Films habe ich festgestellt, dass die zwei von uns, die den Comic überhaupt nicht gekannt hatten, den Film grottenschlecht fanden und weder mit dem Plot noch den Bildsprache noch der Musik wirklich etwas anfangen konnten. Ich für meinen Teil gebe unumwunden zu, dass ich diesen Film mag; den Comic 1:1 umzusetzen, ist ohnehin ein Ding der Unmöglichkeit, aber die Szenen, Charaktere und Bilder haben für mich hohen Wiedererkennungswert. Die Musik ist sehr, sehr gut gewählt, wenn mich jemand fragt, und Jeffrey Dean Morgan, den Darsteller des "Comedian", würde ich gerne öfter im Kino sehen, weil ich finde, dass er sehr intensiv spielt und Serien, auch wenn sie erfolgreich sind, ihm nicht genügen sollten.

Den Abend haben wir bei uns ausklingen lassen, weil unsere Hausbar besser sortiert ist als die in der Eden ...

Der Montag war gemütlich: Wieder Frühstück bei uns, nachmittags eine Runde im Stadtpark, Besichtigung der Ringstraße und am Abend Sushi & Champagnercocktail (letzteren nahmen wir allerdings wiederum bei uns).

kursalon-stadtpark

Am Dienstagabend sind sie wieder heimgeflogen, werden aber höchstwahrscheinlich im Mai wiederkommen. Ich freu mich jetzt schon aufs Wiedersehen ...


PS: Am späteren Sonntagnachmittag waren wir gemeinsam im Labyrinth des Schönbrunner Parks, wobei zu sagen ist, dass wir viel Gaudi hatten, wenngleich auch die beiden Herren der Schöpfung uns sofort zielsicher hinein- und auch wieder hinausgeführt haben. Ohne die Plattform in der Mitte zu erreichen. Dieser Triumph und die damit verbundene Aussicht war dann der T. und mir vorbehalten.

labyrinth-schoenbrunn



LYRIK / TEXT in Deutsch and English (written by Hildegard Knef 1967/68) :

Mit sechzehn sagte ich still, ich will,
will gross sein, will siegen, will froh sein, nie lügen,
mit sechzehn sagte ich still, ich will,
will alles, oder nichts.

Für mich soll´s rote Rosen regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen.
Die Welt sollte sich umgestalten,
und ihre Sorgen für sich behalten.

Und später sagte ich noch, ich möchte
verstehen, viel sehen, erfahren, bewahren,
und später sagte ich noch, ich möcht
nicht allein sein und doch frei sein.

Für mich soll´s rote Rosen regnen,
mir sollten sämtliche Wunder begegnen.
Das Glück sollte sich sanft verhalten,
es sollte mein Schicksal mit Liebe verwalten.

Und heute sage ich still , ich sollte,
mich fügen, begnügen, ich kann mich nicht fügen,
kann mich nicht begnügen, will immer noch siegen,
will alles - oder nichts !

Für mich soll´s rote Rosen regnen,
mir sollten ganz neue Wunder begegnen.
Mich fern, von Altem neu entfalten,
von dem, was erwartet, das Meiste halten.
Ich will.... Ich will........

[Link; auch der englische Text findet sich hier]


Sie war und ist einzigartig; in meiner Kindheit wurden ihre Lieder (zumindest in meinem Umfeld) nur naserümpfend hingenommen - und ich hätte mir die Knef als Verwandte gewünscht, die ein- oder zweimal im Jahr bei Familienfesten auftaucht und dort die ganze verlogene Bagage (nicht alle, aber die meisten fielen in diese Sparte) mit ihrer Weltgewandtheit und ihrem Scharfsinn ordentlich durcheinanderbringt ...

schneeschauer

Eines meiner Fotos, das ich persönlich sehr schätze, weil es genau meinen Eindruck der Borromäuskirche auf dem Zentralfriedhof wiedergibt, ist in der neuen, sechsten Ausgabe des Schmap Vienna Guide zu finden. Brotlose Kunst, keine Frage, aber über die Ehre, in dieser Form vor größerem Publikum auftreten zu dürfen, freue ich mich außerordentlich ! Das Bild ist Ende Mai 2006 während eines Wien-Aufenthaltes von lieben Freunden bei einer Besichtigung des Zentralfriedhofs entstanden - an dem einzigen Tag mit Schönwetter.

borromaeuskirche

Die Kuppel gehört übrigens zum Schönsten, das ich diesbezüglich kenne:

kuppel-borromaeuskirche

Unser Gast hat mich auf diesen Clip aufmerksam gemacht:



Und hier die Variante für alle World-of-Warcraft-Fans:



PS: Informationen über Simon Pegg

 

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