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Maria Hofbauer

 

Garten & Natur

Der Tag des Gartenjahres, den ich am wenigsten mag, ist jener, an dem ich Schlauchwägen, Werkzeug, Gartenmöbel und nicht zuletzt die großen Kübelpflanzen zum Überwintern fertig mache. Heuer war ohnehin ein seltsames Jahr im Garten: Außer den Kirschen ausnahmslos alles Obst wegen des vielen Regens entweder kurz nach der Blüte schon abgefallen oder im bestenfalls halbreifen Zustand am Baum verfault. Keine Äpfel, keine Pfirsiche, keine Birnen, keine Quitten. Die Tomaten ebenfalls grün an den Stauden verfault, alles andere Gemüse so lala. Kürbisse hatte ich heuer keine im Garten, draußen auf den Feldern war die in anderen Jahren extrem üppige Ernte heuer katastrophal schlecht. Wie der Wein hier heuer wird, hängt wahrscheinlich in erster Linie von der Lage der Rieden ab. Die Grill- und Smokersaison ebenfalls unter jeder Diskussion, zweimal sogar mit Schirm beim Grill gestanden, und das hier, im sonnenreichsten Teil Österreichs.

Reifenwechsel steht diese Woche auch noch auf dem Programm; ich kann die Winterreifen nicht leiden, mag weder das Fahrverhalten des Wagens mit Winterreifen noch deren lautes Abrollgeräusch. Dass sich mein Körper von Jahr zu Jahr vehementer weigert, die Winterzeit anzunehmen, macht die Sache auch nicht besser.

Den ganzen Tag im Garten herumrumort. Hochbeete nachgefüllt, das Olivenbäumchen und den weißen Oleander aus ihrem Kellerverlies geholt und umgetopft, ein paar der Blütenstauden gedüngt und gemulcht. Kaffee getrunken. Plan für die weiteren Arbeiten erstellt und die dazupassende Einkaufsliste geschrieben. Fotografiert.

larve_maulwurfsgrille

Im mittleren Hochbeet habe ich etliche dieser Gesellen entdeckt, und mein Gedächtnis hat mich nicht getäuscht, denn es handelt sich hierbei um die Larve einer Maulwurfsgrille. Im Gemüsebeet brauche ich sie nicht unbedingt, deshalb habe ich sie delogiert: Jetzt befinden sie sich im Übergangsbereich zwischen einem kleinen, bleibenden Komposthügel und einem Totholzhaufen.

hochbeet

Mit diesen feinen, kleinen Hochbeeten habe ich gute Erfahrungen gemacht, weil sie einfach aufzubauen sind, auch wieder zerlegt werden können und von den Anschaffungskosten her deutlich im unteren Bereich rangieren.

blumenerde
Meine Tochter meint, dies sei die ansprechendste Verpackung für Gartenerde, die sie kennt, weil die Abbildung genau die Szenerie darstellt, in der man richtig Lust aufs Garteln hat!

pflanzkuebel_1

Was das Umtopfen meiner Kübelpflanzen anbelangt, muss der neue Behälter natürlich so konzipiert sein, dass überschüssiges Wasser abfließen kann. Die unterste Schicht besteht aus einer Lage Blähton, darüber kommt Blumenerde für Balkon- und Kübelpflanzen, darauf eine Schicht Langzeitdünger.

pflanzkuebel_2

pflanzkuebel_3

Die Pflanze wird in den neuen Topf gesetzt, mit reichlich Erde umgeben und bedeckt, eingegossen, noch einmal mit etwas Dünger versehen, und erst danach wird die abschließende Erdschicht aufgebracht.

Nach mittlerweile vier Jahren Anwendung kann ich mit gutem Gewissen diesen Langzeitdünger vom Praskac in Tulln empfehlen; er ist leicht zu dosieren, für viele Pflanzen verwendbar, wirkt sehr gut und ist extrem ergiebig:

langzeitduenger
Fertig. Für heute zumindest.

kuebelpflanzen

Es bleibt anhaltend frühlingshaft. Balsam für meine Seele und unsere Gartenbepflanzung!

veilchen1

Auf den Wiesenflächen gibt es mehrere solche Kolonien von Veilchen, und auch der Pfirsichbaum mit den köstlichen weißen Früchten hat beschlossen, seinen Winterschlaf zu beenden:

pfirsichbaum

kaiserkrone_2
Die Kaierkrone hat eine unfassbare Wuchskraft.

birnbaum

Einer der alten Birnbäume streckt sich der Sonne und dem blauen Himmel entgegen, und die ersten Bienen besuchen uns ebenfalls schon wieder:

biene
schafgarbe

Schafgarbe wächst bei uns besonders gerne; diese große Staude bleibt, auch wenn das Rundherum mit Gemüse bepflanzt werden wird.

hollerzweig_2

Holler, einer meiner Allzeitfavoriten.

buchsbaum_sorgenkind

Dieser Buchsbaum und seine vier Gefährten kümmern leider vor sich hin, aber ich bin den Ursachen schon auf der Spur: Zu wenig Erde (Flachwurzler) und deshalb zu wenig Feuchtigkeit sowie zu wenig Dünger. Kopf hoch, Jungs, das kriegen wir schon hin!

Drei Tage Sonne und der ganze Garten beginnt zu wachsen, zu grünen und (manche Wiesenblumen) auch schon zu blühen! Im vergangenen Jahr war mir nach dem langen Winter binnen weniger Tage die Gartenarbeit etwas über den Kopf gewachsen, heuer ist der Frühling zwar auch schnell gekommen, den Garten habe ich aber trotzdem im Griff. Heute hatte ich eigentlich vor, wie im vergangenen Jahr die beiden Lavendelpflanzungen in Kübeln wieder zu teilen - und musste verblüfft feststellen, dass es sich bei diesem Lavendel hier um eine einzige Pflanze handelt. Also nur zurückschneiden, wo es notwendig ist, und ansonsten staunen. Und sich über den Anblick und den Duft freuen.

lavendel

Die Gartenabteilungen in den meisten Baumärkten sind mir ja nicht sonderlich sympathisch, weil sie trotz den Pflanzen auf eigenartige Weise steril wirken. Ganz anders ergeht es mir im Lagerhaus in Bruck an der Leitha. Abgesehen davon, dass es dort auch ein ernstzunehmendes Angebot an Lebensmitteln gibt, umfasst das Sortiment wirklich alles, was mein Gärtnerinnenherz begehrt: Sämereien, Gartenzubehör jeglicher Art, hochwertiges Werkzeug, Pflanzen, Gartenmöbel und dergleichen mehr. Was ich auch schätze: Dort bekommt man noch echte Beratung (Man stelle sich vor: Die Angestellten gehen, statt sich rechtzeitig zu verstecken, sogar auf Konfrontationskurs mit den Kunden, indem sie sie von sich aus freundlich grüßen!). Heute hatte ich in der Nähe zu tun und habe auf dem Rückweg zwei Säcke mit Spezialerde für Kübelpflanzen erstanden; Sämereien kommen erst nach entsprechender Inventur in den nächsten Tagen an die Reihe, aber Radieschensamen musste trotzdem heute schon mit:

radieschensamen

Die Sorte nennt sich "Riesen von Aspern"; ohne Übertreibung sind diese Radieseln die besten, die ich kenne. Schon meine Mutter hatte sie seit meiner Kindheit jedes Jahr wieder gesät, und obwohl das Klima im Voralpenland deutlich feuchter und kühler ist als hier in Ostösterreich, waren die saftigen roten Knollen immer ein Genuss. Eine echte Besonderheit dieser Sorte stellt die Tatsache dar, dass die Riesen von Aspern erst ab der Größe kleiner Äpfel holzig werden, ein Stadium, welches sie ohnehin nie erreichen, weil sie schon lange zuvor der frühlingsbedingten Sehnsucht nach erntefrischem Gemüse zum Opfer gefallen sind.

Nachdem wir hier in Ostösterreich im vergangenen Jahr zu Anfang April noch Schnee hatten, konnte es eigentlich heuer nicht mehr schlimmer kommen. Tatsache ist, dass der Frühling derzeit schon unübersehbar Einzug hält, was ich heute auch wieder einmal in Bildern festgehalten habe:

wilder_wein

Am vorsichtigsten von allen Gewächsen hier im Garten verhält sich trotz Südlage der Wilde Wein. Wahrscheinlich steht er vom vorigen Winter her noch unter Schock, aber trotzdem sind schon zarte Knospen zu sehen.

madonnenlilie

Diese Madonnenlilie wurde als Zwiebelpflanze bereits im Herbst eingepflanzt und hat auch noch ausgetrieben, aber jetzt wächst sie sichtlich weiter.

kaiserkrone

Die Zwiebeln der Kaiserkrone riechen ja eher suboptimal, aber die Pflanze selber ist wunderschön, auch wenn sie nur eine relativ kurze Blühzeit hat.

rhabarber

Im Herbst geschenkt bekommen, jetzt schon am Wachsen: Mein Rhabarber.

hollerzweig

Der Holler treibt ebenfalls schon kräftig aus.

kirschzweig

Für diesen Baum hoffe ich, dass es nicht noch zu einem späten Wintereinbruch kommt, sonst wirds heuer nämlich nichts mit der Kirschenernte.

baumschatten

Ich mag diese Steinmauern, die in der Gegend hier oft zu finden sind.

PS: Wo halten sich eigentlich jene Muskeln, die nach dem ersten langen Gartenarbeitstag des Jahres plötzlich zum Vorschein kommen, den Winter über auf?

kriechender_hahnenfuss

Kriechender Hahnenfuß

schoellkraut

Schöllkraut

koriander

Koriander

Am Dienstag dieser Woche habe ich die Frage in den Raum gestellt, um welche Pflanze es sich bei diesem Gewächs

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wohl handeln könnte. Da nähere Informationen gefragt waren, habe ich gestern noch weitere Fotos gemacht, wobei jetzt auch schon Triebe aus dem Boden kommen:

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Diese Jungtriebe habe ich auch in meiner Kindheit im Garten meiner Eltern gesehen, allerdings waren die dazugehörigen Pflanzen bei weitem nicht so hoch (An die Blütenstaude selber kann ich mich nicht erinnern, allerdings hat das Beet, in dem sie wuchs, keine dermaßen hohen (Durchschnitt: 1,60) Gewächse beherbergt !). Die verblühten Samenstände sehen aus der Nähe so aus:

P4120005

Nach einem kreislaufbedingt sehr grenzwertigen gestrigen Tag (Blutdruck: 104/50) heute, am zweiten sonnigen Tag dieser Woche, beschlossen, ein Zeichen zu setzen und die Sommerreifen montieren zu lassen. Noch kurz zum Goutieren (Saaterdäpfel ! Werkzeug ! Sonstiges !) ins benachbarte Lagerhaus geschaut, danach mit dem Herrn Hund in der Sonne spazierengegangen. Um die 20°, unfassbar nach all dem Winter (zur Erinnerung: so hats noch vor einer Woche ausgesehen) und den vielen lichtlosen Tagen. Mit dem besten aller Ehemänner in der Sonne Kaffee getrunken.

kaffee_bank

Die ersten Veilchen entdeckt

veilchen

und mich gefragt, um welche Pflanze es sich bei einem Gewächs handelt, das bei uns im hinteren Teil des Gartens wächst. Die dürren Stengel habe ich absichtlich im Herbst stehen gelassen, weil ich mehrmals gelesen habe, dass diese einen guten Unterschlupf zum Überwintern für Insekten darstellen, jetzt aber werden sie demnächst abgeschnitten, nur möchte ich halt wissen, was da so üppig wuchert. Ich bin sicher, unter meiner Leserschaft befinden sich Menschen, die mir sagen können, wie diese Staudenpflanze (Blütenstand fast zwei Meter hoch !) heißt !

staude_hoch_frage

Heute geliefert: 6 Raummeter Kaminholz als Nahrung für unseren wunderbaren Kachelofen, der uns zum Dank dafür mit entsprechender Wärme versorgt.

Der beste aller Ehemänner flirtet indes schamlos im Netz und in Baumärkten mit Rasentraktoren (= Sitzmähern) und kleinen Schneefräsen, aber das zahl ich ihm heim, indem ich mir zwischenzeitlich im nächstgelegenen Lagerhaus oder in der nächsten Eisenwarenhandlung diverses Werkzeug anlache. Mein aktuelles Objekt der Begierde ist eine heute erstandene Bogensäge, und weil ein Werkzeug nicht genug ist, werde ich morgen eine Schaufel und eine Mistgabel kaufen. Nicht, dass ich jetzt auch in die Viehwirtschaft einsteigen möchte - zumindest nicht über die bereits vorhandene hinaus -, aber der von mir angelegte Komposthaufen befindet sich nicht am richtigen Platz, weil dort mangels Drainage nach Regenschauern das Wasser stehenbleibt (was sich aber erst in der Gartenpraxis herausgestellt hat) und somit die Gartenabfälle nicht nach meinen Regeln des Kompostierens verrotten, sondern unter unangenehmer Geruchsentwicklung verfaulen, sodass ich den Haufen bei nächster Gelegenheit versetzen werde.

Es gibt immer was zu tun.

plakat_hornbach

marienkaefer

 

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