[>>]
null
zwischen Pubertät und Altersstarrsinn

 

Reisen

Vor mehr als 25 Jahren habe ich mit meiner damaligen Schulklasse im Zuge der obligaten Wienwoche auch das Stift Klosterneuburg besichtigt. Erinnern konnte ich mich nur mehr an den Anblick des Kirchenportals und vor allem an den für mich damals völlig neuen Eindruck von Weinbergen, die sich in unmittelbarer Ortsnähe befinden. Gestern nun hatten mein Mann und ich in Klosterneuburg zu tun und beschlossen, uns kurz beim Stift umzusehen ... Ich bin noch immer verblüfft, wie sehr sich manches dort von den Anlagen her verändert hat - natürlich mit Ausnahme der denkmalgeschützten Bauten. Mir gefällt es allerdings sehr gut, wenn alte und neue Strukturen sich derart harmonisch verbinden, und ich freu mich jetzt schon auf einen in nächster Zeit fälligen längeren Besuch dort (Die Vinothek wird auch nicht verschont werden, meine ich.). Schön ist auch, dass man von der neuen Rampe aus bis nach Wien sieht; diese Art von Kontrast reizt mich außerordentlich.

klosterneuburg

frantisek-1
frantisek-2

Ich hab lachen müssen, als ich in Bratislava dieses Plakates ansichtig wurde, weil ich in meiner slowakischen Ahnungslosigkeit bis zu diesem Zeitpunkt geglaubt hatte, "Frantisek" stelle eine Verkleinerungsform in der Art eines Kosenamens dar. Aber liebenswerter als im Deutschen scheint mir dieser Name trotzdem zu sein, weil er für mich klingt, als handle es sich um einen Hausheiligen des braven Soldaten Schwejk ...

PS: Wie wird das "Z" (=von, wie ich annehme) hier richtig ausgesprochen ? Wie ein weiches "sch" ?

PPS: Mehr Information über das Musical ist hier zu finden:

Nachdem sich das Wetter beruhigt hatte, überlegten wir am gestrigen Pfingstsonntag, was wir wohl noch unternehmen könnten; M. meinte, wir sollten doch - wie schon länger angedacht - mit dem Twin City Liner von Wien nach Bratislava, der slowakischen Hauptstadt, fahren. Am Nachmittag hieß es also bei der Anlegestelle am Schwedenplatz
"Leinen los !"; die Fahrt selber war trotz mangelnden Sonnenscheins aufregend, denn 60 km/h zu Wasser sind alles andere als langsam. Spannend war für mich die Landschaft nach der Stadt: zuerst die kleinen Fischerhütten zu beiden Seiten des Ufers, dann die Hainburger Au, deren Größe mir erst gestern bewusst wurde (und auch, welcher Wahnsinn der Kraftwerksplan gewesen wäre), später Hainburg und ein paar Minuten später schon Bratislava. Der Katamaran wurde mustergültig seitwärts zwischen zwei großen Donaukreuzfahrtschiffen "eingeparkt".

Schon bei der Einfahrt in Bratislava sieht man die Altstadt mit der darüber thronenden Burg, die leider (oder besser: erfreulicherweise) derzeit eingerüstet ist, und in diese Richtung machten wir uns dann auch zu Fuß auf den Weg. Sinnigerweise war das erste, was wir auf dem Weg sahen, ein Plakat, auf welchem für den Schönbrunner Tiergarten geworben wurde, aber dann ging es an der Philharmonie vorbei und weiter über die großzügig angelegte Promenade in Richtung des Michaelstores. Die Häuser in der Altstadt sind größtenteils sehr gepflegt, die kleinen Gassen überaus hübsch anzusehen, die ebenso kleinen Plätze pittoresk und einladend, die Palais erhaben. Wäre ich Regisseurin eines historischen Films, würde ich von solch einer Kulisse träumen. Ich gehe gerne über diesen geschichtsträchtigen Boden - und noch lieber würde ich mich dort aufhalten, gäbe es nicht eine derartige Übermacht an Lokalen, die den Begriff "Touristenfalle" drastisch versinnbildlichen. Mich haben die Lokale in ihrer Art und Anordnung stark an jene Fresstempel erinnert, die sich meist in südlichen Touristenhochburgen finden und welche in ihrer Beliebigkeit absolut austauschbar sind.

Aufgrund der kühlen Temperaturen waren wir bald nach unserer Ankunft im Café Mayer zu Gast, wo es sich angenehm sitzt und die Mehlspeisen wert sind, verkostet zu werden. Dankenswerterweise spricht das Personal dort auch Deutsch, denn uns wurde schmerzhaft bewusst, wie groß der Keil des Eisernen Vorhangs tatsächlich gewesen war; keine einzige Sprache, die jenseits dieser unseligen Trennlinie Europas gesprochen wurde und wird, ist uns, die wir in den meisten westeuropäischen Staaten recht gut zurechtkommen, auch nur ansatzweise vertraut.

Wir hatten eigentlich geplant gehabt, gegen Abend in der Altstadt ein gutbürgerliches Restaurant mit slowakischen Spezialitäten aufzusuchen. Daraus wurde nichts, denn - ich sage es unumwunden - wir haben kein solches Lokal gefunden. Früher als gedacht waren wir (und einige andere Mitreisende ebenfalls) wieder beim Schiff, allerdings auch, weil ein unerbittlich kalter Wind sich unfreundlich bemerkbar machte.

Unser Eindruck von Bratislava ist ein zwiespältiger: einerseits ist da die schöne, behutsam restaurierte und sehr sehenswerte Altstadt, andererseits gibt es offensichtlich einen massiven Zustrom an Touristen, die hierher nur kommen, um sich billig zu betrinken - eine Denkart, die uns so fremd ist wie nur etwas fremd sein kann.

Wir werden jedenfalls wenigstens noch einmal in nächster Zeit hinüberfahren, und zwar an einem warmen Nachmittag während der Woche, um auch Geschäfte näher in Augenschein nehmen zu können. Für Lokaltipps sind wir dankbar, für Einkaufstipps ebenfalls !

bratislava

Jede Menge weitere Bilder (nämlich meine) gibt es hier zu sehen:
Fotoserie Bratislava

Informationen über zwei Namen, die auf den Bildern auftauchen, und einen großen slowakischen Schriftsteller:
Peter Legner
L'udovit Stúr
Pavol Országh Hviezdoslav
Bratislava

Allenthalben ist die Rede von Urlaubsplanung und Reisen, diverse Anbieter überschwemmen Zeitschriften, Zeitungen und Briefkästen mit Reklame. Es klingt vielleicht unglaubwürdig, aber ich habe tatsächlich nur zweimal in meinem bisherigen Leben einen Urlaub verbracht: Einmal mit meinen Eltern ein paar Tage in Südtirol (Fragen Sie mich bloß nicht nach der Atmosphäre !) und drei Wochen auf Gran Canaria nach einer langen und arbeitsintensiven Sommersaison. In den arbeitsreichen Jahren war die Zwischensaison meist zu kurz zum Urlaub machen, später, als der zeitliche Rahmen großzügiger war, hat das Geld dafür gefehlt, und so ist es bei diesen beiden Auszeiten geblieben.

Vielleicht tragen auch meine beruflichen Beobachtungen ein wenig dazu bei, dass mir Urlaub im klassischen Sinn nicht zwingend notwendig erscheint; allzu oft habe ich gesehen, was passiert, wenn Menschen einander nichts (mehr) zu sagen haben und einander mit diesem lähmenden Schweigen zwei oder drei Wochen mehr oder weniger ausgeliefert sind. Die jährlichen Weihnachtstragödien sind Kleinigkeiten im Vergleich zu aus solchen Situationen resultierenden Urlaubskrisen ! Wenn man gerne zusammen ist und sich den Alltag so gestaltet, dass man ihn gerne lebt, ist ohnehin der Versuch überflüssig, das während des restlichen Jahres Versäumte in die Urlaubswochen zu pferchen, wie mir scheint. Hinzu kommt, dass mir viele Urlaubsziele als nicht sehr reizvoll erscheinen. Massentourismus schreckt mich ab, seine Auswüchse erst recht. Dann gibt es noch Reiseziele, die ich für mich persönlich aus ökologischen oder auch menschenrechtlichen Gründen für fragwürdig halte, welche aber per se durchaus von Interesse für mich wären.

Dennoch bleiben über die Jahre ein paar Länder und Städte, die ich noch in diesem Leben gerne bereisen würde. Peru gehört dazu, weil mich die Kultur der Inkas sowie die Landschaft schon als Kind fasziniert hat; Nordamerika reizt mich nicht allzu sehr - mit einer Ausnahme: New York und die Neuenglandstaaten möchte ich gerne besuchen. Australien und Neuseeland sind zwar landschaftlich äußerst reizvoll, liegen für mich aber so weit entfernt von allen anderen Kontinenten, dass ich befürchte, dort aufgrund der Entlegenheit nach drei Tagen einen Gefängniskoller zu bekommen. Japan ist ein Kapitel für sich, denn einerseits stellt die Sprache ein massives Hindernis dar, andererseits ist es ein Land, der auf mich sehr anziehend wirkt; man wird sehen, welche Möglichkeiten sich hier ergeben. Von den weiter entfernten Ländern interessiert mich noch Indien: die Menschen, die Kultur, der Stadt-Land-Kontrast, die Landschaft und auch die Regionalküchen.

Das Gros meiner avisierten Reiseziele befindet sich in Europa; es gibt hier so viel, was ich noch nie gesehen habe und unbedingt erleben möchte. Schottland, überhaupt Großbritannien, die Loire-Schlösser, Südfrankreich, die französische und italienische Schweiz, Südtirol, die Toskana (Ja, trotzdem !), Malta. In Prag war ich schon lange nicht mehr, in Barcelona, Paris und Rom noch nie, Moskau und St. Petersburg stehen sehr weit oben auf der Wunschliste. Relativ nahe, durch den Eisernen Vorhang jedoch lange Zeit unerreichbar und für mich aufgrund der Kulturen und der Landschaften sehr, sehr reizvoll: Das Baltikum und Georgien.

Nun ja. Jetzt brauch ich nur mehr einen üppigen Lottogewinn, damit ich meine Reiseträume auch finanzieren kann ...

montana-luzern

So schön, dass es schon fast unrealistisch wirkt ...

Grad vorhin, auf der abendlichen Hunderunde im Regen, hat in einer Seitengasse ein Auto mit vier Insassen neben mir angehalten. Ein Mann mittleren Alters entstieg ihm, um mich zu fragen, wo sich denn hier in der Nähe ein Hotel befände. Allerdings sprach er weder Deutsch noch Englisch, sondern nur Italienisch, wobei er aber meine in hochdeutscher Sprache gehaltene Antwort verstand (Ich könnte mich im Grunde genommen auf Italienisch halbwegs verständigen, aber mir fehlt der Mut, diese meinem Empfinden nach sehr schöne Sprache durch meine Stümperei zu verhunzen.). Ich hoffe ja, dass die Leutchen mittlerweile ein Quartier gefunden haben, wundere mich aber trotzdem über den Mut, ohne Reservierung und mit mangelnden Sprachkenntnissen eine Städtereise zu unternehmen. Diese Art von Abenteuertourismus käme für mich jedenfalls nicht in Frage.

bgl-1
bgl-2

bgl-3

Liebe twoday- und sonstige Schweizerinnen und Schweizer,

da der beste aller Ehemänner demnächst beruflich ein paar Tage in der Schweiz weilt, hat er mir nach meiner deprimierenden zahnärztlichen Diagnose vorgeschlagen, mit ihm ein Wochenende in Zürich zu verbringen. Aus diesem Grund möchten wir gerne wissen, was man um diese Jahreszeit in Zürich gesehen haben sollte und vor allem, wo man ein gutes Logis findet. Wir möchten, da ohne Pkw, zentral, jedoch halbwegs ruhig wohnen und brauchen, wenns drauf ankommt, nicht einmal Frühstück, weil wir viel lieber auf kulinarische Entdeckungsreise gehen (Gastronomie- und Einkaufstipps werden ebenfalls gerne genommen; der beste aller Ehemänner würde beispielsweise nach vielen Jahren gerne wieder einmal ein Käsefondue essen !). Was das Quartier anbelangt, so muss es nicht gerade das Baur au Lac sein, dem Jugendherbergsalter sind wir allerdings auch schon vor geraumer Zeit entwachsen.

Danke im voraus für eure Tipps !

Heute waren wir - viel später, als es unseren sonstigen Gepflogenheiten entspricht, weil wir unserem Hundchen nicht allzu früh kurvenreiche Strecken zumuten wollten - zum ersten Mal im heurigen Jahr im Salzkammergut. Genauer gesagt, am Mondsee. Windig war es zwar, aber warm und strahlend sonnig. So schön, die Seele baumeln zu lassen ...

mondseer-rauchhaus
mondsee-oldtimer
mondsee-drachenwand

Diese Ausstellung lasse ich mir sicher nicht entgehen ...

 

twoday.net AGB

xml version of this page

xml version of this topic

powered by Antville powered by Helma
Creative Commons License
Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.