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Maria Hofbauer

 

Essen und Trinken

Wie bereits erwähnt, bin ich beim Barbecue im wahrsten Sinne des Wortes auf den Geschmack gekommen, und natürlich hat es mich gereizt, mich auch am Pulled Pork zu versuchen. Das Hauptproblem hierzulande ist aber vermutlich die Beschaffung des Fleisches, da mir kein Metzger bekannt ist, der Fleisch für Pulled Pork, echte Spareribs sowie Beef Brisket anbietet, und zwar am liebsten in Bio-Qualität. Hat jemand Lust, eine Marktlücke zu füllen? Als ich dann unlängst im Großmarkt einen Schopfbraten im Ganzen (in etwa 3 Kilo) entdeckt habe, musste ich folgerichtig nicht lange überlegen, ob ich ihn kaufe oder nicht. Dass der Braten ausgelöst war und somit die eigentlich erforderliche Schwarte fehlte, gedachte ich durch regelmäßiges Moppen des Fleischstückes auszugleichen.

Ein paar Tage später: Ungefähr eine Stunde vor dem Einlegen in den Smoker bastle ich einen Rub, um das Fleisch vorzubereiten.

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Es bleibt Zeit für einen Kaffee, danach wird das Mise en Place für den Smoker zusammengestellt:

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Unterzünder, zwei lange und hitzebeständige Handschuhe, Küchenrolle, Stoffhangerl, sowie fürs Aroma Hickorystücke zusätzlich zu den Buchenscheiten.

Die Axt im Hause.

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Wichtig ist auch, den Eimer, der für abtropfendes Wasser und Fett gedacht ist, aufzuhängen. Andernfalls nämlich Riesenschweinerei.

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Die Unterzünder malerisch drapieren und mittels Gasanzünder entflammen (mit Zündhölzern oder Feuerzeug wird man nämlich alt dabei).

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Das Loch im Deckel über der Feuerstelle dient nicht der Materialersparnis, sondern sorgt dafür, dass man den flachen Teil der Abdeckung als Herdplatte verwenden kann. Habe ich schon erwähnt, dass ich solcherart durchdachte Details sehr schätze?

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Scheiter auf die Anzünder, Lüftungsschlitze auf, Deckel zu.

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Die erforderliche Temperatur ist im Gegensatz zum Grillen schnell erreicht, und los gehts!

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Während das Fleisch warm wird, rühre ich in der Küche die Mopsauce zusammen. Der Geruch ist tatsächlich anfangs gewöhnungsbedürftig, aber das ist der von einer Rindsuppe, die gerade zu kochen beginnt, auch.

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Abwarten. Miss Amy sonnt sich, der Herr Hund zieht den kühlen Schatten vor, wir, die Zweibeiner, gönnen uns einen Eiskaffee auf der Terrasse.

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Ungefähr eineinhalb Stunden vor Schluss werden die Zutaten für meine spezielle Barbecuesauce im sogenannten Opfertopf (Opfertopf deshalb, weil er in den Smoker gestellt wird, damit die Sauce einreduziert, und man damit rechnen muss, dass er trotz Geschirrspüler nicht mehr so schön wird wie er vorher war - also besser Hände weg von der württembergischen Edelware!) zusammengemischt:

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Schaut gut aus, ja. Sogar mit Smokering.

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Schmeckt auch so.

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Nachtrag 1: Wir haben das Fleisch nicht händisch in Stücke zerpflückt, sondern in Scheiben geschnitten und dann auf den Tellern zerteilt, weil wir wussten, dass vom Bratenstück einiges bleiben würde. Die Fleischstückchen in angetoastete Burger Buns geben, Barbecuesauce darüber (über die originale Essigsauce haben wir uns dann doch geschmacklich noch nicht drübergetraut), dazu selbstgemachten Coleslaw. Perfekt.

Nachtrag 2: Nicht weniger perfekt ist die daraus resultierende Resteverwertung. Getoastete Sandwichbrotscheiben dünn mit Mayonnaise (diese Schreibweise ist Absicht) bestreichen, dünn geschnittene Scheiben vom Pulled Pork sowie eine Scheibe Käse nach Gusto darauflegen, zum Abschluss noch Tomatenscheiben und eine zweite Scheibe Brot - fertig ist das Frühstückssandwich für heiße Tage!

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Da schaltest du an einem verregneten Nachmittag nichts Böses ahnend ausnahmsweise einmal den Fernseher ein, zappst dich durch ein paar Kanäle – und bleibst bei einer Kameraeinstellung hängen, in der ein freundlich wirkender, bebrillter Mann mittleren Alters auf einer saftig grünen, mit Holz umzäunten Weide steht. Statt von Kühen oder anderem Getier umgeben, eingerahmt von Grillern diverser Marken und in Bauweisen, die du mit ein oder zwei Ausnahmen noch nie zuvor irgendwo gesehen hast. Du schaust fasziniert zu, wie dieser Mensch mit Lebensmitteln und Gewürzen hantiert und mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit daraus ein Essen zaubert, das du in dieser Form ebenfalls noch nie zuvor gesehen hast. Schon seit deiner Jugend mit einer Begeisterung fürs Kochen im Freien versehen, kippst du in diesen Stoff schneller hinein als du „Sonntagsessen“ sagen kannst. Du meinst, du weißt relativ viel übers Grillen, das hierzulande auch gerne als „Barbecue“ bezeichnet wird, und genau das besagt wiederum schon, dass du mit diesem Thema bei weitem nicht so gut vertraut bist wie du bislang geglaubt hast. Steven Raichlen – so heißt der sympathische Herr auf der Weide – führt dir schon nach wenigen Minuten vor Augen, dass es da noch sehr viel mehr gibt als es sich der gemeine Mitteleuropäer träumen lässt.

Ebenfalls angefixt von diesem Sujet, belegen der beste aller Ehemänner und die Tochter nach kurzer Internetrecherche ein paar Wochen später einen Smokerkurs, wiederum nach wenigen Wochen wird ein Smoker geliefert, und zwar dieser hier:

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Ich für meinen Teil brauche für solche Unternehmungen immer Sekundärliteratur, weshalb „The Barbecue Bible“ (der Inhalt ist übersetzt) sowie „Barbecue“ zu unserem Kochbuchfundus stoßen.

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Was diese beiden Titel angeht, kann ich sie sehr empfehlen. Die Beschreibungen in den Rezepten sind ausführlich, es gibt übersichtliche Gartabellen, viele Abläufe in der Vorbereitung werden Bild für Bild gezeigt und auch das Zubehör, mit dem Mr. Raichlen jeweils arbeitet, wird erklärt. Ein bissl schmerzt mich ja diese Übersetzung hier:

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Pulled Pork, einen der BBQ-Klassiker, müsste man nicht unbedingt übersetzen, und schon gar nicht mit „Gerupfter Schweinebraten“. Nun ja. Einen Moment bitte: Schweinsbraten vom Grill? Wie soll denn das funktionieren, 3,4,5 Kilo Fleisch oder sogar mehr am Stück auf einem Grill zuzubereiten, ohne dass das Fleisch innen roh und außen verbrannt ist? Immerhin, der statistische Durchschnitt würde dann wieder stimmen, dafür aber der Genuss deutlich auf der Strecke bleiben, also was ist das jetzt dann für eine Geschichte mit diesem Braten? Des Rätsels Lösung liegt darin, dass Barbecue und Grillen nicht dasselbe sind. Grillen findet meist über offener Holzkohlenglut statt, während Barbecue (in den beiden Büchern als „indirektes Grillen“ bezeichnet) bedeutet, dass das Fleisch in warmem Holzrauch langsam gegart wird. Da dauert dann die Zubereitung von Baby Back Ribs (die in Österreich fälschlicherweise häufig als Spareribs verkauft werden) mitunter schon mehr als einen halben Tag, das Ergebnis ist sehr wahrscheinlich jedoch umwerfend und erstaunlicher als alles, was man an Ripperln zuvor hierzulande gegessen hat.

Alleine schon die Würze besteht beim klassischen Barbecue nicht aus Grillgewürz aus dem Supermarkt, sondern wird selbst zubereitet, was aber keine Hexerei ist. Ein Mörser hat immer Sinn, und die in Originalrezepten oft verlangten Selleriesamen gibt es auf jeden Fall online zu kaufen. Diese Gewürzmischung, den sogenannten Dry Rub, verwendet man zur Vorbehandlung der Fleischstücke. Bevor das Fleisch in den Smoker kommt, wird die Sache spannend; als weitere Würze und um zu verhindern, dass das Fleisch im warmen Rauch austrocknet, braucht es eine Mopsauce (auch als Basting Sauce bezeichnet und natürlich ebenfalls selbstgebraut), mit der das Gargut regelmäßig eingepinselt wird.

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Beim Finale kommt dann die Barbecue-Sauce zum Einsatz; auch sie wird idealerweise selbst zubereitet, bewirkt eine leicht knusprige Glasur und gibt zusätzlich Aroma. Mein derzeitige Lieblingssauce wird vor der Verwendung in einem Topf auf dem Rost der Brennkammer des Smokers einreduziert, sodass sie ebenfalls einen wunderbar rauchigen Geschmack annimmt. Perfekt als eigenständige BBQ-Sauce bei Tisch geeignet, übertrifft auch sie alle fertig gekauften Produkte, die ich kenne.

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Wer Interesse, jedoch wenig bis gar keine Gelegenheit hat, sich die verschiedenen Möglichkeiten des Arbeitens mit diversen Grillgeräten und Smokern anzusehen und sich eine Meinung darüber zu bilden bzw. herauszufinden, mit welchen Techniken er selber arbeiten möchte, dem empfehle ich auf jeden Fall einen Ausflug nach Gerasdorf bei Wien zum Barbecue point. Die meisten Geräte sind vor Ort zu besichtigen, es werden Kurse angeboten, reichlich Zubehör (auch Bücher und Gewürze) kann ebenfalls vor Ort erstanden werden, aber der tatsächliche USP (Ja eh, einmal pro Jahr muss auch ich mich in Managerdeutsch üben!) dort ist zweifellos die fundierte Beratung: Barbecue point Gerasdorf

Weitere Links:

Steven Raichlens Seite & TV-Serie "Primal Grill"

Unsere Bezugsquelle für Selleriesamen und andere Gewürze

Besonders bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei meiner Tochter, ohne deren Kochkunst es diesen Beitrag nicht gäbe!

Mit dem richtig kalten Winterwetter haben wirs ja heuer nicht unbedingt, zumindest nicht im Osten Österreichs, aber das soll niemanden davon abhalten, dieses Rezept für ein kräftiges, wärmendes Ragout nachzukochen!

Zutaten:
  • 1,5 kg Rindfleisch, allerdings kein Gulaschfleisch (bei mir war es heute Mageres Meisel = Schulterfilet vom Metzger meines Vertrauens); gut vorstellen kann ich mir auch, dass dieses Ragout mit Reh, Hase oder Hirsch zur Geltung kommt
  • 500 g Champignons oder andere frische Pilze nach Gusto
  • 1 Liter Obers (= Sahne)
  • 1/2 Liter Rotwein (Grundregel bei mir wie immer: Nur solchen Wein, den man auch trinken würde, zum Kochen verwenden. Teure Tropfen allerdings sind beim Kochen verschwendet, auch das muss man ganz klar sagen.), bei mir war das "Cuvee Red 2012" vom Heinrich Gernot aus Gols (Region Neusiedlersee) - großartig, weil sein Geschmack während des Kochvorgangs bestehen bleibt.
  • Etwas Butterschmalz zum Anbraten
Zum Würzen:
  • geräuchertes Meersalz (heute: Maldon)
  • 2 Esslöffel geschnittenes, getrocknetes und grob gemörsertes Suppengrün (z.B. von Kotànyi)
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 Schuss Balsamico
  • zwei bis drei gehackte oder gepresste Knoblauchzehen
  • 1 Esslöffel Zwiebelpulver

Zubereitung:

Das Fleisch entweder würfelig (Größe wie bei Gulasch) schneiden, im heißen Butterschmalz unter mehrmaligem Wenden bei guter Hitze anbraten, bis Rückstände vom Braten am Boden des Topfes sichtbar sind (Nein, das ist nicht dasselbe wie Anbrennenlassen!), dann die blättrig geschnittenen Pilze kurz mitrösten lassen und sofort langsam mit dem zimmerwarmen Rotwein ablöschen. Sobald diese Mischung kocht, ebenfalls langsam und unter Rühren das Obers zugießen. Gewürze dazugeben und eine Stunde lang auf kleiner Flamme köcheln lassen. Danach nochmals abschmecken und anschließend die Sauce nach Belieben binden - fertig!

Bei uns hat es als Beilage die wunderbar altmodischen Hörnchennudeln gegeben, aber auch Spätzle passen perfekt dazu.

PS: Dieses Gericht lässt sich gut vorkochen, weil es zu jenen Speisen gehört, die aufgewärmt fast noch besser schmecken als frisch.

Meine schriftliche Abrechnung mit dem Jahr 2013 steht noch aus; fraglich ist, ob ich sie überhaupt verfasse, denn ich fürchte, sie käme aufgrund diverser ein wenig deftigerer Schimpfwörter sofort auf den Index. Keine Frage, dass mir noch nie in meinem Leben weniger nach Weihnachten zumute war als heuer. An den vergangenen Tagen habe ich dennoch Kekse gebacken, weil Keksduft den Grau-in-Grau-Nebel niederzukämpfen vermag, der sich nicht nur auf der Seele ausbreitet, sondern auch dafür sorgt, dass es ganze kurze Tage lang nicht richtig hell wird.

Kurze Vorgeschichte: Mein Mann und ich sind nicht erst seit unserem London-Aufenthalt begeisterte Teetrinker. Zu einer nachmittäglichen Tasse Tee schmecken Shortbread Fingers ganz ausgezeichnet, die hierzulande nur von Walkers angeboten werden. Nichts gegen die Firma, ganz im Gegenteil, ich halte von ihren Produkten viel (Und nicht nur ich, denn London-Touristen kaufen säckeweise Produkte von Walkers!), aber irgendwie hat es mich nicht nur aus preislichen Gründen gereizt, zu schauen, ob ich Shortbread Fingers auch selber backen kann. Ein Rezept hatte ich im WWW schnell gefunden (Ich weiß, Marzipan ist nicht unbedingt authentisch, hat aber sehr reizvoll geklungen.), und so hab ich mich gestern ans Werk gemacht:

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Sie sind ein bissl zu dünn geraten, was aber rein gar nichts am köstlichen Geschmack ändert!

Wie bitte? Ach, das Rezept wird gewünscht? Aber gerne doch, hier ist es:

Shortbread Fingers bei den Küchengöttern

Mir scheint übrigens, dieses feine Gebäck eignet sich nicht nur zu Weihnachten unter anderem als perfektes Mitbringsel für Menschen, die gerne Tee trinken.

Wenn es draußen grau und nebelig ist und den ganzen Tag lang nicht richtig hell wird, stehe ich sehr gerne in der Küche, um gutes Essen zu zaubern, das Leib und Seele wärmt. Und nur wenig ist schöner, als an einem regnerischen, windigen Herbsttag von einem Spaziergang in seine vier Wände zurückzukommen, wo es behaglich warm ist und nach gutem, selbstgekochtem Essen duftet!

Heute zubereitet:

Muffins mit Aranzini
Nudelauflauf mit Schinken

Nach längeren Testreihen habe ich vor ein paar Monaten ein Grundrezept für Muffins entdeckt, das eine ideale Basis für unterschiedliche Variationen darstellt; es besteht aus folgenden Zutaten und ergibt 12 Stück:
  • 280 g Mehl
  • 3 Tl Backpulver
  • 1 Tl Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 120 g Zucker (Sorte nach Belieben)
  • 2 große Eier
  • 90 g zerlassene, lauwarme Butter
  • 250 g Créme double
  • 150 g Irgendwas
Die Créme double ist Platzhalter für diverse flüssige bis cremige Alternativen wie beispielsweise Buttermilch (sehr gut bei Muffins mit frischen Beeren), normale Milch oder auch - wie in meinem heutigen Fall - für mit etwas Rum verdünnten Mascarpone (sorgt dafür, dass die Muffins länger saftig bleiben), die 150 g Irgendwas können von Schokotröpfchen über Marzipan bis zu Nüssen alles sein, vorausgesetzt, es handelt sich um trockene Zutaten. Ich habe heute Aranzini verbacken, was auch sehr zu empfehlen ist. Der Teig selber wird zubereitet, indem man zuerst die trockenen Zutaten vermischt, dann in einer anderen Schüssel die flüssigen Ingredienzen vermengt und danach zu den trockenen Zutaten gibt. Eher schlampig verrühren - Mehlspuren dürfen zu sehen sein (Es hat bei mir sehr lange gedauert, meine diesbezüglichen Prinzipien über den Haufen zu werfen!). In die Förmchen füllen und im auf 200° (Ober- und Unterhitze) vorgeheizten Backrohr 20 Minuten lang backen; die Oberseite sollte goldbraun sein.

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Schaut fein aus und schmeckt auch so !

Weiter geht es mit meinem Nudelauflauf, auch so eine Geschichte, die sich sehr gut mit allem, was Garten und Keller hergeben, variieren lässt. Die einzigen immer verwendeten Zutaten sind Nudeln (Wie unerwartet!), Eier und Obers (Sahne); meistens auch Käse zum Überbacken. Statt des Schinkens schmecken Erbsen und Babykarotten sehr angenehm, auch Brokkoliröschen oder Schwammerln passen gut.

Mein heutiges Rezept:
  • 500 g Spiralnudeln (Hartweizengrießteigware), fünf Minuten vorgekocht
  • 250 g eher magerer Schinken, in feine Streifen geschnitten
  • 250 g geriebener Käse nach Gusto, wobei die Hälfte davon in die Masse gemischt wird
  • 4 große Eier
  • 1/4 l Obers
  • 1/4 l Sauerrahm
  • 1/8 l Milch
  • 3 - 4 Esslöffel Mascarpone
  • geräuchertes Salz, schwarzer Pfeffer, gehackte Petersilie
Die Nudeln mit Schinken und Käse vermischen, in eine durchschnittlich große Auflaufform geben. Die anderen Zutaten gut verrühren, würzen und über die Masse leeren, dann den restlichen Käse drüberstreuen. Im vorgeheizten Backrohr (200°, Ober- und Unterhitze) 30 Minuten im eher unteren Bereich garen, vor dem Servieren noch zehn Minuten im leicht geöffneten Backrohr ziehen lassen.

Kochen ist bei Temperaturen über dreißig Grad und in der Urlaubszeit nicht selten ein eher leidiges Thema, denn eigentlich ist es sogar zum Grillen schon zu warm, und wenn man gegen Abend aus dem Schwimmbad zurückkommt, mag sich auch niemand mehr in die Küche stellen. Hinzu kommt noch, dass in Haushalten mit mehreren Personen der Hunger recht oft auch unterschiedlich verteilt ist, nicht zuletzt, weil jeder Körper auf Hitze individuell reagiert. Ideal wäre also eher leichtes, erfrischendes Essen, das sich gut vorbereiten lässt und kühl am besten schmeckt.

In meinem Fundus hat sich im Hinblick auf diese Prämisse über die Jahre ein Rezept entwickelt und eingebürgert, das ich nur empfehlen kann, und zwar gleichermaßen für Zuhause, für ein Picknick und eine Einladung, zu der jeder etwas mitbringt. Es handelt sich um meinen Nudelsalat, dessen Zubereitung schnell und einfach zu bewerkstelligen ist und sogar schon am Vortag stattfinden kann; gut durchgekühlt schmeckt dieses Gericht nämlich am allerbesten!

Zutaten- bzw. Einkaufsliste, ergibt 10 Hauptspeisenportionen:
  • 1 mittelgroßes, festes Häupel Eissalat
  • 1/2 kg kleine Rispen- oder Cocktailtomaten
  • 1 Salatgurke
  • 1 roter und 1 gelber Paprika
  • 1/2 kg Nudeln; ideal sind Spiralnudeln, und zwar aus Hartweizengrieß
  • 1 kleines Glas Kapern
  • 40 Deka Mozzarella zum Kochen (im Block erhältlich, lässt sich gut schneiden und behält die Form)
  • 3 Gläser hochwertiger Thunfisch in Olivenöl
  • für die Marinade weißer Balsamico oder Weißweinessig, frische Kräuter nach Belieben, Salz & Pfeffer
Zubereitung:

Nudeln kochen und kalt abschrecken. Den zugeputzten Eissalat in mundgerechte Streifen schneiden, die entkernten Paprika ebenfalls; die Gurke schälen, halbieren und in Scheiben schneiden. Die Tomaten der Länge nach halbieren. Kapern kurz unter kaltem Wasser abspülen; Thunfisch abtropfen lassen, dabei das Öl in einer Schüssel auffangen. Mozzarella in kleine Würfel schneiden. Aus dem Öl, Wasser, Essig, Salz und Pfeffer eine kräftige Marinade bereiten (kräftig deswegen, weil die Nudeln einiges an Würze aufnehmen), wobei Kräuter optional sind. Alles in einer passenden Schüssel gut durchmischen und für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank stellen, zwischendurch eventuell nochmals mischen.
So sieht das Ergebnis dann aus:

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Der beste aller Ehemänner hatte heute am Nachmittag einen kurzen Termin in der Nähe des Yppenmarktes, das Wetter war grad recht für einen kleinen Stadtausflug, Gusto auf Baklava hatte ich ohnehin schon seit ein paar Tagen, und so beschloss ich kurzerhand, mit ihm zusammen in den 16. Bezirk zu fahren. Mir war zuerst nach einem Kaffee im An-Do; als mein Mann von seinem Termin kam, meinte er, er würde noch gerne bei der nur wenige Schritte entfernten Staud-Filiale vorbeischauen, um ein paar Gläser mit eingelegtem Gemüse zu kaufen. Gesagt, getan. Leider besagte ein Aushang, dass das Geschäft zu der Zeit, in der wir dort waren, noch Mittagspause hatte; als wir jedoch zum zweiten Eingang kamen, war die Tür offen und etliche Menschen befanden sich im Geschäftslokal, darunter auch ein Mann und eine Frau, die uns zuvor begegnet und aufgefallen waren, weil sie ein großes, dünnes, gut verpacktes Etwas getragen hatten. Auf die vorsichtige Frage meines Mannes hin, ob geöffnet sei, meinte ein Mitarbeiter zuvorkommend, nein, sonst um diese Uhrzeit eigentlich nicht, aber wir könnten gerne hereinkommen.

Noch während mein Mann seine Bestellung aufgab, stellte sich heraus, dass die Frau und der Mann ein Bild gebracht hatten, welches hier im Geschäft seinen Platz finden würde; auch der Eigentümer der Firma Staud, Diplomkaufmann Hans Staud, war persönlich anwesend. Uns wurde mitgeteilt, es handle sich um eine Fotografie eines österreichischen Gerichtes (damit ist in diesem Fall nichts gemeint, was mit Justiz zu tun hat, sondern ein Synonym für "Speise"), welches auf unorthodoxe Weise dargestellt sei. Uns war die Neugier vermutlich anzusehen, denn wir wurden freundlich eingeladen, der Enthüllung des Werkes beizuwohnen.

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Ausgepackt sieht das Bild so aus:

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Gezeigt wird das Werk aus der Serie "NAMEit vienna" hier von den beiden Künstlern persönlich; es handelt sich um Petra Schmidt und Sasa Asanovic, über die es auf foodartists.at mehr zu erfahren gibt; auf dem unteren Bild präsentiert sich freundlicherweise auch Herr Staud meiner Kamera - leider nur der kleinen Olympus, während meine Nikon friedlich etliche Kilometer entfernt in meinem Arbeitszimmer schlummerte (In den Allerwertesten hätt ich mich deswegen beißen können, wirklich wahr! Es wird mir eine Lehre sein.).

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Was ich nach dieser anregenden Begegnung und einem Gespräch mit ihm über Hans Staud denke, lässt sich ohne Schwierigkeit in einem einzigen Satz zusammenfassen:
Gäbe es nur solche Unternehmer wie ihn, würden Wirtschaftskrisen erst gar nicht entstehen, weil für ihn sein Beruf seine Berufung ist und er dabei nie die Menschlichkeit aus dem Blickfeld verliert.

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Gabelbissen vom Karpfen, eine der vielen Köstlichkeiten, die derzeit beim Varga in Gols auf der Speisekarte stehen. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass man nach dem Verzehr dieser Vorspeise für den Rest seines Lebens für herkömmliche Gabelbissen nicht mehr zu begeistern sein könnte.

Vor einer ganzen Weile (im Februar, um genau zu sein) war ich auf der Suche nach einem Rezept für einen Käsekuchen (=Topfenkuchen), den sich jemand von mir gewünscht hatte, wobei sich die Suche eher verwirrend (Käsekuchen ist in Österreich nicht sehr bekannt) bis verstörend (aufgrund der vielen unterschiedlichen Zubereitungsarten) gestaltete, auch, weil keine Testphase vorgesehen war. Da ergab es sich wie ein Geschenk einer höheren Macht, dass eines Tages Miz Kitty eine solche Spezialität in ihrem Blog erwähnte - und freundlicherweise auf meine Bitte hin auch das Rezept einstellte: Miz Kitty's Random-Käsekuchen:

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Überflüssig, zu erwähnen, dass er ein voller Erfolg war, obwohl ich notgedrungen nur 20%igen Topfen verwendet habe, weil jener mit 40% nicht überall zu kaufen ist. Die schwierigste Aufgabe in diesem Zusammenhang ist übrigens eindeutig das Durchziehenlassen.

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Mohn, Joghurt und Orangen - eine köstliche Mischung und ein Dessert, das man in einem klassischen Heurigen nicht unbedingt erwarten würde. Tafi's Heuriger in Göttlesbrunn ist aber nicht nur der Nachspeisen wegen einen Besuch wert, denn die Heurigenschmankerl sind von exzellenter Qualität, ohne exaltiert zu wirken, und die Weine vom Taferner ("Excalibur" und "Tribun" sollte man als bekennender Rotweintrinker verkostet haben) begeistern mich immer wieder. Reservierung ist aufgrund des dankenswerterweise nicht überbordenden Platzangebotes sinnvoll!

 

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