Luxus
Heute hat mein Wecker um halb sechs geläutet, um mich daran zu erinnern, dass meine Tochter mit ihrer Schulklasse für drei Tage in eine westliche Landeshauptstadt reist. „Treffpunkt Westbahnhof, obere Halle um spätestens 7:15“ steht auf dem Zettel mit den Informationen und Kontaktadressen für die Eltern. Um halb sieben wollten wir zur U-Bahn-Station gehen, so hatten wir gestern vereinbart, nachdem alle mehr oder weniger lebensnotwendigen Kleidungsstücke und diverse technische Begleiter eingepackt waren. Eine Mitschülerin der Tochter, die ums Eck wohnt, rief gestern am Abend an und wollte sich uns ebenfalls noch anschließen. Jetzt mahnt also der Wecker zum Aufstehen. Über den noch schlafenden Herrn Hund hinwegsteigend gelange ich zum Zimmer der Tochter, um sie ebenfalls aus dem Schlaf zu holen, denn sie hat ihren Wecker sofort kaltgestellt und weitergeschlafen, was aber wiederum kein Grund für Schelte ist, denn bei der momentanen Hitze ist vor Mitternacht ohnehin nicht an Schlaf zu denken. Die Nächte sind im Sommer zu kurz, sofern man nicht gerade Urlaub hat ...
Um zehn vor halb sieben verlassen wir ohne Hektik das Haus. Wie seltsam ruhig die Straße um diese Uhrzeit noch ist ! Als wir beim Treffpunkt anlangen, sehen wir schon die Schulfreundin, die eine Minute später ebenfalls bei uns ist. Am Westbahnhof angekommen, stellen wir kurz vor sieben fest, dass wir die ersten sind. Von den beiden Schulklassen die ersten, ansonsten beginnt sich die anfangs nur wenig frequentierte Halle nämlich sehr schnell zu füllen. Schüler, Pendler und natürlich Reisende mit Gepäck in allen Ausführungen und Gewichtsklassen bevölkern die Halle, zwischen dem Gemurmel und Gewusel dringen die Zugansagen zu uns durch und gleichzeitig sehe ich draußen die Schienen, die mit den wartenden Zügen Abenteuer und neue Erfahrungen verheißen. Reisefieber bei den Kindern, Reisefieber bei mir. Einfach packen wie bei einer geplanten Urlaubsreise und dann, spontan, auf dem Bahnhof entscheiden, wohin man fährt ... Hamburg, Paris, unter Umständen sogar London ? Oder doch lieber in den Süden, nach Rom oder Barcelona vielleicht ? Und warum nicht ohne viel Umschweife in die Schweiz reisen, um prächtige Städte, hohe Berge und malerische Seen zu sehen ? Innerlich seufzend mache ich mich auf den Weg, um für meine Tochter zum Proviant noch frisches Gebäck zu kaufen, allerdings nicht ohne den Hintergedanken, mir für mich selber einen Kaffee zu holen. Beim Anker stehen die Leute schon Schlange, aber es ist für alle genug da und der Kaffee, den ich in meiner Morgendämmerung zu zuckern vergessen habe, schmeckt auch ungesüßt wirklich gut. In der Zwischenzeit sind schon viele Schüler eingetroffen, auch die Lehrer walten bereits ihrer Ämter. Ich frage eine sympathisch wirkende Frau, die neben einer Lehrerin wartet, ob sie ebenfalls Begleitperson sei, was sie verneint, um dann mit leichter Resignation anzumerken, sie sei die Mutter eines der mitreisenden Jungen, dem es allerdings peinlich sei, würde sie neben ihm stehen. Wenigstens das bleibt mir derzeit erspart (war aber schon da und wird auch wieder kommen) ! Um zehn Minuten nach sieben verabschiede ich mich von der Tochter und bin froh, nach der Hitze der Bahnhofshalle wieder nach draußen zu kommen.
Der beste aller Ehemänner weilt beruflich für ein paar Tage ebenfalls nicht in Wien und so tritt die seit der Geburt meiner Tochter nicht mehr dagewesene Situation ein, dass ich drei Tage alleine bin. Alleine, wohlgemerkt, nicht einsam. Drei Tage lang keine Termine, kein Zeitdruck und garantiert kein Streit, das klingt mehr nach Urlaub als jede Reiseplanung ! Drei Tage lang Gedanken zu Ende denken können, ungestört lesen zu dürfen und ansatzweise in den Tag hineinleben, das erste Mal seit über dreizehn Jahren.
Die U-Bahn hat stadtauswärts um diese Uhrzeit kaum Passagiere; zwei Bankreihen weiter sitzt ein Schüler, vielleicht zehn oder elf Jahre alt, der zwischendurch aufgeregte Selbstgespräche führt, ohne dass ich verstehe, was er sagt. Muss ich aber auch nicht, ich weiß, welcher Druck sich in seinem Alter oft auf diese Weise ein Ventil sucht. Meine Selbstgespräche in der runden Wurzelkuhle einer Baumgruppe hat damals kein Mensch gehört, und die Bäume, die können schweigen. Die U-Bahn aber auch. Der Bub schaut angestrengt in seine Schultasche und murmelt dabei vor sich hin, während eine junge Frau, die selber erst dem Teenageralter entwachsen scheint, den Jungen von Zeit zu Zeit verstohlen und skeptisch von der Seite her betrachtet. Mir schräg gegenüber sitzt ebenfalls eine junge Frau, durchaus attraktiv, jedoch mit einem Manko versehen, welches vielen Menschen nicht bewusst ist, das sich jedoch deutlich negativ auf den optischen Eindruck auswirkt: Sie ist mit einem iPod verkabelt, was aber für sich kein Problem darstellt, nur der dümmliche Gesichtsausdruck, den sie - ebenso wie viele andere Unterwegs-Hörer - vor sich herträgt, schmälert ihre Optik ganz entschieden. Der offene Mund und das vorgeschobene Kinn, dazu der trotz Sonnenbrille erkennbar ins Leere gehender Blick stellen einen seltsamen Kontrast zu der dezent modischen Kleidung und ansonsten gepflegt wirkenden Erscheinung dar. Beim Aufstehen normalisiert sich das Gesicht der Frau wieder. U-Bahn-Flirts dürften sich für sie mit iPod eher nicht ergeben, denke ich noch, bevor ich selber aussteige.
Der rundum eher bewölkte Himmel hat eine von Wolkengekräusel umgebene Lücke gelassen, durch die jetzt ein Bündel Sonnenstrahlen dringt, weiter stadteinwärts, vielleicht sogar im ersten Bezirk. Ich biege, weg von der lauten Hauptstraße, in eine ruhige Seitengasse ein und bin fünf Minuten später wieder zuhause.
Drei Tage.
Um zehn vor halb sieben verlassen wir ohne Hektik das Haus. Wie seltsam ruhig die Straße um diese Uhrzeit noch ist ! Als wir beim Treffpunkt anlangen, sehen wir schon die Schulfreundin, die eine Minute später ebenfalls bei uns ist. Am Westbahnhof angekommen, stellen wir kurz vor sieben fest, dass wir die ersten sind. Von den beiden Schulklassen die ersten, ansonsten beginnt sich die anfangs nur wenig frequentierte Halle nämlich sehr schnell zu füllen. Schüler, Pendler und natürlich Reisende mit Gepäck in allen Ausführungen und Gewichtsklassen bevölkern die Halle, zwischen dem Gemurmel und Gewusel dringen die Zugansagen zu uns durch und gleichzeitig sehe ich draußen die Schienen, die mit den wartenden Zügen Abenteuer und neue Erfahrungen verheißen. Reisefieber bei den Kindern, Reisefieber bei mir. Einfach packen wie bei einer geplanten Urlaubsreise und dann, spontan, auf dem Bahnhof entscheiden, wohin man fährt ... Hamburg, Paris, unter Umständen sogar London ? Oder doch lieber in den Süden, nach Rom oder Barcelona vielleicht ? Und warum nicht ohne viel Umschweife in die Schweiz reisen, um prächtige Städte, hohe Berge und malerische Seen zu sehen ? Innerlich seufzend mache ich mich auf den Weg, um für meine Tochter zum Proviant noch frisches Gebäck zu kaufen, allerdings nicht ohne den Hintergedanken, mir für mich selber einen Kaffee zu holen. Beim Anker stehen die Leute schon Schlange, aber es ist für alle genug da und der Kaffee, den ich in meiner Morgendämmerung zu zuckern vergessen habe, schmeckt auch ungesüßt wirklich gut. In der Zwischenzeit sind schon viele Schüler eingetroffen, auch die Lehrer walten bereits ihrer Ämter. Ich frage eine sympathisch wirkende Frau, die neben einer Lehrerin wartet, ob sie ebenfalls Begleitperson sei, was sie verneint, um dann mit leichter Resignation anzumerken, sie sei die Mutter eines der mitreisenden Jungen, dem es allerdings peinlich sei, würde sie neben ihm stehen. Wenigstens das bleibt mir derzeit erspart (war aber schon da und wird auch wieder kommen) ! Um zehn Minuten nach sieben verabschiede ich mich von der Tochter und bin froh, nach der Hitze der Bahnhofshalle wieder nach draußen zu kommen.
Der beste aller Ehemänner weilt beruflich für ein paar Tage ebenfalls nicht in Wien und so tritt die seit der Geburt meiner Tochter nicht mehr dagewesene Situation ein, dass ich drei Tage alleine bin. Alleine, wohlgemerkt, nicht einsam. Drei Tage lang keine Termine, kein Zeitdruck und garantiert kein Streit, das klingt mehr nach Urlaub als jede Reiseplanung ! Drei Tage lang Gedanken zu Ende denken können, ungestört lesen zu dürfen und ansatzweise in den Tag hineinleben, das erste Mal seit über dreizehn Jahren.
Die U-Bahn hat stadtauswärts um diese Uhrzeit kaum Passagiere; zwei Bankreihen weiter sitzt ein Schüler, vielleicht zehn oder elf Jahre alt, der zwischendurch aufgeregte Selbstgespräche führt, ohne dass ich verstehe, was er sagt. Muss ich aber auch nicht, ich weiß, welcher Druck sich in seinem Alter oft auf diese Weise ein Ventil sucht. Meine Selbstgespräche in der runden Wurzelkuhle einer Baumgruppe hat damals kein Mensch gehört, und die Bäume, die können schweigen. Die U-Bahn aber auch. Der Bub schaut angestrengt in seine Schultasche und murmelt dabei vor sich hin, während eine junge Frau, die selber erst dem Teenageralter entwachsen scheint, den Jungen von Zeit zu Zeit verstohlen und skeptisch von der Seite her betrachtet. Mir schräg gegenüber sitzt ebenfalls eine junge Frau, durchaus attraktiv, jedoch mit einem Manko versehen, welches vielen Menschen nicht bewusst ist, das sich jedoch deutlich negativ auf den optischen Eindruck auswirkt: Sie ist mit einem iPod verkabelt, was aber für sich kein Problem darstellt, nur der dümmliche Gesichtsausdruck, den sie - ebenso wie viele andere Unterwegs-Hörer - vor sich herträgt, schmälert ihre Optik ganz entschieden. Der offene Mund und das vorgeschobene Kinn, dazu der trotz Sonnenbrille erkennbar ins Leere gehender Blick stellen einen seltsamen Kontrast zu der dezent modischen Kleidung und ansonsten gepflegt wirkenden Erscheinung dar. Beim Aufstehen normalisiert sich das Gesicht der Frau wieder. U-Bahn-Flirts dürften sich für sie mit iPod eher nicht ergeben, denke ich noch, bevor ich selber aussteige.
Der rundum eher bewölkte Himmel hat eine von Wolkengekräusel umgebene Lücke gelassen, durch die jetzt ein Bündel Sonnenstrahlen dringt, weiter stadteinwärts, vielleicht sogar im ersten Bezirk. Ich biege, weg von der lauten Hauptstraße, in eine ruhige Seitengasse ein und bin fünf Minuten später wieder zuhause.
Drei Tage.
Heute entdeckt: Die neue Lord-Rieger-Kollektion. Gleichzeitig wurde mir klar, dass ich früher oder später dort einkaufen werde, weil es selten bis gar nicht vorkommt, dass mir mehr als zwei Drittel einer Kollektion gefallen.
Lord Rieger (Deep Links sind leider nicht möglich, sonst hätte ich meine Favoriten verlinkt.)
Lord Rieger (Deep Links sind leider nicht möglich, sonst hätte ich meine Favoriten verlinkt.)
Um Punkt 9 Uhr hat es heute bei uns an der Tür geläutet. Zwei sehr nette Monteure arbeiten seitdem daran, unsere küchenlose Zeit zu beenden. Die Wahl hat sich als völlig richtig herausgestellt, denn sogar die ersten Teile unserer neuen Küche lassen schon erahnen, wie gut das Endergebnis aussehen wird.
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Das Klima in Wien ist anders als jenes im Innviertel, und zwar nicht nur das menschliche, sondern konkret das temperaturbestimmende. Hier ist es durchschnittlich durch die geschützte Lage und freundliche pannonische Ausläufer um einige Grade wärmer als dort, wo ich herkomme, was ich sehr begrüße. In den letzten Tagen habe ich jedoch festgestellt, dass mein Schuhwerk den hiesigen Anforderungen nicht entspricht, da es viel zu winterlich gehalten ist. "Übergangskleidung" war in meiner Kindheit jenes farblose und häßliche Zeug, das wehrlosen Kindern für die Zeit um Winterende und Frühlingsbeginn herum oktroyiert wurde, und "Übergangsschuhe" klingt genauso schlimm, mir fällt aber trotzdem kein besseres Wort dafür ein. Als stolze Inhaberin von Füßen mit Schuhgröße 42, die ich bin, kann ich mir legere Bummel durch diverse Schuhgeschäfte ersparen, deshalb gehts gleich zum Humanic in der Mariahilferstraße in der Nähe des Museumsquartiers. Schönes Schuhwerk von günstig bis schweineteuer findet sich hier, und zwar weit über Größe 42 hinaus. Meine zwei Paar neuen Schuhe hatte ich binnen zehn Minuten gefunden. Herrlich ! Noch ein Abstecher zu L'Occitane (das bin ich mir als praktizierendem Lavendeljunkie schuldig), danach ging es weiter ins Zentrum, weil der beste aller Ehemänner mir heute den Meinl am Graben zeigen wollte, und zwar nicht nur von außen. Drinnen hätte mich beinahe der Schlag getroffen, weil die optischen und olfaktorischen Eindrücke über mir zusammenschlugen wie eine Sturmwelle. Ich kenne ein paar namhafte Feinkostgeschäfte im süddeutschen Raum, aber die können sich tatsächlich neben dem Meinl verstecken, denn das Sortiment hier ist mit sehr viel Liebe und noch mehr Sachverstand zusammengestellt. Birgt das Erdgeschoß schon sehr viele Verlockungen (den Weinkeller haben wir für heute ausgelassen), so ist die erste Etage ein wahres Schlaraffenland im besten Sinne des Wortes. Was es da an Spezialitäten zu erstehen gibt ! Und es ist ein Vergnügen, sich beraten zu lassen, denn das Personal hier weiß haargenau, was es verkauft. Wir mögen allesamt Käse jedweder Provenienz sehr gerne, da aber die Optik diverser Käsesorten sich nicht immer gravierend voneinander unterscheidet, ist man gerade in diesem Segment auf beste Beratung angewiesen. Kein Problem: Diese präzise Art der Beratung kenne ich sonst nur vom Käseland am Naschmarkt, und der Genuss fängt schon an, wenn man formuliert, in welche Richtungen der eigene Gusto gerade geht und man dann genau einen Volltreffer nach dem anderen präsentiert bekommt. Heute bin ich bei französischem Ziegenkäse in einer Aschehülle gelandet - perfekte Konsistenz, perfektes Aroma und eine sehr interessante Optik. Ich weiß jetzt, was Gott in Frankreich isst ! Mein Mann mag Bergkäse mit kräftigem Geschmack, und auch hier war die Empfehlung ein Glücksfall; meinen geliebten Trüffelbrie muss mir allerdings niemand mehr anraten, denn der gehört schon längst zu meinen Allzeitfavoriten.
"Wursttheke" wäre eine Beleidigung für die Vitrinen voll mit Köstlichkeiten der Fleischerzunft. Die ganzen Schinken aus Parma und San Daniele hängen fast bis zur Augenhöhe herunter, darunter häufen sich Salamis, Hartwurst und Schinken verschiedenster Herkunft. Die angebotenen Aufschnittsorten haben wir diesmal geflissentlich übergangen und stattdessen italienische Pfeffersalami, Beinschinken, Lomo (nein, nicht die Kamera !) und Jamón Ibérico erstanden, dazu noch einen Schinken aus der Steiermark, der zum besten gehört, was mir auf diesem Sektor jemals begegnet ist. Die beiden spanischen Spezialitäten waren übrigens eine Premiere, und jetzt, wo ich den Geschmack kenne, mag ich wahrscheinlich keinen Parmaschinken mehr (Man beachte auch hier die Rubrik "Lieber Gott, lass mich sonst keine Probleme haben !"). Und schön ist das, wenn an der Kasse die Einkäufe von Angestellten entgegengenommen und sorgfältig verstaut werden, wonach man, noch ein wenig benommen von all den sinnlichen Eindrücken, zum Wagen flaniert und heimfährt, um sich ein paar erlesenen Genüssen hinzugeben.
"Wursttheke" wäre eine Beleidigung für die Vitrinen voll mit Köstlichkeiten der Fleischerzunft. Die ganzen Schinken aus Parma und San Daniele hängen fast bis zur Augenhöhe herunter, darunter häufen sich Salamis, Hartwurst und Schinken verschiedenster Herkunft. Die angebotenen Aufschnittsorten haben wir diesmal geflissentlich übergangen und stattdessen italienische Pfeffersalami, Beinschinken, Lomo (nein, nicht die Kamera !) und Jamón Ibérico erstanden, dazu noch einen Schinken aus der Steiermark, der zum besten gehört, was mir auf diesem Sektor jemals begegnet ist. Die beiden spanischen Spezialitäten waren übrigens eine Premiere, und jetzt, wo ich den Geschmack kenne, mag ich wahrscheinlich keinen Parmaschinken mehr (Man beachte auch hier die Rubrik "Lieber Gott, lass mich sonst keine Probleme haben !"). Und schön ist das, wenn an der Kasse die Einkäufe von Angestellten entgegengenommen und sorgfältig verstaut werden, wonach man, noch ein wenig benommen von all den sinnlichen Eindrücken, zum Wagen flaniert und heimfährt, um sich ein paar erlesenen Genüssen hinzugeben.
In Ermangelung einer für größere Kochaktionen angelegten Küche und aus Unlust, Silvester heuer in einem gastronomischen Rahmen zu verbringen, haben wir beschlossen, am heutigen Vormittag einen Streifzug über den Naschmarkt zu machen, um feine Häppchen zu erjagen und zu sammeln. Dass ich schon seit über einer Woche in Wien wohne, ohne einen einzigen Wiener Kaffee getrunken zu haben, trug den Status eines beinahe untragbaren Zustandes (Lieber Gott, lass mich für den Rest meines Lebens bitte keinen anderen Probleme haben !), und so waren wir um neun Uhr vor Ort. Die Stände wurden mit wenigen bereits geöffneten Ausnahmen erst für den Ansturm vorbereitet, sodass wir in Ruhe auf einen Kaffee gehen konnten. Die "Gräfin vom Naschmarkt" - um diese Uhrzeit noch ein ruhiges Lokal - bot sich an. Mein favorisiertes Wiener Frühstück besteht aus einem Franziskaner (starkem Kaffee mit etwas Milch und einer Obershaube), frischem Orangensaft und Ham and Eggs mit einem Stück Gebäck; meine Bestellung lautete dementsprechend. Verwirrt war ich allerdings, als die ausgesprochen nette Bedienung unversehens ein schön eingeschenktes Weißbier vor mich hin stellte. Der vermeintliche Irrtum war keiner, denn ich wurde dahingehend aufgeklärt, dass bei der Gräfin viele Gäste gerne Franziskaner-Weiße trinken ... Der beste aller Ehemänner amüsierte sich königlich darüber, dass ausgerechnet ich, die schon beim Vorbeitragen eines alkoholischen Getränkes einen Schwips bekommt, zum Frühstück ein Weizen bestelle ! Getrunken habe ich es allerdings nicht, denn dann wäre der Tag für mich gelaufen gewesen ...
Am Markt haben wir steirisches Obst, türkische Leckereien, diverse Käse, Säfte aus der Wachau sowie Mangaliza-Salami und Beinschinken erstanden; Brot wurde unter anderem beim Pöhl vor dem Geschäft offeriert, und so stellte ich mich an. Wenn so viele feine Sachen angeboten werden, habe ich überhaupt nichts gegen eine Wartezeit, weil ich dann in Ruhe goutieren kann. Meine Entscheidung war schnell gefallen, nur bei einer bestimmten Gebäcksorte war ich mir im Unklaren, da sie mir von der Optik her gänzlich unbekannt schien. Auf meine Erkundigung nach diesem Gebäck hin bekam ich von dem überaus sympathischen und freundlichen Verkäufer die Auskunft, es handele sich hier um ein "Grammelpogatscherl". Das Wort selber war mir ja nun in der geschriebenen Variante keineswegs unbekannt, charmant ausgesprochen klingt es jedoch dermaßen entzückend, dass es mit Worten gar nicht zu sagen ist ! Davon abgesehen mundet diese Spezialität so, wie sie aussieht - nämlich absolut köstlich ...

Last but not least ist es mir ein Bedürfnis, an dieser Stelle allen Besucherinnen und Besuchern meines Blogs ein wunderbares Neues Jahr zu wünschen:
May the best day of your past be the worst of your future !
Am Markt haben wir steirisches Obst, türkische Leckereien, diverse Käse, Säfte aus der Wachau sowie Mangaliza-Salami und Beinschinken erstanden; Brot wurde unter anderem beim Pöhl vor dem Geschäft offeriert, und so stellte ich mich an. Wenn so viele feine Sachen angeboten werden, habe ich überhaupt nichts gegen eine Wartezeit, weil ich dann in Ruhe goutieren kann. Meine Entscheidung war schnell gefallen, nur bei einer bestimmten Gebäcksorte war ich mir im Unklaren, da sie mir von der Optik her gänzlich unbekannt schien. Auf meine Erkundigung nach diesem Gebäck hin bekam ich von dem überaus sympathischen und freundlichen Verkäufer die Auskunft, es handele sich hier um ein "Grammelpogatscherl". Das Wort selber war mir ja nun in der geschriebenen Variante keineswegs unbekannt, charmant ausgesprochen klingt es jedoch dermaßen entzückend, dass es mit Worten gar nicht zu sagen ist ! Davon abgesehen mundet diese Spezialität so, wie sie aussieht - nämlich absolut köstlich ...

Last but not least ist es mir ein Bedürfnis, an dieser Stelle allen Besucherinnen und Besuchern meines Blogs ein wunderbares Neues Jahr zu wünschen:
Das Schlimmste ist überstanden.
Nach meinem vorherigen Eintrag war ich internetlos, weil der Netzbetreiber sein Modem zurückhaben wollte; der Nachmittag ging mit Packen und Räumen über die Bühne, am Abend wurde die ganze Prozedur dann ziemlich mühsam, weil mein Zeitplan aufgrund etlicher eintreffender "Abschiedstelefonate" reichlich durcheinanderkam. Den anrufenden Leutchen hätte ich am liebsten zugerufen, dass ich mich in Hinkunft weniger als dreihundert Kilometer östlich befinden werde und keineswegs nach Neuseeland auswandere, aber andererseits fand ich die Anrufe auch rührend, und so habe ich im Endeffekt noch bis Mitternacht gepackt. Für den nächsten Morgen war um acht Uhr die Spedition angekündigt.
Ein großer Lkw und vier sehr nette Möbelpacker rückten an und räumten binnen kürzester Zeit unser bisheriges Wohnhaus leer - über sechzig Schachteln mit Büchern und Geschirr, diverse Kisten, Computer, die Musikanlage, natürlich Kleidung und nicht zuletzt etliche Möbelstücke. Es ist ein seltsames Gefühl, seine Habseligkeiten - und somit einen Teil seines Lebens - in einem Lastwagen zusammengepackt zu sehen ... Am frühen Nachmittag schlossen sich die Türen des Transporters. Gemeinsam mit meiner mittlerweile aus der Schule heimgekehrten Tochter säuberte ich noch die Böden, dann verstauten wir die letzten "Schätze" im Auto und fingen unsere Katzen ein, um sie in ihre Transportboxen zu verfrachten. Unser gar nicht so kleines Auto war vollgestopft bis unters Dach, als wir uns bei Einbruch der Dunkelheit auf den Weg in unsere neue Heimat machten. Die Westautobahn im Feierabendverkehr und bei waberndem Nebel geht unter keinen Umständen als Strecke für eine Vergnügungsreise durch, und erst recht nicht, wenn aufgrund der psychischen und physischen Belastungen der hinter einem liegenden Wochen und Monate die Konzentration nachzulassen droht. Aber wozu gibt es schließlich Kraftreserven ? Mit gemächlichen 110 km/h im Durchschnitt sind wir sicher in Wien angekommen, wo uns der beste aller Ehemänner schon erwartet hatte. Am nächsten Tag würde der Lkw um halb acht vor der neuen Wohnung stehen.
Mit Schlaf war es - wie schon in den Nächten zuvor - nicht allzuweit her, dafür war die Aufregung einfach zu groß, und so wachte ich auch ohne Wecker sehr früh auf. Vor unserem neuen Wohnhaus parkte bereits in der extra für uns eingerichteten Ladezone der Lkw mit unserem Inventar, und die Leutchen waren beim Ausräumen noch schneller als beim Einladen, sodass noch vor Mittag die Aktion beendet war.
Die Tage seit dem Freitag sind mit dem Zusammenbau unserer Möbel, mit Möbelkauf (ein neues Zimmer für die Tochter), mit der Einrichtung einer provisorischen Küche (die neue Küche wird erst Anfang Februar geliefert) und der Organisation eines halbwegs funktionierenden Haushaltes vergangen - und mit etwas Erholung, nachdem sich bei uns allen stressbedingte Ausfallserscheinungen bemerkbar machen.
Trotz aller (allmählich nachlassenden) Anspannung ist es schön, hier zu sein und nicht wieder nach spätestens drei Tagen wegfahren zu müssen. Und noch schöner ist, dass der beste aller Ehemänner nicht mehr jedes Wochenende 600 km fahren muss, um 24 Stunden lang bei seiner Familie sein zu können. Weihnachtsgeschenke im klassischen Sinn gab es heuer bei uns keine, dafür hat mich in der vergangenen Woche der beste aller Ehemänner auf einen Slogan der Wiener SPÖ aufmerksam gemacht, der lautet: "Wien ist wie ein Geschenk". Stimmt nicht. Für mich ist Wien ein Geschenk.
Nach meinem vorherigen Eintrag war ich internetlos, weil der Netzbetreiber sein Modem zurückhaben wollte; der Nachmittag ging mit Packen und Räumen über die Bühne, am Abend wurde die ganze Prozedur dann ziemlich mühsam, weil mein Zeitplan aufgrund etlicher eintreffender "Abschiedstelefonate" reichlich durcheinanderkam. Den anrufenden Leutchen hätte ich am liebsten zugerufen, dass ich mich in Hinkunft weniger als dreihundert Kilometer östlich befinden werde und keineswegs nach Neuseeland auswandere, aber andererseits fand ich die Anrufe auch rührend, und so habe ich im Endeffekt noch bis Mitternacht gepackt. Für den nächsten Morgen war um acht Uhr die Spedition angekündigt.
Ein großer Lkw und vier sehr nette Möbelpacker rückten an und räumten binnen kürzester Zeit unser bisheriges Wohnhaus leer - über sechzig Schachteln mit Büchern und Geschirr, diverse Kisten, Computer, die Musikanlage, natürlich Kleidung und nicht zuletzt etliche Möbelstücke. Es ist ein seltsames Gefühl, seine Habseligkeiten - und somit einen Teil seines Lebens - in einem Lastwagen zusammengepackt zu sehen ... Am frühen Nachmittag schlossen sich die Türen des Transporters. Gemeinsam mit meiner mittlerweile aus der Schule heimgekehrten Tochter säuberte ich noch die Böden, dann verstauten wir die letzten "Schätze" im Auto und fingen unsere Katzen ein, um sie in ihre Transportboxen zu verfrachten. Unser gar nicht so kleines Auto war vollgestopft bis unters Dach, als wir uns bei Einbruch der Dunkelheit auf den Weg in unsere neue Heimat machten. Die Westautobahn im Feierabendverkehr und bei waberndem Nebel geht unter keinen Umständen als Strecke für eine Vergnügungsreise durch, und erst recht nicht, wenn aufgrund der psychischen und physischen Belastungen der hinter einem liegenden Wochen und Monate die Konzentration nachzulassen droht. Aber wozu gibt es schließlich Kraftreserven ? Mit gemächlichen 110 km/h im Durchschnitt sind wir sicher in Wien angekommen, wo uns der beste aller Ehemänner schon erwartet hatte. Am nächsten Tag würde der Lkw um halb acht vor der neuen Wohnung stehen.
Mit Schlaf war es - wie schon in den Nächten zuvor - nicht allzuweit her, dafür war die Aufregung einfach zu groß, und so wachte ich auch ohne Wecker sehr früh auf. Vor unserem neuen Wohnhaus parkte bereits in der extra für uns eingerichteten Ladezone der Lkw mit unserem Inventar, und die Leutchen waren beim Ausräumen noch schneller als beim Einladen, sodass noch vor Mittag die Aktion beendet war.
Die Tage seit dem Freitag sind mit dem Zusammenbau unserer Möbel, mit Möbelkauf (ein neues Zimmer für die Tochter), mit der Einrichtung einer provisorischen Küche (die neue Küche wird erst Anfang Februar geliefert) und der Organisation eines halbwegs funktionierenden Haushaltes vergangen - und mit etwas Erholung, nachdem sich bei uns allen stressbedingte Ausfallserscheinungen bemerkbar machen.
Trotz aller (allmählich nachlassenden) Anspannung ist es schön, hier zu sein und nicht wieder nach spätestens drei Tagen wegfahren zu müssen. Und noch schöner ist, dass der beste aller Ehemänner nicht mehr jedes Wochenende 600 km fahren muss, um 24 Stunden lang bei seiner Familie sein zu können. Weihnachtsgeschenke im klassischen Sinn gab es heuer bei uns keine, dafür hat mich in der vergangenen Woche der beste aller Ehemänner auf einen Slogan der Wiener SPÖ aufmerksam gemacht, der lautet: "Wien ist wie ein Geschenk". Stimmt nicht. Für mich ist Wien ein Geschenk.
Unsere neue Wohnung stand natürlich unmöbliert zum Verkauf, und da sie Teil eines Neubaus ist, beinhaltet sie auch keine Küche. Wenn ich jetzt sage, dass ich in meinem bisherigen Leben noch nie eine Küche gekauft habe (Meine frühere Wohnung wurde bereits mit Küche erworben, und hier im Haus haben wir mit alten Möbeln improvisiert - im Nachhinein ist mir klar geworden, dass ich die Einrichtung hier von Anfang an aus mangelnder Überzeugung nur sehr halbherzig betrieben habe.), lässt sich vielleicht nachvollziehen, dass ich mich darauf gefreut habe, mit dem besten aller Ehemänner und der Tochter gemeinsam eine Küche auszusuchen, die uns allen zusagt.
Konkrete Vorstellungen gab es für mich nur vom Innenleben der Schränke und von den Einbaugeräten, mit der Optik hatte ich mich noch nicht befasst. Was ich prinzipiell keinesfalls wollte, waren Fronten mit roter, glänzender Oberfläche.
Wir gehen also in ein großes Möbelhaus, suchen das Küchenstudioheim auf - und sehen sofort eine Küche, die von Anfang an von Optik, Funktionalität und von ihren Gestaltungsmöglichkeiten überzeugt. Ein sehr netter und sehr kompetenter Berater schließt sich uns an; angesichts der vielfältigen Musterplatten entsteht vor meinem geistigen Auge binnen weniger Minuten eine ganz bestimmte Küche, deren Visualisierung mit Hilfe eines entsprechenden Computerprogrammes auch bei meiner Familie auf volle Zustimmung stößt.
Die Fronten der bestellten Küche sind übrigens glänzend lackiert - in Burgunderrot.
Konkrete Vorstellungen gab es für mich nur vom Innenleben der Schränke und von den Einbaugeräten, mit der Optik hatte ich mich noch nicht befasst. Was ich prinzipiell keinesfalls wollte, waren Fronten mit roter, glänzender Oberfläche.
Wir gehen also in ein großes Möbelhaus, suchen das Küchenstudio
Die Fronten der bestellten Küche sind übrigens glänzend lackiert - in Burgunderrot.
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In dieser Möbelkollektion findet sich kein einziges Stück, das mir überhaupt nicht gefällt, sondern ganz im Gegenteil viele, die mir sogar sehr zusagen ... Vielleicht sollte ich die Leutchen vor Walküres Fluch warnen ?
Die Tochter übernachtet bei einer Freundin und bleibt bis zum Mittagessen; beim Morgenspaziergang mit dem Hundchen friedliche Stille und eine sympathische Begegnung. Ein geruhsames Frühstück mit Erwachsenenthemen, danach die Seele baumeln lassen; für den Nachmittag hat sich lieber Besuch angesagt. Über allem ein wolkenlos pastellblauer, strahlender Himmel, der den Eindruck wohliger Wärme verstärkt ...


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