Lokale
Heute haben der beste aller Ehemänner und ich beschlossen, es sei wieder einmal Zeit für eine süße Sünde bei den freundlichen Herren vom Süssi. Wir hatten zum Kaffee also eine Crème Catalane, die es wert wäre, auch fünf Kilometer Fußweg in Kauf zu nehmen, um in deren Genuss zu kommen, sowie "Custard d'Riz". Aroma und Konsistenz der Crème waren perfekt - nicht wie Pudding, aber auch nicht wie jene sehr fetthaltigen Süßspeisen, die die Galle noch zwei Tage nach dem Genuss auf Hochtouren laufen lassen. Würde man "Custard d'Riz" aufgrund der Zutaten mit Milchreis vergleichen, liefe dieser Vergleich aufs selbe hinaus wie einer zwischen einer Uhr von Lange & Söhne und einer beim Diskonter gekauften. Was mir serviert wurde, war eine geschmacklich feinst abgestimmte Komposition aus Reis, Obers, Karamel, Zimt und anderen Gewürzen, liebevoll garniert mit frischen Früchten - ein Fest für die Sinne.
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Miss" (Juli/August) wird das "Süssi" übrigens ganzseitig mit Bildern vorgestellt !
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Miss" (Juli/August) wird das "Süssi" übrigens ganzseitig mit Bildern vorgestellt !
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Herr P. und ich hatten heute nachmittag in der Nähe des Naschmarktes zu tun; wir ergatterten einen Parkplatz in der Operngasse. Als wir mit unseren Einkäufen zum Wagen zurückkamen, entdeckte der beste aller Ehemänner auf der anderen Straßenseite ein Lokal, das seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Wir überquerten die Straße - und standen vor einem Lokal, das ich in dieser Form vielleicht in Paris, jedoch trotz der ansonsten lebhaften Lokalszene keinesfalls in Wien erwartet hätte. "Süssi" heißt die kleine Konditorei, die sich bei genauerer Betrachtung als Patisserie in bester französischer Manier entpuppte. Das Lokal selber ist winzig klein und ausgesucht liebevoll ausstaffiert, auf dem Gehsteig stehen drei kleine, einladend gedeckte Tische, bewacht von einer freundlichen alten Dackeldame, drinnen regieren die Farben rot und gold, garniert mit klug angebrachten Spiegeln, die den Raum optisch vergößern.
Wer hier eine Auszeit nimmt, betritt eine andere Welt, in der Zeit an Bedeutung verliert und die Sinne betäubt werden von dem unglaublichen Duft, der dieses liebenswerte Refugium umgibt. Die Aromen von Kaffee, Tee, Schokolade und Früchten sammeln sich verheißungsvoll - und die Produkte halten, was der Duft verspricht. Das Schaufenster quillt beinahe über von äußerst geschmackvoll und scheinbar zufällig arrangierten Köstlichkeiten: Große und kleine Tartes sowie Quiches werden hier angeboten, und eine Tafel verkündet, dass es alle diese Verführungen auch zum Mitnehmen gibt; drinnen findet sich auch ein kleines, feines Sortiment an - natürlich ebenfalls selbstgemachten - Eiscrèmes.
Wir haben an einem der Tischchen draußen Platz genommen, und bevor wir noch bestellt hatten, wurde uns in zwei schönen Gläsern kaltes Wasser serviert. Der Kaffee war exzellent und die beiden bestellten Süßigkeiten ebenfalls, wobei meine Bestellung sich als Gedicht aus hellem Teig mit Pflaumen und heißer Karamelsauce herausstellte. Mein Gegenüber zeigte sich nicht weniger angetan von seiner Karamelcrème, die ebenfalls sehr ansprechend angerichtet war. Die Gunst der Stunde nutzend, haben wir noch eine Quiche und drei kleine Törtchen mitgenommen:


Des Rätsels Lösung, was die Klasse dieses charmanten Lokals anbelangt, offenbarte sich übrigens auf Anfrage schnell: Ein Franzose ist hier am Werk, und das, was in dieser winzigen Küche gezaubert wird, grenzt an ein Wunder. Die Kompositionen sind weit davon entfernt, einander geschmacklich zu ähneln und sich nur durch das Aussehen zu unterscheiden, denn jede Kreation erstaunt und fasziniert durch andere Aromen. Wer Überraschungen nicht so sehr schätzt, wird hier gerne aufgeklärt, worum es sich bei den jeweiligen Spezialitäten handelt !
Zum Abschluss sei mir eine persönliche Bemerkung gestattet: Solche Juwelen wie das "Süssi" sind die unentbehrlichen Gewürze jeder großstädtischen Gastronomie, deshalb hoffe ich sehr, dass diesem erst Anfang März eröffneten Lokal eine echte Erfolgsgeschichte beschieden ist !
Adresse:
1040 Wien, Operngasse 30
(Nähe U-Bahn-Station Karlsplatz)
geöffnet Dienstag bis Sonntag, jeweils 10:00 - 21:00
Wer hier eine Auszeit nimmt, betritt eine andere Welt, in der Zeit an Bedeutung verliert und die Sinne betäubt werden von dem unglaublichen Duft, der dieses liebenswerte Refugium umgibt. Die Aromen von Kaffee, Tee, Schokolade und Früchten sammeln sich verheißungsvoll - und die Produkte halten, was der Duft verspricht. Das Schaufenster quillt beinahe über von äußerst geschmackvoll und scheinbar zufällig arrangierten Köstlichkeiten: Große und kleine Tartes sowie Quiches werden hier angeboten, und eine Tafel verkündet, dass es alle diese Verführungen auch zum Mitnehmen gibt; drinnen findet sich auch ein kleines, feines Sortiment an - natürlich ebenfalls selbstgemachten - Eiscrèmes.
Wir haben an einem der Tischchen draußen Platz genommen, und bevor wir noch bestellt hatten, wurde uns in zwei schönen Gläsern kaltes Wasser serviert. Der Kaffee war exzellent und die beiden bestellten Süßigkeiten ebenfalls, wobei meine Bestellung sich als Gedicht aus hellem Teig mit Pflaumen und heißer Karamelsauce herausstellte. Mein Gegenüber zeigte sich nicht weniger angetan von seiner Karamelcrème, die ebenfalls sehr ansprechend angerichtet war. Die Gunst der Stunde nutzend, haben wir noch eine Quiche und drei kleine Törtchen mitgenommen:


Des Rätsels Lösung, was die Klasse dieses charmanten Lokals anbelangt, offenbarte sich übrigens auf Anfrage schnell: Ein Franzose ist hier am Werk, und das, was in dieser winzigen Küche gezaubert wird, grenzt an ein Wunder. Die Kompositionen sind weit davon entfernt, einander geschmacklich zu ähneln und sich nur durch das Aussehen zu unterscheiden, denn jede Kreation erstaunt und fasziniert durch andere Aromen. Wer Überraschungen nicht so sehr schätzt, wird hier gerne aufgeklärt, worum es sich bei den jeweiligen Spezialitäten handelt !
Zum Abschluss sei mir eine persönliche Bemerkung gestattet: Solche Juwelen wie das "Süssi" sind die unentbehrlichen Gewürze jeder großstädtischen Gastronomie, deshalb hoffe ich sehr, dass diesem erst Anfang März eröffneten Lokal eine echte Erfolgsgeschichte beschieden ist !
Adresse:
1040 Wien, Operngasse 30
(Nähe U-Bahn-Station Karlsplatz)
geöffnet Dienstag bis Sonntag, jeweils 10:00 - 21:00
Der beste aller Ehemänner eröffnete mir eines Tages, als er beruflich in Wien weilte, dass der Dommayer, dieses Hietzinger Traditionslokal, nunmehr von der Kurkonditorei Oberlaa übernommen worden sei. Damals verstand ich seine ziemlich unzureichend kaschierte Empörung nur bis zu einem gewissen Grad; zwar kannte auch ich das Cafè Dommayer zu diesem Zeitpunkt schon seit ein paar Jahren, hatte in meiner Naivität jedoch keine Zweifel daran, dass alles beim Alten bleiben würde. Den Umbau eines Teils des Lokales hätte ich noch verschmerzt, obwohl der gemütliche Salon mit dem roten Plüsch und den Schaukästen voll schönen Porzellans einer großen Mehlspeisvitrine weichen musste, zumal der Gassenverkauf der Mehlspeisen offensichtlich eine Marktlücke gedeckt zu haben schien. Auch an der Qualität der Torten und des Gebäcks gab und gibt es derzeit von meiner Warte aus nichts zu bemängeln, mehr und mehr drängt sich mir jedoch der Verdacht auf, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch in diesem Segment jene Einsparungsmaßnahmen Raum greifen, die bereits auf anderen Sektoren zu finden sind und welche eindeutig zu Lasten des Kunden gehen, dafür jedoch den Gewinn der Betreiber erhöhen. An der Qualität des Kaffees gibt es schon jetzt einiges auszusetzen - so ist der große Braune deutlich wässriger geworden und beim Franziskaner, dessen Krönung aus geschlagenem Obers – und nur aus Obers ! – bestehen muss, findet der staunende Gast einen kleinen Tupf Obers auf einer Milchschaumhaube. Den Chef freut es, den Kaffeefreund verstimmt diese Tatsache, denn man muss keine Hotelfachschule absolviert haben, um zu wissen, dass Milch im Einkauf deutlich günstiger ist als Obers. Äußerst unangenehm fällt überdies auf, wenn dem Besucher an einem Werktag um die Mittagszeit aufgebackene Semmeln serviert werden, sodass man sich die bange Frage stellt: Was kommt als nächstes ? Tortenböden vom Diskonter ? Zu den Kaffeehäusern meiner Wahl gehört der Dommayer jedenfalls nicht mehr.
Kleiner Themenwechsel:
Im heutigen „Standard“ findet sich auf der Titelseite eine Kolumne, welche den Titel „Ein Kompromiss“ trägt und sich mit der Problematik der Raucherregelung befasst.
Die Wirte der Einraumlokale bis 50 m² dürfen jetzt selbst entscheiden, ob sie das Rauchen zulassen. Das ist eine Schutzbestimmung für Tschocherln (in etwa gleichbedeutend mit „Kaschemmen“, Anm. von Walküre), in denen sich die unterprivilegierte Schicht wegtschickt („wegraucht“).
Abgesehen davon, dass ich mir das Sich-Wegrauchen mit legalen Substanzen als schwieriges Unterfangen vorstelle, scheint dem Autor/der Autorin eine gewisse Affinität zu Branntweinern und Trinkhallen eigen zu sein, da er/sie sich gar so sehr auf besagte Tschocherln kapriziert, wobei speziell in diesem Fall der Begriff „unterprivilegierte Schicht“ sehr deplaziert wirkt. Davon, dass es sich hier um dreiste Polemik handelt, sollten wir nicht ausgehen, oder etwa doch ? Mangelndes Nachdenken muss auf jeden Fall attestiert werden, denn andernfalls hätten ausreichende Überlegungen zu dem Ergebnis geführt, dass gerade in denkmalgeschützten Bereichen kleiner, alter Städte viele Lokale dieser Größenordnung zu finden sind, deren Inhaber sich schön für die Klassifikation als Tschocherl bedanken würden und deren Publikum sich überdies einer einfachen Zuordnung entzieht. Dem schlichten Weltbild des Autors/der Autorin zufolge gehört übrigens vermutlich auch die Loos-Bar zu den Tschocherln ...
Kleiner Themenwechsel:
Im heutigen „Standard“ findet sich auf der Titelseite eine Kolumne, welche den Titel „Ein Kompromiss“ trägt und sich mit der Problematik der Raucherregelung befasst.
Die Wirte der Einraumlokale bis 50 m² dürfen jetzt selbst entscheiden, ob sie das Rauchen zulassen. Das ist eine Schutzbestimmung für Tschocherln (in etwa gleichbedeutend mit „Kaschemmen“, Anm. von Walküre), in denen sich die unterprivilegierte Schicht wegtschickt („wegraucht“).
Abgesehen davon, dass ich mir das Sich-Wegrauchen mit legalen Substanzen als schwieriges Unterfangen vorstelle, scheint dem Autor/der Autorin eine gewisse Affinität zu Branntweinern und Trinkhallen eigen zu sein, da er/sie sich gar so sehr auf besagte Tschocherln kapriziert, wobei speziell in diesem Fall der Begriff „unterprivilegierte Schicht“ sehr deplaziert wirkt. Davon, dass es sich hier um dreiste Polemik handelt, sollten wir nicht ausgehen, oder etwa doch ? Mangelndes Nachdenken muss auf jeden Fall attestiert werden, denn andernfalls hätten ausreichende Überlegungen zu dem Ergebnis geführt, dass gerade in denkmalgeschützten Bereichen kleiner, alter Städte viele Lokale dieser Größenordnung zu finden sind, deren Inhaber sich schön für die Klassifikation als Tschocherl bedanken würden und deren Publikum sich überdies einer einfachen Zuordnung entzieht. Dem schlichten Weltbild des Autors/der Autorin zufolge gehört übrigens vermutlich auch die Loos-Bar zu den Tschocherln ...
Im aktuellen Lokalführer „Wien, wie es isst ...“ findet man den „Wambacher“ in Hietzing nicht, es wird nur eine vorübergehende Schließung erwähnt. Uns war bekannt, dass massive Umbauarbeiten am Gebäude stattfanden, von außen war vor allem zu erkennen, dass das Dach zur Gänze erneuert wurde, und erst kürzlich bemerkten wir, dass das Lokal wieder geöffnet war. Im Vergleich zu anderen Bezirken ist Hietzing nicht gerade kulinarisch verwöhnt, wenn man vom Plachutta einmal absieht, und seit der Spiller in der Hietzinger Hauptstraße seine Pforten geschlossen hat, ist es schwierig geworden, hier ein Lokal mit gutbürgerlicher Küche zu moderaten Preisen zu finden. Am vorigen Sonntag hatten wir einen Ausflug ins Burgenland unternommen, der sich zwar landschaftlich sehr schön gestaltete, kulinarisch jedoch äußerst enttäuschend war, weil wir nicht bereit waren, uns auf Convenience Food in Touristenfallen einzulassen. Seit dem Frühstück nichts gegessen habend, landeten wir am späten Nachmittag mit knurrenden Mägen wieder in Wien und stellten im Vorbeifahren fest, dass beim „Wambacher“ offen war. Heimfahren, sich ein bissl frisch machen und dann nichts wie ab in die Lainzer Straße !
Beim Betreten macht das Lokal einen sympathischen Eindruck; der Umbau wurde im Inneren sehr behutsam vorgenommen, sodass die Veränderungen niemanden vor den Kopf stoßen und die schöne alte Bausubstanz zur Geltung kommt. Der Ober erkundigt sich umgehend nach unseren Getränkewünschen (Die Getränke hier sind das, was man früher gerne als „gepflegt“ bezeichnet hat !), währenddessen wir die Qual der Wahl haben, denn die Speisekarte ist sehr liebevoll zusammengestellt, wobei der Schwerpunkt klar auf der österreichischen Küche liegt. Wir bestellen, und wenig später steht schon die Erdäpfelsuppe auf dem Tisch, die ihrem Namen zur Ehre gereicht, denn es finden sich in ihr keineswegs nur Erdäpfel, sondern als solche erkennbare Pilze und natürlich auch Speckwürfel. Die allmählich wieder erwachenden Lebensgeister sorgen dafür, dass wir aus der Küche dezentes, jedoch unüberhörbares Schnitzelklopfen vernehmen, was für zusätzliche Vorfreude sorgt, lässt dieses Geräusch doch per se auf eine bestimmte Qualität des Essens schließen. Die beiden Schnitzel enttäuschen diese Erwartung nicht: das Kalbsschnitzel ist wunderbar zart und in gutem Fett gebacken, ebenso das Riesenschnitzel, dessen Fleisch auf den ersten Bissen kaum als Schweinefleisch zu erkennen ist, so fein im Geschmack ist es. Ich habe mir den Zander auf Paprikagemüse mit Würzerdäpfeln bestellt – der Fisch ist genau auf den Punkt gebraten, das Gemüse bissfest, die Erdäpfel sind speckig und harmonieren sehr gut mit dem gesamten Arrangement. Der zu den Schnitzeln bestellte Erdäpfelsalat schmeckt ebenfalls hervorragend, dies sei der Vollständigkeit halber erwähnt !
Wir können der Versuchung nicht wiederstehen und ordern noch zwei Desserts, nämlich Kaiserschmarrn und Malakoffnockerln. Mir passiert es selten genug, dass ich den Eindruck gewinne, ein Dessert toppe noch das vorherige Essen (obwohl dies eigentlich die Norm sein sollte), aber hier ist genau dies der Fall, denn die Nockerln sind zart, nussig und aromatisch und der Kaiserschmarrn ist ein duftendes Wunder an Flaumigkeit, das jedem Haubenkoch zur Ehre gereichen würde.
Satt und zufrieden erfahren wir auf unsere Anfrage hin, dass nur der Name „Wambacher“ geblieben ist, ansonsten aber die komplette Belegschaft gewechselt hat und die Küchenbrigade darüber hinaus in einer völlig neu gestalteten Küche arbeitet; Werbung gibt es keine, der Besitzer vertraut auf Mundpropaganda. Bitte sehr, hiermit geschehen, sofern es auch Internetpropaganda sein darf !
Restaurant/Heuriger Wambacher
Lainzerstraße 123
1130 Wien
Tel. 01/804 83 66
Geöffnet täglich von 11 bis 24 Uhr, kein Ruhetag !
Der Wambacher im Internet
Beim Betreten macht das Lokal einen sympathischen Eindruck; der Umbau wurde im Inneren sehr behutsam vorgenommen, sodass die Veränderungen niemanden vor den Kopf stoßen und die schöne alte Bausubstanz zur Geltung kommt. Der Ober erkundigt sich umgehend nach unseren Getränkewünschen (Die Getränke hier sind das, was man früher gerne als „gepflegt“ bezeichnet hat !), währenddessen wir die Qual der Wahl haben, denn die Speisekarte ist sehr liebevoll zusammengestellt, wobei der Schwerpunkt klar auf der österreichischen Küche liegt. Wir bestellen, und wenig später steht schon die Erdäpfelsuppe auf dem Tisch, die ihrem Namen zur Ehre gereicht, denn es finden sich in ihr keineswegs nur Erdäpfel, sondern als solche erkennbare Pilze und natürlich auch Speckwürfel. Die allmählich wieder erwachenden Lebensgeister sorgen dafür, dass wir aus der Küche dezentes, jedoch unüberhörbares Schnitzelklopfen vernehmen, was für zusätzliche Vorfreude sorgt, lässt dieses Geräusch doch per se auf eine bestimmte Qualität des Essens schließen. Die beiden Schnitzel enttäuschen diese Erwartung nicht: das Kalbsschnitzel ist wunderbar zart und in gutem Fett gebacken, ebenso das Riesenschnitzel, dessen Fleisch auf den ersten Bissen kaum als Schweinefleisch zu erkennen ist, so fein im Geschmack ist es. Ich habe mir den Zander auf Paprikagemüse mit Würzerdäpfeln bestellt – der Fisch ist genau auf den Punkt gebraten, das Gemüse bissfest, die Erdäpfel sind speckig und harmonieren sehr gut mit dem gesamten Arrangement. Der zu den Schnitzeln bestellte Erdäpfelsalat schmeckt ebenfalls hervorragend, dies sei der Vollständigkeit halber erwähnt !
Wir können der Versuchung nicht wiederstehen und ordern noch zwei Desserts, nämlich Kaiserschmarrn und Malakoffnockerln. Mir passiert es selten genug, dass ich den Eindruck gewinne, ein Dessert toppe noch das vorherige Essen (obwohl dies eigentlich die Norm sein sollte), aber hier ist genau dies der Fall, denn die Nockerln sind zart, nussig und aromatisch und der Kaiserschmarrn ist ein duftendes Wunder an Flaumigkeit, das jedem Haubenkoch zur Ehre gereichen würde.
Satt und zufrieden erfahren wir auf unsere Anfrage hin, dass nur der Name „Wambacher“ geblieben ist, ansonsten aber die komplette Belegschaft gewechselt hat und die Küchenbrigade darüber hinaus in einer völlig neu gestalteten Küche arbeitet; Werbung gibt es keine, der Besitzer vertraut auf Mundpropaganda. Bitte sehr, hiermit geschehen, sofern es auch Internetpropaganda sein darf !
Restaurant/Heuriger Wambacher
Lainzerstraße 123
1130 Wien
Tel. 01/804 83 66
Geöffnet täglich von 11 bis 24 Uhr, kein Ruhetag !
Der Wambacher im Internet
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