Bedrohte Wörter
Befindlichkeiten
Bilder und Musik
Bücher
Einkaufen
Erinnerungen
Essen & Trinken
Geschichten
Gesellschaft
Kinder
Kleine Lebensweisheiten
Lokale
Luxus
Reisen
Unser Hund
Vom Leben auf dem Lande
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
null

 

Unser Hund

Da sitzt nun also Herr Hund auf meinem Bett und schaut beim offenen Fenster hinaus, wobei er herzzerreißend heult, weil er auf der Gasse das Bellen der läufigen Nachbarshündin hört.

Die österreichische Nationalmannschaft (10 Spieler + 1 Tormann) tut sich schwer damit, das runde Leder im gegnerischen Tor zu versenken, und das liegt nicht nur daran, dass in ebendiesem Tor sich heimtückischerweise der Tormann der gegnerischen Mannschaft aufhält. Ball vorgelegt und gleich mit Elan ins Tor befördert - so sollte es sein.

Was die hiesigen Profifußballer nicht zustandebringen, hat Herr Hund grad vorhin mit links hinten geschafft: Er setzt ein Häuferl, beginnt sofort gegen seine sonstigen Gewohnheiten ansatzlos zu scharren und befördert einen Teil davon mit der ersten Bewegung (die linke Hinterpfote wars) mit Schwung und Begeisterung mitten auf die Fahrertür eines danebenstehenden Autos. Eines weißen Autos.


[Natürlich habe ich so gut wie möglich versucht, die Bescherung wegzuwischen, ganz ist es mir allerdings nicht gelungen. Hier in Wien sieht es derzeit schon nach Regen aus - könnte man diesen Wetterumschwung nicht etwas beschleunigen ? BITTE !!!]

Ohne irgendeiner Weise gesponsert zu werden, mache ich jetzt und hier ganz offiziell Werbung für Real Nature Trockenfutter für Hunde. Zum Dosenfutter kann ich mangels Erprobung keine Stellungnahme abgeben, die Trockenfutterpellets sind für mich jedoch nach immer wiederkehrenden Durchfällen bei Herrn Hund die positive Überraschung schlechthin. Am vergangenen Sonntag hat Herr Hund übergangslos sein neues Futter bekommen, und seitdem ist sein Kot völlig normal - ohne äußerst unangenehmen Geruch, ohne Schleim, ohne seltsame Verfärbungen und fest, ohne bröselig oder hart zu sein. Es treten übrigens auch keinerlei Anzeichen von Blähungen auf, was zuvor keineswegs der Fall war.

Was mir auch auffällt: Herr Hund ist deutlich ruhiger geworden, und zwar insofern, als er vor der Umstellung mitunter nach dem Fressen herumgetigert ist, sich mal hier-, mal dorthin gelegt hat und bald wieder hinauswollte, obwohl dann meist gar kein Häuferl gekommen ist. Ein Mensch mit Bauchschmerzen ist ja auch unruhig - warum sollte dies beim Hund anders sein ? Seit vergangenen Sonntag legt er sich wie gewohnt nach der Fütterung in ein ruhiges Eck und schläft, wobei er einen sehr zufriedenen Eindruck macht.

Ein Wort noch zu den Leckerlis: Manche Hundebesitzer halten diese Belohnungshappen für entbehrlich, ich muss aber dazu sagen, dass viele Aspekte der Hundeerziehung leichter mit Leckerlis zu bewältigen sind. Es kommt auf die Menge an, deshalb ist meiner Meinung nach deren Anwendung in Maßen überhaupt nicht bedenklich. Problematisch sind allerdings auch hier die Inhaltsstoffe, denn wie bei herkömmlicher Tiernahrung finden sich in diesem Segment ebenfalls tierische und pflanzliche Nebenerzeugnisse in rauhen Mengen. Unlängst habe ich bei einer Fütterungsempfehlung in einem Forum gelesen, Trockenfisch sei ideal, wobei ich sofort den Gedanken hatte, sowas könne nur jemand schreiben, der am Meer wohnt. Seltsamerweise haben wir am Wochenende in der Zoofachhandlung aber ein Produkt gefunden, das neu auf dem österreichischen Markt zu sein scheint und aus genau jenem Trockenfisch besteht. Die Marke heißt Fish4Dogs, die Produkte sind augenscheinlich sehr hochwertig - und Herr Hund verträgt die von uns gekauften "Sea-Biscuits" ebenfalls ohne Probleme. Die Leckerlis aus der wiederverschließbaren Packung lassen sich übrigens gut zerteilen, sodass man viele kleine Stücke erhält, wenn man fürs Hundetraining welche benötigt.

Warum ich so ausführlich auf diese ganze Thematik eingehe ? Ungefähr einem Drittel der Zugriffe auf mein Blog, die via Suchmaschinen stattfinden, liegt derzeit die Suchanfrage "Durchfall bei Hunden" zugrunde, wobei ich ziemlich sicher bin, dass mehr als 80% der betroffenen Hunde Probleme mit beim zweiten Blick minderwertigem Futter haben. Deshalb mache ich hier Werbung, und wenn ich mit meiner Fütterungsempfehlung dazu beitragen kann, dass es anderen Hunden mit derselben Problematik ebenfalls wieder gutgeht, ist mir das Lohn genug.

Nachdem Herr Hund am Donnerstag wieder - für uns aus heiterem Himmel - Durchfall bekommen hat, haben wir uns auf die Suche nach jenem Futter begeben, mit dessen Hilfe endlich Ruhe einkehren soll.

Auf jemanden, dem die zugrundeliegende Situation nicht bekannt ist, müssen unsere zeitweiligen Gespräche einen mehr als befremdlichen Eindruck machen; so steht nach jedem Gassigehen das Thema "Verdauung" auf der Tagesordnung. Hierbei erkundige ich mich nach Farbe und Konsistenz des Hundehäuferls, in der Hoffnung, endlich durch diese Informationen in Verbindung mit den Details der Fütterung ein Schema zu entdecken, mit dessen Hilfe endlich die immer wiederkehrende Durchfälle beseitigt werden können.

Trotz Diät war ich mit den Ergebnissen vom Samstag nicht zufrieden; die Hitze erschwerte meine Absicht natürlich zusätzlich. Gestern früh warf ich dann alle Bedenken über Bord und machte die Probe aufs Exempel, entschlossen, es jetzt drauf ankommen zu lassen. Ohne sanfte Umstellung und ohne zusätzliche Verwendung von Medikamenten setzte ich Herrn Hund das am Freitag erworbene Real-Nature-Trockenfutter vor. Das Öffnen der Packung war mit einer olfaktorischen Erinnerung aus meiner Kindheit verbunden, denn der Inhalt riecht so, wie ich die ersten Trockenfuttermittel für Katzen in Erinnerung habe, die hierzulande in den 70er-Jahren auf den Markt kamen. Da ist kein seltsamer Hautgout von Tiermehl zu erkennen, auch die Konsistenz des Produktes wirkt vertrauenerweckend, weil die Stückchen weder bröseltrocken sind noch vor Fett triefen. Der Hitze wegen habe ich Herrn Hund nur ein wenig mehr als die Hälfte der empfohlenen Tagesration verabreicht. Er war dennoch begeistert - wo er sonst vor dem Fressen etwas lustlos mit der Nase im Trockenutter herumstochert, obwohl er kein mäkeliger Fresser ist, hat er sich diesmal mit Begeisterung in sein neues Futter versenkt und es genüsslich verzehrt. Der Rest des Tages verlief ruhig, ohne Anzeichen von Durchfall oder andere Auffälligkeiten, aber auch ohne Häuferl.

Heute früh nun, bei der üblichen Morgenrunde, war der spannende Augenblick gekommen: Herr Hund hockte sich hin - und was kam, war von stabiler Konsistenz, ohne Schleim, ohne flüssiges Nachtropfen. Dass Hundehäuferl nicht nach Rosenöl duften, ist kein Geheimnis, im Vergleich zu dem äußerst üblen Geruch, den sein Kot aber sonst oft hatte, blieb die Geruchsentwicklung heute völlig normal. Ich war mir bis dato nicht des Ausmaßes an Freude bewusst, welches ein Hundehäuferl auslösen kann !

Natürlich hat sein Frühstück heute ebenfalls wieder aus dem gleichen Futter bestanden. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, und noch mehr hoffe ich, dass wir das Problem endlich in den Griff bekommen.


Fortsetzung folgt

Zeitweilig sind wir nahe daran, an der Fütterung von Herrn Hund zu verzweifeln. Wochenlang gibt es keine Schwierigkeiten, plötzlich hat er aus heiterem Himmel Durchfall, ohne auf der Straße etwas gefressen zu haben, ohne einen Futterwechsel, ohne sonstige äußere Anzeichen. Auch aus tierärztlicher Sicht gibt es keine klare Diagnose, obwohl die Tendenz in Richtung Futterunverträglichkeit geht. Die Situation ist natürlich belastend, weil das Gefühl bei der Sache dem Leben auf einem Vulkan gleicht - du weißt nie, wann das Chaos wieder ausbricht. Gestern wars mal wieder so weit, obwohl der Tagesrhythmus gleich wie an den anderen Tagen war und er das gleiche Futter wie immer bekommen hat.

Natürlich koche ich wieder für ihn, da weiß ich nämlich, dass der Durchfall sofort aufhört; selbstverständlich füge ich jetzt keinen Kalk mehr hinzu, sondern seine Diätverpflegung besteht aus magerem, gekochten Geflügel, etwas mitgegartem Naturreis, dem Kochwasser, drei Esslöffeln Cottage Cheese sowie einem Löffel Enteroferment und im Akutfall einer bis zwei Tabletten Tannalbin als Erste Hilfe (alles handwarm serviert).

Seit gestern meine ich, des Rätsels Lösung entdeckt zu haben oder zumindest der Lösung nähergekommen zu sein, denn mir geben seit geraumer Zeit die Inhaltsdeklarationen diverser Futtermittel zu denken. Da steht beispielsweise oft die kryptische Formulierung "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. mind. 4% von 5 verschiedenen Geflügelsorten, mind. 4% frisches Fleisch)" zu lesen und dann ist auch noch von pflanzlichen Nebenerzeugnissen die Rede. Bei meiner gestrigen Recherche habe ich dann ich die Tiefen der Tierfuttermafia betreten, und wer mein Wissen teilen will, möge hierauf klicken - allerdings besser nicht unmittelbar nach dem Essen (Diese Seite habe ich verlinkt, weil sie schnell öffnet, der Text selber findet sich auf vielen anderen Seiten im selben oder ähnlichen Wortlaut). Die meisten Leckerlis haben übrigens ebenfalls eine ähnliche Zusammensetzung. Interessantes zu diesem Thema findet sich auch auf dieser Seite. Auf einer anderen Seite (ich glaube, in einem Forum, das ich jetzt nicht mehr finde) habe ich gelesen, dass sich durch die verwaschene Produktkennzeichnung auch ergibt, dass bei einem Futter, welches als "Mit Lamm" deklariert ist, keinesfalls der Hauptanteil Lammfleisch sein muss. Ein Beschiss sondergleichen, wenn mich jemand nach meiner Meinung fragt ! Durch die variierenden Inhaltsstoffe kann beispielsweise bei den tierischen Nebenerzeugnissen (auch als "Nebenprodukte" deklariert) auch ohne weiteres ein großer Anteil Pansen enthalten sein, auf den wiederum viele Hunde mit Durchfall reagieren.

Ich, die mündige Konsumentin, mache mich jetzt jedenfalls auf die Suche nach Firmen, die wirklich hochwertige Hundenahrung anbieten und werde weiter über meine Erfahrungen berichten.

hund-mai

Herr Hund und ich drehen unsere Runden durch den Westen Wiens - mal hier, mal dort, wie es uns gerade gefällt. Und weil ich die Notwendigkeit dieser Kampagne vollkommen einsehe, ist natürlich auch immer mindestens ein Sackerl dabei. Zunächst zusammengefaltet in der Jackentasche verborgen, kommt es bei Bedarf zum Einsatz und wird danach umgehend in den nächsten der zahlreich vorhandenen Mistkübel befördert. Eine unserer Touren führt durch ein paar wenig frequentierte Gassen, in denen mangels Bedarf keine Abfallkörbe angebracht sind, und seit einiger Zeit hat sich Herr Hund dort genau den am weitesten von einem Mistkübel entfernten Platz ausgesucht, um sein Häuferl zu setzen. Mein Pflichtbewusstsein hat Folgen: Ich bin jene Frau, die des öfteren mit einem zufrieden wirkenden Hund an der Leine, leicht gequältem Lächeln und einem gefüllten Sackerl in der Hand durch halb Hietzing promeniert.

Herr Hund hat trotz großer Sorgfalt unsererseits, was die Auswahl des Futters betrifft, zeitweise eine instabile Verdauung; am Wochenende war er äußerlich zwar fit, hatte jedoch Durchfall mit hellen Blutstreifen darin. Wir haben logischerweise sofort die Tierärztin aufgesucht, die aber außer einer leicht erhöhten Körpertemperatur nichts feststellen konnte. Es tauchte jedoch - eben aufgrund seiner Durchfallneigung - der Verdacht auf, es könne sich bei seinem Problem um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit handeln. In den folgenden Tagen hat Herr Hund wieder selbstgekochtes (von mir, nicht von ihm !) Futter bekommen, das er problemlos verträgt. Bis gestern, da habe ich nämlich statt Reis Vollkornnudeln hinzugefügt, woraufhin er kurzfristig prompt wieder Durchfall bekam.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Tatsache haben sich heute früh einige Informationen in meinen Ganglien vernetzt, die den Rückschluss zulassen, dass er Vollkornprodukte nicht verträgt: Trockenfutter (in dem ebenfalls Getreideanteile enthalten sind) alleine bekommt ihm nicht gut, ebensowenig Pedigree Pal Mixer und Matzinger Hundeflocken; was keine Schwierigkeiten verursacht, ist "Rinti Green Mix", hier handelt es sich allerdings weitgehend um gepresste Luzerne und nicht um ein Getreideprodukt. Nüsse möchte er zwar fressen, diese verursachen jedoch ebenfalls Verdauungsprobleme. Äpfel kann er problemlos verspeisen, ebenso milden Käse (hier vor allem Cottage Cheese natur als Beimischung zum Futter) und natürlich Fleisch. Vollkornbrot passt auch nicht, ein Stück Semmel ist jedoch harmlos, ebenso wie andere Weißmehlprodukte in Form von handelsüblichem Grieß oder Nudeln, und Reis (auch naturbelassener !) verursacht ebenfalls keinerlei Probleme.

Auf jeden Fall habe ich heute früh dem besten aller Ehemänner - ebenfalls kein Freund von "Körndlfutter" - gegenüber meinen Verdacht geäußert, Herr Hund vertrage möglicherweise keine Vollkornprodukte, woraufhin postwendend mit einem verschmitzen Lächeln retour kam: "Ich sag doch die ganze Zeit schon, dass das Zeug ungesund ist !"

rotkaeppchenwolf

"Großmutter, warum hast du so große Ohren !?"


[Ich lege Wert auf die Feststellung, dass dieses zweifelhafte Arrangement, welches jeden Hundehasser geifern lässt, nicht von mir, sondern von der Tochter stammt. Fotografiert habe zugegebenermaßen allerdings ich. Und danach erst Herrn Hund nahegelegt, das töchterliche Bett zu verlassen.]

Grad eben, vor einer Viertelstunde, will ich zwecks Entsorgung eines Müllsackerls zur Mülltonne gehen. Herr Hund geht mit, ich steige die Treppe hinunter, stelle fest, dass es erstens schlotterkalt ist und zweitens Schneeregen eingesetzt hat und höre im selben Augenblick vor dem Haus straßenseitig Männerstimmen. Herr Hund hört sie auch, beginnt ganz gegen seine sonstigen Gewohnheiten vehement und grimmig zu bellen und schießt wie ein Pfeil in Richtung dieser Stimmen. Ich sehe vor der geschlossenen Einfahrt niemanden, höre die Stimmen aber immer noch; im nächsten Moment fährt ein Geländewagen weg, Herr Hund bleibt jedoch ums Eck verschwunden, obwohl jetzt wieder Ruhe herrscht. Ich gehe zurück ins Haus und öffne eine Minute später die Türe erneut, um nachzusehen, ob der wachsame Berserker wieder da ist. Er ist, und vor ihm, unten am Fuße der Treppe, liegen zwei schwarze Herrensocken, die definitiv nicht dem besten aller Ehemänner gehören.

Heute morgen hätte ich einen rauchen sollen, besser schon gestern abend - vielleicht geht ja auch "Joint am Abend, erquickend und labend". Oder so. Da ich aber auch gestern abend nicht in den Genuss verbotener Substanzen gekommen bin, ist mitten in der Nacht die volle Härte des Lebens ungebremst über mich hereingebrochen. Das hat dann dergestalt ausgesehen, dass ich aus unerfindlichen Gründen eine ganze Weile, das heißt mindestens eine halbe Stunde lang, nicht einschlafen konnte, wobei ich mich fühlte, als hätte ich binnen einer Stunde drei doppelte Mokka getrunken (Wiener oder italienischer Provenienz, wohlgemerkt). Als ich dann endlich gegen Mitternacht in einen unruhigen Schlaf gefallen bin, hab ich wirres Zeug geträumt, bin aber dann bald wieder aufgewacht, weil meiner Nase zu Ohren kam, dass Herr Hund massive Verdauungsprobleme hatte. Hund rauslassen, Bescherung wegwischen, Hund reinlassen. Diesmal halbwegs schnell wieder einschlafen. Die Nase weckt eine Stunde später erneut. Hund rauslassen, Bescherung wegwischen, Hund reinlassen. Einschlafen. Ungefähr wieder eine Stunde später aufwachen, Hund rauslassen, Bescherung wegwischen, Hund reinlassen. Diesmal bis zum Morgen weiterschlafen, wobei in der Früh noch eine Restbescherung wartet. Herr Hund wirkt bis auf seinen Brechdurchfall sehr vital und gesund, trotzdem machen wir uns Sorgen. Ich muss ohnehin in die Bezirkshauptstadt fahren, weil ein Schlüssel nachzumachen ist, also kann ich auch gleich in der Apotheke Nux vomica in D12 holen. Während ich versuche, mich in die Reihe zu kriegen, weil 7 Stunden Schlaf mit drei abrupten Unterbrechungen nicht nur gegen die Genfer Konventionen verstoßen, sondern auch gegen mein Naturell, legt Herr Hund sein leicht vorverdautes Frühstück auf die Fliesen im Flur und schaut mir anschließend treuherzig beim Wegwischen zu.

Beim Schlüsseldienst wartet die nächste Überraschung: der Schlüssel ist entgegen anderslautender Auskünfte gesperrt. Kein Beinbruch, schon klar, aber anders hab ich mir den Tag trotzdem vorgestellt. Kalt ist es auch und die Leute auf der Straße machen durchwegs einen stumpfsinnigen Eindruck heute, sodass ich froh bin, schnell wieder daheim zu landen. Herr Hund bekommt regelmäßig seine Globuli und wieder einmal ein selbstgekochtes Mittagessen in der Variante "Schonkost", das diesmal auch an seinem Bestimmungsort bleibt. Wenigstens komme ich im Laufe des Nachmittags der Ursache von Herrn Hunds Unpässlichkeit auf die Spur. Mir geht nämlich die Farbe seines Stuhls und auch des Erbrochenen nicht aus dem Sinn, das ausgesehen hat, als hätte er zusätzlich zu seinem üblichen Futter eine ganze Flasche Ketchup verdrückt. Nicht hellrot wie frisches Blut und auch nicht schwarz wie verdautes, sondern eben diese eigenartige dunkle Chilifarbe. Plötzlich verlinken sich in meinem Gehirn einige Informationen und heraus kommt, dass sich Herr Hund an einem Beeren tragenden Zierstrauch im Garten verlustiert hat, dessen Früchte in probehalber zerquetschtem Zustand genauso aussehen wie einige Fragmente in seinem Erbrochenen, deren Herkunft ich mir nicht erklären konnte, zumal ich es bin, die ihm sein Futter kredenzt. Jetzt weiß ich, dass sich Herr Hund gestern zum Dessert ein paar Maulvoll Cotoneasterbeeren aus dem heimischen Garten genehmigt hat. Nun schläft er - satt, zufrieden und entspannt, als wäre nichts gewesen. Und ich falle vor Müdigkeit gleich vom Sessel.

 

twoday.net AGB

xml version of this page

xml version of this topic

powered by Antville powered by Helma
Creative Commons License
Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.