Aus der Vergangenheit
Bücher
Essen und Trinken
Familienangelegenheiten
Filme und Musik
Fotoschule Wien 2011
Fundstücke
Garten & Natur
Geschichten
Gesellschaft
Hund, Katz & Co.
Persönliches
Unterwegs
Was ich mag
Wien, wie ich es liebe
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
null
Maria Hofbauer

 

Hund, Katz & Co.

fdf

n_katertier


Honeybunch of Athabaske
23.1.1997 - 13.9.2014

Der Herr Hund hat vorhin beim Nachmittagsspaziergang seine Lieblingskatzenfeindin entdeckt und ist ihr prompt mit Gebell in gestrecktem Galopp hinterhergezischt. Leider war ihm dabei etwas im Weg. Ein großer Misthaufen nämlich, aber derlei Kleinigkeiten irritieren so einen wie den Herrn Hund bestenfalls marginal.


[Ich bin mir sicher, niemand, wirklich niemand da draußen möcht wissen, wie der Herr Hund auch jetzt noch, einige Säuberungsversuche später, riecht.]

pandas_tiergarten

Heast Oida, waaßt scho, wos mia de Pospischil vun da Zwarastiagn heit dazöht hot ?

und nein, omma: die kuh mit dem schönen ring in der nase, die mit dem vorderfuss so am boden tut, die bettelt NICHT um ein keks. das ist der stier, und der will dein blut. zumindest sehen.
Von Weiden und Wanderern respektive Spaziergängern, zum Zwecke nachhaltiger Erheiterung nachzulesen bei Frau kelef.

Vor ein paar Wochen, nach einem längeren Abend mit meiner Tochter ohne nennenswerte kulinarische Ereignisse, meinte diese, sie wolle sich auf dem Heimweg noch einen Hamburger und eine Portion Pommes bei einer der landesüblichen Fastfood-Ketten kaufen. Gesagt, getan. Daheim angekommen, verschwand sie mit ihrer Nachtjause in ihrem Zimmer; ich selber begab mich ins Bad und ging anschließend zu Bett.

Am nächsten Morgen standen meine Tochter und ich zur gleichen Zeit auf. In der Küche sah ich das umgekippte Papiersackerl der Fastfood-Kette auf der Anrichte liegen, auf dem Boden davor befand sich ein in seine Einzelteile zerfallener halber Hamburger, und vor diesem wiederum stand der Herr Hund. Ein entschiedenes „Nein !“ in seine Richtung rief meine Tochter auf den Plan, der ich in der Annahme, sie hätte das Sackerl soeben in der Küche deponiert, erzählte, dass in diesem Augenblick der Kater den restlichen Hamburger auf den Boden befördert haben dürfte, wo ihn der Hund fressen wollte. Ich wurde schnell eines Besseren belehrt: Das Sackerl mit Inhalt hatte sie noch in der Nacht in die Küche gestellt, und der Hamburger liege sicher schon länger auf dem Boden, was dann auch ein näherer Augenschein bestätigte. Die Möglichkeit, dass ein Hund ein unbeaufsichtigt vor seiner Schnauze auf dem Boden liegendes Stück Fleisch ignoriert, halte ich generell für sehr unwahrscheinlich, und unser Herr Hund frisst zudem auch blankes Brot sehr gerne, also machte ich die Probe aufs Exempel – und kam wirklich ins Grübeln, denn auf meine freundliche Aufforderung „Da, nimms, gehört dir !“ hin zog der Herr Hund seinen Schwanz ein und verschwand augenblicklich aus der Küche ...

Nach dem Duschen ist vor der Hunderunde, und beim Blick nach draußen stelle ich fest, dass es regnet, nicht stark, aber stark genug, um einen Schirm mitzunehmen. Während wir unterwegs sind, nimmt die Intensität des Regens von Minute zu Minute zu, und der Herr Hund bekommt wieder einmal seine obligaten Dreadlocks mit Mittelscheitel. Ins Gras geht er nicht bei diesem Wetter, weil - iiieeeh ! - da bekommt man ja noch nässere Pfoten als man ohnehin schon hat, also hockt er sich zum Häuferlmachen zu einer Hecke. Ich, die pflichtbewusste Hundehalterin, krame ein Sackerl fürs Gackerl hervor, halte dabei den Regenschirm so schief, dass mir das Wasser seitlich auf die linke Schulter rinnt, und bücke mich dann, um Herrn Hundens Hinterlassenschaft aufzuklauben. In diesem Augenblick tut der Herr Hund einen fröhlich-erleichterten Hüpfer, der ansatzlos in ausgiebiges Schütteln nach Hundemanier übergeht. Das ist dann meine zweite Dusche an diesem Morgen.

Obwohl der Herr Hund Regen eigentlich nicht mag, gefällt ihm das Wetter heute nach den Tagen mit sehr großer Hitze doch recht gut; er lässt sich Zeit, schnuppert da, markiert dort sein Revier, frisst zwischendurch gemächlich einen Happen saftiggrünen Grases. Meine Jeans ist - dem Kapillareffekt sei Dank - mittlerweile rundum bis zu meinen Knien hinauf nass. Bei einem Strauch in unserer Gasse hebt der Herr Hund noch einmal ausgiebig sein Haxl, während ich aufgrund der nässebedingt bereits an meinen Armen klebenden leichten Regenjacke schon deutlich in meiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkt bin. Daheim, im Flur, wälzt sich der Herr Hund zufrieden auf dem wohlweislich bereitliegenden großen alten Badetuch, um sich dann von mir genüsslich brummelnd den Bauch und die Pfoten abtrocknen zu lassen, und schaut etwas skeptisch, als ich mich nebenan meiner nassen Kleidung entledige und trockene Sachen anziehe. Menschen sind aber auch irgendwie seltsam kompliziert, scheint er zu denken. Ich wiederum weiß eines ganz sicher: Mein Bedarf an Wasser von oben ist für heute gedeckt.

Soeben entdeckt:

http://www.rust.or.at/webcam/page/storch.html

Auf der Seite steht: "Die Benutzeranzahl für die Kamera ist begrenzt, sollten Sie beim Aufruf eine Fehlermeldung erhalten, dann ersuchen wir Sie die Seite nach einiger Zeit erneut aufzurufen." ; weiters ist die Beobachtungsdauer jeweils nach zehn Minuten zu Ende. Nichtsdestoweniger finde ich die Idee sehr, sehr liebenswert.

storch_rust_oktober_2011
Rust, Oktober 2011

Passend zum Eintrag von neulich:
hund_und_katze

Im Grunde genommen mache ich mir weder aus dem Muttertag noch aus dem Valentinstag viel, weil ich die Ansicht vertrete, wer mir nur auf gesellschaftlichen Druck hin Aufmerksamkeiten zukommen lässt, kann mir auch den Rest des Jahres gestohlen bleiben; worüber ich mich aber nach langen Wintern am Valentinstag manchmal freuen würde, ist ein Strauß Frühlingsblumen; dieses Ansinnen wird aber von einem hiesigen Katertier, welches von Freunden der Familie gern als "Königskater" betitelt wird, in Insiderkreisen jedoch als "Killerkralle" bekannt ist, nachhaltig sabotiert, was man sich wie folgt vorstellen darf:

Ein farbenprächtiger, üppiger Blumenstrauß kommt in eine adäquate Vase und wird auf dem großen Esstisch platziert, wo er zur Freude aller Familienmitglieder einen schönen Blickfang darstellt. Das Katertier, bis zu diesem Zeitpunkt in geradezu komatösem Tiefschlaf versunken, erwacht augenblicklich und verschafft sich noch im Liegen einen Überblick über die aktuelle Situation; um alle Anwesenden in trügerischer Sicherheit zu wiegen, gibt es sich unmittelbar danach völlig desinteressiert, schaut überallhin, nur nicht auf das Blumenarrangement, putzt sich ein wenig, räkelt sich, setzt sich auf, räkelt sich nochmals, springt von seinem Liegeplatz auf den Boden und wendet sich dem Fressnapf zu, um sich zunächst zu stärken. Danach spaziert es gemächlich zu seiner Katzentoilette, wobei es im Vorbeidefilieren dem Strauß einen siegessicheren Blick zuwirft. Ganz zufällig ergibt es sich, dass dem Kater nach seinen Verrichtungen ganz gegen seine sonstigen Gewohnheiten danach ist, sich auf einer der um den Tisch gruppierten Sitzgelegenheiten niederzulassen; spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten bei Beobachtern dieser Szene die Alarmglocken läuten.

Der Kater scheint sinnierend dazusitzen, fixiert jedoch in Wirklichkeit die Blumen mit zu schmalen Schlitzen verengten Augen feindselig. Erste Warnrufe werden hörbar: "Honeybunch, denk nicht einmal daran !!!" Der Kater bewegt maximal ein Ohr. "Honeybunch !" Wer wissen will, wie es sich anspürt, aktiv ignoriert zu werden, sollte sich eine Katze zulegen. "Kater, runter vom Sessel !" Der Kater verlässt seine Sitzgelegenheit, jedoch nicht, ohne einem einen verächtlichen Blick zuzuwerfen. Naiver Mensch, der man ist, geht man wieder seiner Wege und räumt beispielsweise einen Berg gewaschener und gebügelter Kleidung in diverse Schränke, als plötzlich aus dem Wohnzimmer ein dumpfer Ton zu vernehmen ist, der signalisiert, dass ein volles, schweres Gefäß umgefallen ist.

Im Wohnzimmer: Eine umgekippte, schlimmstenfalls sogar zerbrochene Vase, ein etwas derangierter Blumenstrauß nebst einer relativ großen Wasserlache, die sich gerade malerisch über den Tisch in Richtung Boden und Sessel ausbreitet.
Nicht im Wohnzimmer, und auch sonst nirgendwo:
Der Kater. Genau der hier.

n_katertier

Hundebesitzer müssen zum Wohle aller die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen des Wiener Tierschutz- und Tierhaltegesetzes beachten. Die meisten Unfälle mit Hunden würden bei Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen gar nicht erst geschehen. In Wien ist die Maulkorb- oder Leinenpflicht an öffentlichen Orten gesetzlich vorgeschrieben. Die meisten Unfälle passieren jedoch mit Hunden, die weder einen Maulkorb tragen noch an der Leine gehalten werden.

Mit dem Ignorieren dieser Verpflichtungen nimmt sich die Hundehalterin oder der Hundehalter die Möglichkeit, kritische Situationen zu beherrschen. Denn selbst der bravste Hund überlegt nicht, sondern handelt instinktiv. Das Verhalten des Tiers ist nicht vorhersehbar.

Die Tierhalterin oder der Tierhalter muss zum Schutz des Hundes und seiner Umwelt für den Hund mitdenken und mithandeln. Nur durch Rücksichtsnahme auf die anderen ist das Zusammenleben von Mensch und Tier möglich.

Stadtverwaltung Wien: Hundehaltung - Gesetzliche Pflichten


Der Herr Hund ist vor einer Stunde mitten in unserem Grätzl (Stadtgebiet Wien !) ansatzlos von zwei anderen großen Hunden angefallen worden, deren Besitzer es nicht für nötig erachtete, seine Hunde mit Leine oder Beißkorb zu versehen. Die beiden Hunde hatten mit ihrem Besitzer gerade ein Haus verlassen und haben auf Zurufe ihres Besitzers in keiner Weise reagiert; der Herr Hund hat sich, da gut sozialisiert, sofort unterworfen, der Hauptaggressor jedoch hat erst nach einer schier endlos langen Zeit, während der der Herr Hund geschrien hat wie ein Mensch in Todesangst, losgelassen - aber auch nur, nachdem sich sein Besitzer buchstäblich auf den Hund gekniet und ihm die Luft abgedrückt hatte.

Nach dem Vorfall reagierte der Besitzer sehr zerknirscht, und ich wollte nur mehr heim, um nachzusehen, ob der Herr Hund Verletzungen davongetragen hat. Hat er nicht, gottseidank, obwohl der angreifende Hund sich in Herrn Hundens Hals verbissen hatte; ich meine, dass sein sehr dichtes, langes Fell ihn vor des Zähnen des Angreifers geschützt hat. Oder eine höhere Macht, der ich zu tiefstem Dank verpflichtet bin ...

Fürs erste habe ich die Nachbarsfreundin, ebenfalls Hundehalterin, gewarnt, die diese Warnung in ihrem Bekanntenkreis weitergeben wird; ich für meinen Teil weiß noch immer nicht, ob ich zur Polizei gehen soll und den Sachverhalt schildern. An einer Anzeige liegt mir nichts, aber eine Abmahnung könnte vielleicht den Hundehalter von der Sinnhaftigkeit der Leinenpflicht überzeugen. Oder auch nicht, aber ich für meinen Teil bin jedenfalls momentan noch dermaßen durch den Wind, dass ich nicht einmal klar denken kann.

[Falls jemand im 13. unterwegs war und eine mit hysterisch sich überschlagender Stimme fluchende Frau gehört hat, untermalt von undefinierbaren anderen Tönen, kann er davon ausgehen, dass ich ihm akustisch begegnet bin.]

 

twoday.net AGB

xml version of this page

xml version of this topic

powered by Antville powered by Helma
Creative Commons License
Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.