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Kleine Lebensweisheiten

Ganz entkommt man ja dem Rummel um die bevorstehende Fußballmeisterschaft leider nicht; so haben wir gestern eine Flasche Cointreau erstanden, der ein aufblasbarer Winke-Handschuh in den französischen Nationalfarben beigepackt war.

Sage ich: "Naja, er hat halt nicht die österreichischen Nationalfarben ..."
Meint der beste aller Ehemänner trocken: "Dafür kann man ihn länger verwenden."

Die Eingangstür unseres Wohnhauses ist schon seit unserem Einzug im Dezember ein Grund zu leichter Beunruhigung, da sie zeitweise völlig problemlos ins Schloss fiel, um dann am nächsten Tag unvermittelt wieder nicht zu schließen. Von innen konnte die Tür dann nur bei Betätigung der Klinke geschlossen werden, von außen nur mit Kraftaufwand und ziemlich viel Schwung. Mit diesem Hausbrauch nicht vertraute Besucher und Lieferanten betraten und verließen das Haus ohne entsprechende Aktionen, und einmal mehr blieb die Haustür offen, was speziell in der Nacht nicht unbedingt zu meiner Beruhigung beigetragen hat, zumal zwar fast alle Wohnungen im Haus schon verkauft sind, jedoch noch lange nicht alle Eigentümer hier wohnen. Die Hausverwaltung hat immer wieder Handwerker geschickt, nach gründlicher Begutachtung und diversen Aktionen funktionierte die Tür dann einen Tag lang und am darauf folgenden Tag fing das alte Spiel wieder von neuem an. Vor zwei Wochen waren wieder einmal zwei Angestellte einer Schlosserei hier, bei deren Arbeit ich Zeugin wurde, weil ich soeben das Haus betrat; die beiden besahen ausgiebig die Tür, feilten ein wenig am Schließblech herum und danach fiel die Tür butterweich ins Schloss. Bis zum nächsten Tag, an dem die Tür wie eh und je wieder vor dem Einrasten ins Schließblech stoppte. Am Metallrahmen der Tür konnte es nun wirklich nicht liegen, denn auch die Nachttemperaturen blieben mittlerweile deutlich über dem Gefrierpunkt, sodass ein Verziehen nicht wahrscheinlich war. Jetzt war allerdings der Moment erreicht, in dem es mir zu bunt wurde und ich das Schloss mitsamt seinen Details genau in Augenschein nahm, und weil ich dankenswerterweise mit einer wohldosierten Portion Hausverstand ausgestattet bin, wusste ich schnell, was zu tun war. Seit diesem Tag schließt die Tür zu jeder Tages- und Nachtzeit wie vorgesehen.

















Ich habe nämlich die Schlossfalle geölt.

Komplizierte Menschen sind solche, die langfristig selber nicht wissen, was sie wollen.

Die Grenze zwischen Altruismus und Selbstbetrug ist fließend.

Es hat keinen Sinn, verschütteter Milch nachzutrauern und ungelegte Eier auszubrüten.

 

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