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Reisen

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So schön, dass es schon fast unrealistisch wirkt ...

Grad vorhin, auf der abendlichen Hunderunde im Regen, hat in einer Seitengasse ein Auto mit vier Insassen neben mir angehalten. Ein Mann mittleren Alters entstieg ihm, um mich zu fragen, wo sich denn hier in der Nähe ein Hotel befände. Allerdings sprach er weder Deutsch noch Englisch, sondern nur Italienisch, wobei er aber meine in hochdeutscher Sprache gehaltene Antwort verstand (Ich könnte mich im Grunde genommen auf Italienisch halbwegs verständigen, aber mir fehlt der Mut, diese meinem Empfinden nach sehr schöne Sprache durch meine Stümperei zu verhunzen.). Ich hoffe ja, dass die Leutchen mittlerweile ein Quartier gefunden haben, wundere mich aber trotzdem über den Mut, ohne Reservierung und mit mangelnden Sprachkenntnissen eine Städtereise zu unternehmen. Diese Art von Abenteuertourismus käme für mich jedenfalls nicht in Frage.

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Liebe twoday- und sonstige Schweizerinnen und Schweizer,

da der beste aller Ehemänner demnächst beruflich ein paar Tage in der Schweiz weilt, hat er mir nach meiner deprimierenden zahnärztlichen Diagnose vorgeschlagen, mit ihm ein Wochenende in Zürich zu verbringen. Aus diesem Grund möchten wir gerne wissen, was man um diese Jahreszeit in Zürich gesehen haben sollte und vor allem, wo man ein gutes Logis findet. Wir möchten, da ohne Pkw, zentral, jedoch halbwegs ruhig wohnen und brauchen, wenns drauf ankommt, nicht einmal Frühstück, weil wir viel lieber auf kulinarische Entdeckungsreise gehen (Gastronomie- und Einkaufstipps werden ebenfalls gerne genommen; der beste aller Ehemänner würde beispielsweise nach vielen Jahren gerne wieder einmal ein Käsefondue essen !). Was das Quartier anbelangt, so muss es nicht gerade das Baur au Lac sein, dem Jugendherbergsalter sind wir allerdings auch schon vor geraumer Zeit entwachsen.

Danke im voraus für eure Tipps !

Heute waren wir - viel später, als es unseren sonstigen Gepflogenheiten entspricht, weil wir unserem Hundchen nicht allzu früh kurvenreiche Strecken zumuten wollten - zum ersten Mal im heurigen Jahr im Salzkammergut. Genauer gesagt, am Mondsee. Windig war es zwar, aber warm und strahlend sonnig. So schön, die Seele baumeln zu lassen ...

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Diese Ausstellung lasse ich mir sicher nicht entgehen ...

Einer der erklärten Fixpunkte unserer Besucher, was Sehenswürdigkeiten anbelangte, war der Zentralfriedhof. Ich als von Natur aus dem Wetter misstrauender Mensch hatte am Donnerstag morgen beim Blick aus den Fenster sofort den Gedanken, diesen Programmpunkt für den heutigen Sonnentag anzusetzen, zumal mir ohnehin alleine schon der in der Simmeringer Heide ständig wehende Wind zu schaffen macht, ganz zu schweigen von eventuell hinzukommendem Regen; mein Vorschlag wurde angenommen. Da unsere Gäste ausschlafen wollten, nutzen wir die Gelegenheit, um ins Sperl frühstücken zu gehen ...

Die Tatsache, dass wir mit dem Wagen in den Friedhof fuhren, stieß zunächst auf leichtes Befremden, welches sich allerdings angesichts der flächenmäßigen Ausdehnung der Anlage in Staunen verwandelte. Der schönste und traurigste Teil zugleich ist für mich der jüdische Friedhof mit seinen Grabinschriften, die Spiegel mehr als einer Epoche sind und deren Wirkung sich kein Mensch, für den Empathie kein Fremdwort ist, entziehen kann. An diesem Vormittag waren wir die einzigen Menschen, die durch die stillen Reihen wanderten, begleitet von Fasanenrufen und Feldhasen ...

Natürlich besichtigten wir auch einige der Ehrengräber; als krönender Abschluss stand die Kirche auf dem Programm, die an diesem sonnigen Tag sich mit ihrem Weiß gegen den strahlend blauen Himmel abhob und dadurch ein wenig an das Taj Mahal erinnerte. Für mich ist diese Kirche eine der schönsten überhaupt, aber auch weniger eingeschworene Fans des Jugendstil begeistern sich für dieses Gesamtkunstwerk in weiß, blau und gold, so auch unsere Gäste.

Aufgrund der relativen Nähe fuhren wir in Richtung KunstHaus, zumal der Wunsch nach Besichtigung der Giger-Ausstellung laut geworden war. Ich persönlich finde Gigers Werk zwar richtungsweisend, möchte mich aber nicht als Fan seiner Kunst bezeichnen, sodass ich - nicht zuletzt aufgrund von mit Kreislaufproblemen einhergehenden Ermüdungserscheinungen - es vorzog, im Shop zu stöbern und einen Kaffee zu trinken, während unsere Besucher die Ausstellung ansahen, die übrigens sehr positiv aufgenommen wurde, weil sie anscheinend einen sehr repräsentativen Querschnitt durch Gigers Schaffen bietet.

Mittlerweile waren Wolken aufgezogen, die für die nächsten Tage nichts gutes verhießen, sodass wir beschlossen, die Gunst der Stunde zu nützen und unseren Gästen noch die Aussicht vom Leopoldsberg auf Wien zu zeigen; danach hatten wir insgeheim geplant, ein Restaurant zu besuchen, das wir schon auf früheren Fahrten in die unmittelbare Umgebung erkundet hatten und das uns ob seiner ausgezeichneten Küche und des aufmerksamen Service angenehm in Erinnerung geblieben war. Die Aussicht war bemerkenswert, nur der anschließende Restaurantbesuch war ein Flop sondergleichen. Ein unübersehbarer Rechtschreibfehler auf einer Tafel in der Nähe des Einganges war als böses Vorzeichen zu werten, dem auch sowohl Service als auch Küche spielend gerecht wurden. Es stellte sich heraus, das Speisekarte und Lokal zwar größtenteils optisch gleichgeblieben waren, jedoch hinter den Kulissen ein Besitzerwechsel stattgefunden haben musste. Schade um den Schottenhof ...

Um unseren Frust zu kompensieren und den Abend harmonisch ausklingen zu lassen, begaben wir uns wieder Richtung Innenstadt, um die am Donnerstag bis 21Uhr geöffnete Nationalbibliothek zu erkunden; dies wiederum erwies sich als ausgezeichnete Idee, zumal nur mehr wenige Menschen anwesend waren, sodass wir die Ruhe und Muße hatten, uns umzusehen und auch die laufende Ausstellung zum Thema Kulinarik zu begutachten, die aufgrund so mancher Kuriosa nicht nur einen Zugewinn an Allgemeinbildung mit sich brachte, sondern auch für Heiterkeit sorgte.

Als der Wunsch nach einem Dessert laut wurde, steuerten wir den Albertinaplatz an, um uns entsprechend an diversen Errungenschaften der Wiener Konditorkunst gütlich zu tun - und nein, ich sag jetzt nicht, wo wir waren, sonst wird das hier ein Werbeblog für Landtmann & Filialen ! Somit klang der Abend harmonisch und kulinarisch versöhnlich aus ...


Fortsetzung folgt

Für den Freitag war vormittags ein kurzer Bummel über die Mariahilferstraße geplant, da eines meiner Lieblingsgeschäfte dort residiert; zum Einstieg suchten wir zwecks morgendlicher Stärkung das "Servus" auf, das ich nicht zuletzt wegen der Möglichkeit, Milieustudien durchzuführen, sympathisch finde. Kaffee und Ham & Eggs, dann fängt der Tag gut an !

Das Wetter wirkte leicht undefinierbar, und so kam es, dass wir in Richtung Schönbrunn aufbrachen - zunächst nur, um das Palmenhaus zu besichtigen. Auf rätselhafte Weise begab es sich dann, dass unsere beiden Leutln doch auch das Schloss selber näher in Augenschein nehmen wollten, was ich aber aufgrund zunehmender Kreislaufprobleme schlichtweg verweigerte, sodass Kind & ich von einer halbwegs ruhigen Ecke aus amerikanische, deutsche und japanische Touristen beäugten, was uns durchaus unterhaltsam erschien, während Schatz die beiden Besucher durchs Schloss führte.

Der Abend war bereits fix verplant: Mit klassischer Wiener Küche beim Plachutta. Ich bin jedesmal aufs neue angetan von der Grandezza, mit der hier sowohl in Küche als auch Service gearbeitet wird ! Selber alles andere als eine schlechte Köchin, ziehe ich meinen imaginären Hut vor der hohen Schule der hier praktizierten Kochkunst ...

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Der Samstag vormittag war fix verplant, nämlich für einen Besuch am Naschmarkt mit anschließendem Brunch der eben erstandenen Köstlichkeiten. Nach einem Kaffee im Savoy (Linke Wienzeile 36) gingen wir zum Markt, um zu jagen und zu sammeln. Ein Glück, dass dort auch ein Korbmacher aus dem Waldviertel seinen Stand hat, damit die Einkäufe entsprechend verstaut werden können ! Da wir allesamt gerne Käse essen, war ein Abstecher ins Käseland (Stand 172-174) natürlich unvermeidlich; anschließend ging es heimwärts zu einem gemütliche Essen mit vielerlei exotischen und heimischen Genüssen.

Der Nachmittag verlief geruhsam, da wir für den Abend Opernkarten hatten und entsprechend ausgeruht dem Kunstgenuss frönen wollten. Die Aufführung war sensationell, das Wetter hingegen weniger, sodass flanieren nur für Seehunde interessant gewesen wäre. Nach einem kleinen Abstecher in den Orient zogen wir es vor, uns heimwärts zu begeben, zumal für den Sonntag nach einem gemeinsamen Frühstück die Heimreise geplant war.


Für M. und T., falls ihr den Weg hierher findet:
Es war schön, mit euch diese Tage zu verbringen zu dürfen und zu sehen, wie euch Wien mit jedem Tag mehr in seinen Bann geschlagen hat; wir hoffen, dass ihr euch noch lange und gerne an diese Tage erinnert und freuen uns auf ein Wiedersehen ...

Geplant war das Treffen schon seit einigen Wochen, denn schließlich möchte man dann irgendwann doch nette Leute, denen man in einer virtuellen Welt begegnet, auch persönlich kennenlernen; einige weitere gemeinsame Interessen gibt es auch, und so kam zwanglos ein Termin zustande. Ein Abend in der Oper war fix eingeplant, der Rest sollte sich ergeben - ein wenig Sightseeing, nett essen gehen, zwischendurch fachsimpeln, das klang nach einem unverfänglichen verlängerten Wochenende !

Und so machten sich meine Tochter und ich am Mittwoch auf den Weg nach Wien, um am frühen Nachmittag die beiden Leutchen willkommen zu heißen, nachdem der beste aller Männer sie bereits mittags vom Flughafen abgeholt und ins Hotel gebracht hatte. Mit dem eigenen Auto wollte ich dann doch nicht in den 1. Bezirk fahren, zumal hier an Werktagen Parkplätze nicht unbedingt auf einen geradezu warten. Dass auch in Hietzinger Nebenstraßen Parkflächen zeitweilig durchaus Mangelware sind, hatte zur Folge, dass ich meinen Boliden etwas exzentrisch unter Vernachlässigung einiger Parkverbotsschilder deponierte, wohl wissend, dass mich bei meiner Rückkehr ein rechteckiges Stück Papier, dekorativ an der Windschutzscheibe drapiert und mittels Scheibenwischer befestigt, erwarten würde.

Hier war es angebracht, jede Vorsicht außer Acht zu lassen, denn das dramatische Sinken meines Koffeinspiegels erforderte eine schnellstmögliche Kaffeegabe, die dann auch im diesbezüglich bewährten Landtmann erfolgte. Wenige Minuten später trafen die beiden in Begleitung des kundigsten aller Wien-Führer ein, um sich zum Einstand ebenfalls Kaffee sowie eine Mehlspeise zu genehmigen, wobei der Ober einen Sekundenbruchteil zögerte, als der männliche Teil unserer Gäste zwei Mehlspeisen für sich reklamierte, dann aber mit Routine seine Überraschung kaschierte.

Solchermaßen gestärkt, beschlossen wir, einen kleinen Rundgang durch die Innenstadt zu machen, der uns vom Palais Ferstel über den Kohlmarkt zum Michaelerplatz und dann weiter über Hofburg und Albertinaplatz zum Graben und natürlich zum Stephansdom führte, wo ich mich trotz latenter Höhenangst zu einer Fahrt zur Pummerin überreden ließ. Nun ja, bereut hab ichs nicht, denn der Blick über die Stadt ist schon sehr reizvoll, wenn auch der etappenweise Blick in den Abgrund unter den Füßen ein mulmiges Gefühl in der Magengrube heraufbeschwört ... Unsere Leutchen wollten noch die Katakomben besichtigen, wobei Kind & ich sich ausklinkten und ein warmes Getränk den tiefen Kellern vorzogen. Kind zeigte bereits deutliche Ermüdungserscheinungen, weshalb wir vereinbarten, Hotel bzw. Wohnung aufzusuchen und einander später zum Sushi-Essen wieder zu treffen. Zum Abschluss des Abends landeten wir hier auf einen Schlummertrunk ...


Fortsetzung folgt

Während meiner Kindheit befand sich das Ende der Welt, wie wir sie kannten, ein Stückchen östlich von Deggendorf. Irgendwo im Bayerischen Wald begann ein Land, in dem sich die Lebensweise der dort wohnenden Menschen so grundlegend von der unseren unterschied, dass wir uns kaum vorstellen konnten, wie man in einem solchen Staat leben konnte. Der „eiserne Vorhang“ befand sich für uns nicht weit genug entfernt, um seine Existenz erfolgreich verdrängen zu können. Die unmittelbaren Auswirkungen für uns, die wir uns sozusagen auf der Butterseite befanden, machten sich vor allem wirtschaftlich bemerkbar: Aus den Grenzgebieten wanderten viele junge Menschen aufgrund mangelnder Zukunftsperspektiven ab. Außer Landwirtschaft und Glasindustrie gab es kaum Erwerbszweige, und obwohl sich die Gegend landschaftlich ausgesprochen reizvoll präsentiert, mangelte es aus verständlichen Gründen auch an Touristen: diejenigen, die gerne gekommen wären, durften nicht, wohingegen Menschen mit Reisefreiheit andere Destinationen bevorzugten, nämlich solche, an denen man nicht Gefahr lief, im Zuge eines Waldspazierganges mit Selbstschussanlagen, Stacheldrahtzäunen und grimmigen, waffenbehangenen Grenzposten konfrontiert zu werden.

Die Zeiten ändern sich, und zwar allen Unkenrufen zum Trotz bei weitem nicht immer zum schlechteren ! Auf der Fahrt durch eine tiefverschneite Winterlandschaft wurde gestern deutlich, dass Wunden der Vergangenheit mitunter sehr schnell verheilen können: Hübsche kleine Dörfer säumen die gut ausgebauten Straßen und die Landschaft selber wirkt gepflegt. Die größte Überraschung wartete auf uns aber am Ziel der Fahrt, nämlich Bayerisch-Eisenstein, das sich als einladender Ort präsentiert, dessen hauptsächlicher Daseinszweck nicht mehr darin besteht, einen Grenzübergang zu benennen. Am Fuß des Großen Arber gelegen, findet der Besucher etwas, das heute nicht einmal mehr in unseren Breitengraden als selbstverständlich anzusehen ist, nämlich sehr viel unberührte Natur und geradezu befreiende Mengen an Frischluft, die sogar Landmenschen wie uns dazu bewegten, früher mit dem Schlaf zu kämpfen als sonst üblich. Der Arber selber gehörte am gestrigen Sonntag vorwiegend Menschen deutscher, tschechischer und österreichischer Provenienz mit allen Arten von Brettln an den Füßen; außerhalb der Wintersaison gibt es hier ein Netz an Wanderwegen für all jene, die sich auch dann nicht fürchten, wenn sie einmal ein paar Stunden lang keiner Seele begegnen.

Meine ganz persönliche Empfehlung:
Der Bayerische Wald und das angrenzende Mühlviertel sind lohnende Reiseziele für alle jene Menschen, die wirklich Ruhe suchen und für die Entspannung auch mit innerer Einkehr verbunden ist. Wer krawallisierende Touristenhorden und aufdringliche Animateure braucht, um vor sich selber davonzulaufen, ist hier sicherlich fehl am Platz, wer jedoch Frieden sucht und der Hektik des Arbeitsalltags entfliehen möchte, der findet hier eine sowohl landschaftlich als auch kulturhistorisch überaus ansprechende Gegend vor.


Links:
Großer Arber
Museumsdorf Bayerischer Wald
Passau
Mühlviertel

 

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