Bedrohte Wörter
Befindlichkeiten
Bilder und Musik
Bücher
Einkaufen
Erinnerungen
Essen & Trinken
Geschichten
Gesellschaft
Kinder
Kleine Lebensweisheiten
Lokale
Luxus
Reisen
Unser Hund
Vom Leben auf dem Lande
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
null

 

Kleine Lebensweisheiten

(...) A diary is the last place to go if you wish to seek the truth about a person. Nobody dares to make the final confession to themselves on paper: or at least, not about love. (...)

Lawrence Durrell - "Balthazar", erstmals erschienen 1958

Knowin' you can always count on me
for sure
that's what friends are for.

Stevie Wonder singt diesen Text in seinem Lied "That's what friends are for", und manchmal erlebt man mit Freunden jene unglaublichen Situationen, in denen ein paar Worte der Schlüssel zu einer bislang unüberwindbaren Türe werden, und zwar ohne dass man sich zuvor erklären muss. Solche Worte sind einfach da, so, als ob das Gegenüber die eigenen Gedanken aufgenommen hätte und nun die vielen Fragen mit einem einzigen Satz beantworten würde, klar, verständlich und erlösend. Gestern durfte ich genau einen solchen Moment erleben, als ich - in gänzlich anderem Kontext - die Gesundheitsprobleme meiner Eltern erwähnte, und eine Freundin, die eine ähnliche familiäre Situation mir mir teilt und darüber hinaus beruflich seit vielen Jahren in der Altenbetreuung tätig ist, im selben Augenblick die Geschichte dahinter erfasste und zu mir (sinngemäß, denn vor Verblüffung habe ich den genauen Wortlaut sofort wieder vergessen) sagte:

Wenn ein betagter Mensch mit gravierenden gesundheitlichen Problemen trotz schwerer ärztlicher Bedenken seinen gewohnten Lebensstil beibehält, so muss man davon ausgehen, dass eine kürzere Lebenszeit mit einer subjektiv höheren Lebensqualität für diesen Menschen erstrebenswerter ist als ein längeres Leben, dessen Alltag von medizinischen Maßnahmen und als Einschränkung der persönlichen Freiheit empfundenen Änderungen der persönlichen Lebensweise dominiert wird.


Goldene Worte.

Ganz entkommt man ja dem Rummel um die bevorstehende Fußballmeisterschaft leider nicht; so haben wir gestern eine Flasche Cointreau erstanden, der ein aufblasbarer Winke-Handschuh in den französischen Nationalfarben beigepackt war.

Sage ich: "Naja, er hat halt nicht die österreichischen Nationalfarben ..."
Meint der beste aller Ehemänner trocken: "Dafür kann man ihn länger verwenden."

Die Eingangstür unseres Wohnhauses ist schon seit unserem Einzug im Dezember ein Grund zu leichter Beunruhigung, da sie zeitweise völlig problemlos ins Schloss fiel, um dann am nächsten Tag unvermittelt wieder nicht zu schließen. Von innen konnte die Tür dann nur bei Betätigung der Klinke geschlossen werden, von außen nur mit Kraftaufwand und ziemlich viel Schwung. Mit diesem Hausbrauch nicht vertraute Besucher und Lieferanten betraten und verließen das Haus ohne entsprechende Aktionen, und einmal mehr blieb die Haustür offen, was speziell in der Nacht nicht unbedingt zu meiner Beruhigung beigetragen hat, zumal zwar fast alle Wohnungen im Haus schon verkauft sind, jedoch noch lange nicht alle Eigentümer hier wohnen. Die Hausverwaltung hat immer wieder Handwerker geschickt, nach gründlicher Begutachtung und diversen Aktionen funktionierte die Tür dann einen Tag lang und am darauf folgenden Tag fing das alte Spiel wieder von neuem an. Vor zwei Wochen waren wieder einmal zwei Angestellte einer Schlosserei hier, bei deren Arbeit ich Zeugin wurde, weil ich soeben das Haus betrat; die beiden besahen ausgiebig die Tür, feilten ein wenig am Schließblech herum und danach fiel die Tür butterweich ins Schloss. Bis zum nächsten Tag, an dem die Tür wie eh und je wieder vor dem Einrasten ins Schließblech stoppte. Am Metallrahmen der Tür konnte es nun wirklich nicht liegen, denn auch die Nachttemperaturen blieben mittlerweile deutlich über dem Gefrierpunkt, sodass ein Verziehen nicht wahrscheinlich war. Jetzt war allerdings der Moment erreicht, in dem es mir zu bunt wurde und ich das Schloss mitsamt seinen Details genau in Augenschein nahm, und weil ich dankenswerterweise mit einer wohldosierten Portion Hausverstand ausgestattet bin, wusste ich schnell, was zu tun war. Seit diesem Tag schließt die Tür zu jeder Tages- und Nachtzeit wie vorgesehen.

















Ich habe nämlich die Schlossfalle geölt.

Komplizierte Menschen sind solche, die langfristig selber nicht wissen, was sie wollen.

Die Grenze zwischen Altruismus und Selbstbetrug ist fließend.

Es hat keinen Sinn, verschütteter Milch nachzutrauern und ungelegte Eier auszubrüten.

 

twoday.net AGB

xml version of this page

xml version of this topic

powered by Antville powered by Helma
Creative Commons License
Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.