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zwischen Pubertät und Altersstarrsinn

 

Hund und Katz

Um die Zeit, zu jener ich üblicherweise mit Herrn Hund zu einem langen Abendspaziergang aufbreche, zeigte sich der Himmel heute in eine satte dunkelgraue Wolkenwand gehüllt. Unbeirrbarer Mensch, der ich bin, wenn es um das Wohl meiner Mitbewohner geht, habe ich beschlossen, dennoch hinauszugehen, zumal sich in dieser Woche schon zweimal ein ähnliches Bild gezeigt hatte - und nichts geschehen war. Einen Schirm habe ich vorsichtshalber mitgenommen.

Irgendwo da oben sitzt ein Wesen mit für meine Begriffe sehr mittelmäßigem Humor, denn sobald Herr Hund und ich auf freiem Feld angelangt waren, hat der Himmel seine Schleusen geöffnet und gezeigt, was unter einem Wolkenbruch im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehen ist. Als ich wieder Straßenpflaster unter den Füßen hatte, hab ich meine Schuhe ausgezogen, denn in einem Sturzbach geht es sich barfuß besser, und der Schirm war besser als nichts, hatte aufgrund der Windböen jedoch nur eine eher unbedeutende Funktion inne. Anfangs spürt sich der durchdringende Regen nach einem heißen Tag wie heute ja noch schön an, aber irgendwann beginnt die Kleidung klamm und ziemlich schwer zu werden, sodass ich dann froh war, daheim angekommen zu sein. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen ... Eine warme Dusche später, mit einer Tasse Fischsuppe vor mir und trockener Kleidung am Leib kann allerdings auch ich schon wieder über meine Freidusche lachen.

Herr Hund bekommt übrigens bei massiver Regeneinwirkung einen äußerst dandyhaften Mittelscheitel. Und Hängeohren.

Glück ist auch, Herrn Hund dabei zu beobachten, wie er sich in der taufeuchten Wiese vor Wohlbehagen wälzt und dabei vergnügt grunzt und bellt ...

Unser Katertier tut sich mit dem Thema "Sanftheit" schon allein aufgrund seiner Körpergröße (Maine Coon) ein wenig schwer, ganz zu schweigen davon, dass er seine eigene Kraft immer wieder einmal ordentlich unterschätzt, was dann zu Kuschelkollateralschäden in Form von Kratzern und krallenbedingten punktuellen Stichverletzungen führt.

Auf der seelischen Ebene allerdings beherrscht er die ganze Klaviatur von laut und grob über höflich und bestimmt bis zu auffällig unauffällig; heute abend beispielsweise hab ich den leeren Futternapf weggenommen (Trockenfutter hat er immer zur Verfügung), um ihm frisches Feuchtfutter zu geben. In der Zwischenzeit wurde mein Tee fertig, die Tochter ließ sich kurz blicken, und danach hab ich mich wieder zum Laptop gesetzt. "Seltsam, irgendetwas stimmt nicht" ist mir plötzlich in den Sinn gekommen. Ich sehe mich um und bemerke das Katertier, welches sich auf der Sitzbank, im Schatten des Esstisches, niedergelassen hat und sich putzt, allerdings auf eine eigenwillige Weise, denn er legt zwischendurch lange Pausen ein, in denen er mich mit einem undefinierbaren, aber tendenziell nachdenklichen Gesichtsausdruck ansieht, beobachtet, fixiert. Das Spiel geht so lange, bis mir siedendheiß einfällt, dass ich vergessen habe, ihm frisches Futter hinzustellen.

Der Königskater arbeitet an seiner Dissertation:

"Europäische Rabenvögel in ihren winterlichen Lebensräumen unter besonderer Berücksichtigung schmackhafter und für Katzen bekömmlicher Zubereitungsarten."






(Zumindest lässt sein Gesichtsausdruck darauf schließen.)

Gefühlte zwanzig Kilo schnurrendes Fell, auf dem Solarplexus sitzend, empfindet der Mensch gemeinhin nicht zwingend als angenehm. Ganz im Gegensatz zur Katze, die diesen Moment jedesmal aufs Neue sichtlich genießt.

Herrn Hund geht es seit der Futterumstellung wunderbar und wir sind sehr erleichtert, den Schlüssel zu seinen gesundheitlichen Problemen gefunden zu haben. Was ich aber noch ergänzend anmerken möchte, ist eine Beobachtung, die ich mittlerweile mehrfach gemacht habe: Gepresste Kauknochen (aus Rinderhaut) handelsüblicher, in Österreich erhältlicher Marken findet Herr Hund zwar großartig, leider sind die meisten jedoch sehr schlecht gepresst, sodass sich der Kauknochen plötzlich sehr schnell in mindestens handtellergroße Stücke aufzulösen beginnt, die ein Hund problemlos mit einem Bissen verschlingen kann. In dieser Menge bewirkt der Verzehr solcher Kauknochenteile jedoch ebenfalls Durchfall, und zwar relativ hellen und süßlich-übelriechenden, der nach Weglassen des Kauknochens binnen eines Tages von selbst wieder aufhört. Leider habe ich im österreichischen Fachhandel noch kein Produkt gefunden, das sich als haltbarer erweist, sodass ich keine diesbezügliche Empfehlung abgeben kann, bin aber für Tipps dankbar !

honey-im-bett

Derzeit ist es bei uns ein bissl schwierig, die Betten zu machen, weil der große Kater - sofort nach seinem Frühstück und während ich noch im Bad bin - unseren Schlafplatz okkupiert.

Da sitzt nun also Herr Hund auf meinem Bett und schaut beim offenen Fenster hinaus, wobei er herzzerreißend heult, weil er auf der Gasse das Bellen der läufigen Nachbarshündin hört.

kater-und-hund

Unsere Haustiere im Energiesparmodus

Die österreichische Nationalmannschaft (10 Spieler + 1 Tormann) tut sich schwer damit, das runde Leder im gegnerischen Tor zu versenken, und das liegt nicht nur daran, dass in ebendiesem Tor sich heimtückischerweise der Tormann der gegnerischen Mannschaft aufhält. Ball vorgelegt und gleich mit Elan ins Tor befördert - so sollte es sein.

Was die hiesigen Profifußballer nicht zustandebringen, hat Herr Hund grad vorhin mit links hinten geschafft: Er setzt ein Häuferl, beginnt sofort gegen seine sonstigen Gewohnheiten ansatzlos zu scharren und befördert einen Teil davon mit der ersten Bewegung (die linke Hinterpfote wars) mit Schwung und Begeisterung mitten auf die Fahrertür eines danebenstehenden Autos. Eines weißen Autos.


[Natürlich habe ich so gut wie möglich versucht, die Bescherung wegzuwischen, ganz ist es mir allerdings nicht gelungen. Hier in Wien sieht es derzeit schon nach Regen aus - könnte man diesen Wetterumschwung nicht etwas beschleunigen ? BITTE !!!]

 

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